Unternehmensführung

Neue Jobs trotz 50+ [Masterarbeit]

03. Oktober 2016

Die Förderung der Erwerbstätigkeit von Arbeitnehmern, die älter als 50 Jahre sind, ist mittlerweile ein erklärtes Ziel der Schweizer Wirtschaftspolitik. Meine Masterarbeit für den Executive Master of Business Administration FH an der Kalaidos Fachhochschule widmete sich diesem Thema, mit welchem ich auch in meinem Berufsalltag bereits umfangreichen Kontakt hatte.

Beruflich bin ich seit 1995 in der Personal- und Stellenvermittlung tätig und führe zwei eigene Unternehmen in Baden, die Almobau AG und die Almojob GmbH. So bin ich sehr nahe an den Stellensuchenden und habe auch direkten Kontakt zu Unternehmungen. Zudem war ich an Projekten für über 50-jährige Arbeitnehmer beteiligt und kenne deren Probleme bei der Stellensuche.

Wertvolles Know-How erhalten

Der Titel meiner Masterarbeit lautete: „Stellensuchende 50+ in der Schweiz. Entspricht das Angebot der öffentlichen Hand zur Wiedereingliederung von Stellensuchenden in den Arbeitsmarkt den Bedürfnissen von Stellensuchenden über 50 Jahre?“. Zur Informationsbeschaffung arbeitete ich mit dem AWA Aargau und der damaligen Stiftung Speranza zusammen. Im Zuge der Masterarbeit intensivierte sich mein Kontakt zur entsprechenden Altersgruppe auf dem Arbeitsmarkt (auf dem Bild bin ich in einem Beratungsgespräch zu sehen). Vor allem wurde mir bewusst, auf welches Know-How die Privatwirtschaft, aber auch die öffentliche Hand verzichtet.

Daniel Notter von gemeinde-support.ch im Beratungsgespräch

Durch meine berufliche Tätigkeit, aber auch mein politisches Engagement, habe ich verschiedene Kontakte mit der öffentlichen Verwaltung, sowohl auf Kantons- wie auf Gemeindeebene. Dabei stelle ich fest, dass viele langjährige MitarbeiterInnen unfreiwillig in Pension gehen müssen oder frühzeitig pensioniert werden. Dadurch fehlt der öffentlichen Hand das an ältere Mitarbeitende gebundene Know-How. In einem Gespräch mit einem pensionierten Finanzverwalter stellte ich fest, dass er und einige seiner Kollegen ihr Know-How gerne weiterhin zur Verfügung stellen möchten. Das war die Geburtsstunde einer Dienstleistung, die sich auf der Webseite www.gemeinde-support.ch findet. Das ist ein Netzwerk von erfahrenen Personen aus Verwaltung und Behördenstellen, die der öffentlichen Hand ihr Know-How unkompliziert und schnell zur Verfügung stellen können.

Start ohne Hürden


Der Projektstart war einfach. Zusammen mit dem pensionierten Finanzverwalter schrieben wir ein kurzes Konzept und starteten dann das Projekt. Schwierigkeiten gab es dabei eigentlich keine zu überwinden. Wir sind natürlich frei von jeglichem ökonomischen Druck und müssen nicht zwingend Umsatz generieren. Wir arbeiten mit erfahrenen Leuten zusammen und nehmen nur Aufträge an, deren Erledigung wir auch garantieren können.

Spätestens auf das Jahr 2017 werden wir unsere Dienstleistung auf andere Bereiche ausweiten. Vorgesehen sind die Gemeindekanzlei, das Betreibungsamt sowie soziale Dienste und anderes. Schon jetzt melden sich Personen aus dem Umfeld von Gemeinde und Kanton bei uns, welche mitmachen wollen.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Daniel Notter

Datum: 03. Oktober 2016

Schlagworte: Startup, Wettbewerb

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