Banking und Finance

Digitalisierung im Banking – Teil 1/2 [Event]

28. September 2016

Zum zweiten Mal führte das Schweizerische Institut für Finanzausbildung (SIF) der Kalaidos Fachhochschule einen Anlass aus der Konferenzreihe ‚Insight Bankentransformation‘ auf. Die Veranstaltung vom 19. September 2016 stand unter dem Thema ‚Digitalisierung im Banking‘. Zahlreiche Bankenvertreter, Studierende und die Presse fanden sich ein. „Wie gehen wir damit um, wenn der Kunde künftig im Mittelpunkt steht?“, frage einleitend Konferenzleiter Prof. Dr. Bernhard Koye, Institutsleiter des SIF (unten im Bild). Er wollte die Digitalisierung bei weitem nicht nur als Programm zur Effizienzsteigerung und Automatisierung von Bankprozessen verstanden wissen.

Bernhard Koye schildert Digitalisierung in Banken vor Konferenzteilnehmern

Nach den Einzelreferaten von Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut (Forschungsleiterin des SIF), Felix Buschor (Bereichsleiter Service Center, Mitglied der Geschäftsleitung St. Galler Kantonalbank) und Laura Meyer (Head of Digital Distribution, UBS Switzerland AG) wurde das Thema in einer gehaltvollen Paneldiskussion unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Koye mit berufspraktischen Erfahrungen der Teilnehmenden verzahnt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Apero, der den Rahmen für rege Diskussionen und lebhaften Austausch bildete.

Viele Kunden kennen Bankangebote gar nicht

Stefanie Auge-Dickhut präsentierte zur thematischen Einführung die Resultate einer noch nicht publizierten Studie des SIF zum Thema ‚Digitalisierung von Schweizer Banken aus Kundensicht‘. Diese untersuchte den Umgang der Kunden mit den bisherigen digitalen Bankangeboten. Es zeigte sich, dass zwar viele Kunden im Allgemeinen um die Existenz bestimmter Angebote wissen, nicht aber ob ihre Bank diese auch führt. Laut der Studie könnten deshalb folgende Massnahmen noch wesentliche Potenziale der Digitalisierung erschliessen:

  • eine allgemein verbesserte Aufklärung der Kunden über mögliche digitale Bankprodukte
  • eine verbesserte Aufklärung der Bankkunden zum jeweiligen digitalen Angebot ihrer Bank
  • eine verbesserte Analyse der Präferenzen der Kunden hinsichtlich Angebot und Angebotsdesign

Die Differenz der Nutzungsintensität zwischen Social Media Plattformen und digitaler Bankangebote kann den Banken einerseits Hinweise geben, wie sie ihre digitalen Angebote optimieren können. Auf der anderen Seite – vor allem auch im Hinblick auf die laufende dritte Welle der Digitalisierung im Bankenumfeld, der Schaffung von Technologieplattformen - zeigt sich aber auch das mögliche Bedrohungspotential für Banken als Unternehmen, sollte einer der grossen Internetkonzerne konsequent Finanzdienstleistungen anbieten.

Stefanie-Auge-und-Felix-Buschor

Bild: Felix Buschor, Bereichsleiter Service Center, Mitglied der Geschäftsleitung St. Galler Kantonalbank und Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut, Forschungsleiterin des Schweizerischen Instituts für Finanzausbildung (SIF) der Kalaidos Fachhochschule

Fast Follower – Lieblingsrolle für Schweizer Banken

Felix Buschor schilderte in seinem Referat die Entwicklung der digitalen Strategie der St. Galler Kantonalbank. Seinen Worten nach sind die Kunden „immer flüchtiger“ und zunehmend bereit, rascher die Bank zu wechseln. Für die St. Galler Kantonalbank geht es bei ihrer digitalen Strategie vor allem um drei Ziele:

  • Wachstum: Stärkung der Position im eigenen Marktgebiet und nicht, wie andere Kantonalbanken, dadurch ausserhalb des angestammten Marktgebietes wachsen.
  • Innovation: Neue innovative Produkte stehen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Zentral ist es als „Fast Follower“ potenziell gute neue Anwendungen rasch für die eigenen Kunden zugänglich zu machen, um diesen kein Wechselargument zu geben.
  • Transformation: Buschor betrachtet die time to market als zentrale Grösse im digitalen Banking. Man müsse unbedingt sehr umsetzungsstark und schnell sein, wenn ein neuer Trend aufkomme

Lesen Sie im zweiten Teil unseres Konferenzberichts, worin für Buschor der wesentliche Beitrag des Digital Banking für die Branche besteht. Ausserdem erfahren Sie, wie die UBS mit der Digitalisierung umgeht

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Digital Banking – das ist auch der Titel eines innovativen Studiengangs am Schweizerischen Institut für Finanzausbildung (SIF) der Kalaidos Fachhochschule. Der CAS Digital Banking vermittelt Ihnen das Wissen und die Kompetenzen, um Digitalisierungsstrategien und -projekte nachhaltig erfolgreich zu implementieren. Lernen Sie mit und von einer interdisziplinären Expertengruppe aus Banken, FinTechs und spezialisierten IT-Firmen. 

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