Unternehmensführung

Wie Frauen in Führungspositionen kommen

22. Februar 2017

Nach wie vor regieren Männer die Welt: Die meisten Staatsoberhäupter, Parlamentsabgeordnete und Topmanager sind männlich. Auf diesen Etagen kommt die Anzahl der Frauen bei Weitem nicht in die Nähe von 50 Prozent. Dass die Anzahl Frauen in Führungspositionen nicht höher liegt und Frauen nicht mehr gefördert werden, erstaunt umso mehr, da Studien belegen, dass Unternehmen bessere finanzielle Leistungen erbringen, wenn gemischte Teams an der Spitze stehen.

Frau vor transparentem Display mit Charts

Sowohl die Gesellschaft als auch die Frauen können helfen, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Berufswelt zu schaffen. Das Erziehungs- und Rollenverständnis der Eltern muss sich jedoch weiter ändern. Eltern sollten ihren Töchtern wie ihren Söhnen den Zugang zu Wirtschaft, Berufswelt und Sport öffnen. Kindererziehung und Hausarbeit sollten gerecht aufgeteilt werden. Unternehmen können nun einen strategischen Vorteil erzielen, wenn sie Lösungen wie flexible Arbeitszeiten, Krippenplätze, Babysitter-Pool, Jobsharing oder Home-Office für beide Geschlechter anbieten.

Unternehmen können strategische Vorteile schaffen

Frauen sollen sich nicht zu früh gegen die Karriere entscheiden. Auch wenn der Familienwunsch besteht, kann der Fuss bis zur Schwangerschaft auf dem Gaspedal bleiben. Frauen müssen aufhören, danach zu streben, immer allen alles recht zu machen, perfekt zu sein und alles haben zu wollen. Sie müssen selbstbewusster sein, Gelegenheiten am Schopf packen, vermehrt Risiken eingehen und mehr Werbung für sich machen.

Ein gutes Netzwerk ist sehr wichtig. Frauen sollen sich gegenseitig unterstützen, Organisationen beitreten, an Konferenzen teilnehmen und proaktiv den Kontakt mit den Keyplayern aufnehmen. Bei der Kommunikation sind Ich-Botschaften zu verwenden, der Konjunktiv ist zu vermeiden, man muss offen für Feedback sein und nicht alles persönlich nehmen. Über Lohn und Beförderung ist offen zu sprechen. Zudem ist es hilfreich, die Spielregeln der Männerwelt zu kennen – nicht, um wie ein Mann zu sein, sondern um mitzuspielen und die Regeln neu zu schreiben.

Persönliche Entscheidung gibt den Ausschlag

Schlussendlich ist es jedoch die persönliche Entscheidung einer jeden Frau, ob sie die Karriereleiter erklimmen will. Man darf nicht vergessen, dass nicht alle Frauen Karriere machen, nicht alle Frauen Kinder haben und nicht alle Frauen beides gleichzeitig wollen.

Lesetipps:

Sonja Buholzer, Woman Power, Zürich 2014
Monique R. Siegel, War’s das schon? Zürich 2014
Sheryl Sandberg, Lean In, 2015
Martin Wehrle, „Herr Müller, sie sind doch nicht schwanger?!“, München 2014.

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