HR und Leadership

Modell für digitale Führung: VOPA+

03. Mai 2017

Digitaler Transformation begegnen wir überall: Auch Führungskräfte kommen daran nicht vorbei. So fördern sie die Flexibilisierung von Raum und Zeit, die virtuelle Zusammenarbeit und erproben die Führung auf Distanz. Gleichzeitig weichen sie die starren hierarchischen Führungsstrukturen zugunsten flexibler Netzwerkorganisationen auf. Diese Entwicklung verlangt ein Führungsverständnis, das auf Vertrauen in die Mitarbeitenden setzt. Hier setzt das VOPA+ Modell an, ein Ansatz, der es Führungskräften im digitalen Zeitalter erleichtert, Mitarbeitende zu führen sowie eine Kultur zu schaffen, welche die Leistung steigert und Innovationsprozesse ermöglicht.

VOPA+-Modell
Abb.: VOPA+ Modell, Buhse, 2014

Im VOPA+ Modell steht die Vertrauenskultur im Zentrum. Diese dient als Basis, digitalen Veränderungsprozessen erfolgreich begegnen zu können. Die Anforderungen an die Führungskraft fasst das Modell in vier Dimensionen zusammen: „Vernetzung“, „Offenheit“, „Agilität“ und „Partizipation“.

Vertrauen: Eine Vertrauenskultur zu schaffen heisst, Vertrauen in de fachlichen und sozialen Fähigkeiten der Mitarbeitenden zu haben und ihnen die Möglichkeit zur Selbststeuerung und -verantwortung zu geben.

Vernetzung: Vernetzungen zwischen Menschen über verschiedene Kanäle und soziale Plattformen herzustellen ist eine der wesentlichen Aufgaben der Führung im digitalen Umfeld. Führungskräfte sind aber auch herausgefordert, den direkten persönlichen Austausch zwischen den Mitarbeitenden zu ermöglichen.

Offenheit: Offenheit bedeutet, den gegenseitigen Wissensaustausch zu fördern und Informationen allgemein zugänglich zu machen. Eine Form von aktivem kurzen Wissensaustausch bildet beispielsweise ein Weekly Stand-up-Meeting. In diesem beantwortet jeder Mitarbeitende 3 - 4 zentrale Fragen wie: „Welche Aufgaben bearbeite ich während dieser Woche ?“, „Welche Aufgaben / Projekte stehen zukünftig an?“, „Wie hoch ist mein Auslastungsgrad?“ und „Wie geht es mir?“.

Partizipation: Partizipation heisst, kollektives Wissen anhand von konstruktiven, motivierenden und hierarchiefreien Formen des Austausches mit Einbezug möglichst vieler Personen zu nutzen – sei es in Form von Präsenzworkshops (z.B.Open Space) oder virtuellen Workshops über Onlineplattformen (z.B. Jam). Dabei hat jeder Mitarbeitende die Gelegenheit, sich einzubringen.

Agilität: Wesentliches Merkmal von Agilität ist, sich schnell an ein sich permanent veränderndes Umfeld anpassen zu können und aus den gemachten Erfahrungen zu lernen. Agilität bezeichnet auch die Bereitschaft, Neues zu wagen sowie eigene Lösungsansätze und Handlungsoptionen zu entwickeln.

Führungskräfte, die das VOPA+ Modell in ihrer Werthaltung verinnerlicht haben, richten ihre Alltagshandlungen danach aus. Sie sind in der Lage, in sich ständig wechselnden Kontexten die verschiedenen Führungsstile agil und flexibel anzuwenden. Das hilft ihnen im digitalen Zeitalter erfolgreich zu führen.

Quellen und weiterführende Literatur

Bruch, H., Preusser, Y. (2014). Leadership 2.0 – Führung in digitalen Zeiten. In: Mehlich, P., Brandenburg, T., Thielsch, M. T. (Hrsg.): Praxis der Wirtschaftspsychologie III, Monsenstein und Vannerdat.
Buhse, W. (2014) Management by Internet – Neue Führungsmodelle für Unternehmen in Zeiten der digitalen Transformation. Plassen Verlag.
Ciesielski, M. A., Schutz, T. (2016). Digitale Führung. Wie die neuen Technologien unsere Zusammenarbeit wertvoller machen, Springer Gabler.
Petry, T. (Hrsg) (2016). Digital Leadership. Erfolgreiches Führen in Zeiten der Digital Economy. Haufe-Lexware GmbH.

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Thema: HR und Leadership

Autor: Irene Willi

Datum: 03. Mai 2017

Schlagworte: Führung, Führungskraft, Digitalisierung

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