Accounting und Controlling

Steuerliche Auswirkungen von FABI auf Berufskosten von Unselbständigerwerbenden

31. August 2015

Mit der Annahme der Vorlage FABI (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur) am 09. Februar 2014 hat das Schweizer Stimmvolk unter anderem einer Beschränkung der Fahrtkostenabzüge bei der direkten Bundessteuer zugestimmt. So werden ab 2016 maximal CHF 3.000 an Fahrtkosten zum Abzug zugelassen. Der Grund liegt in einer „Opfersymmetrie“ zwischen öffentlicher Hand (Mehrsubventionen) und den Pendlern (Erhöhung steuerbares Einkommen). Den Kantonen steht es frei, für die Staats- und Gemeindesteuern die Abzugsfähigkeit ebenfalls zu beschränken. Dies wird, wie in den Kantonen üblich, unterschiedlich gehandhabt.

Nun hat sich bei findigen Steuerbehörden ein Problem aufgetan. So hat man nämlich festgestellt, dass Unselbständige mit einem Geschäftsfahrzeug, welches auch dem Arbeitsweg dient, nicht unter die Beschränkung fallen, da solche Personen gar keinen Fahrtkostenabzug geltend machen können. Dieser ist zwar im Privatanteil von 9,6 Prozent des Kaufpreises für das Fahrzeug nicht inbegriffen. Im Rahmen der Verhandlungen zur Einführung des neuen Lohnausweises haben sich die Parteien auf die Praxis, den Arbeitsweg nicht zu besteuern geeinigt.

Die Steuerbehörden beabsichtigen nun aber die Einführung der folgenden Praxis. Soweit der Arbeitsweg kostenmässig die Pauschale von CHF 3.000 übersteigt, wird dem Arbeitnehmer die Differenz zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet. Beim Arbeitgeber erfolgt keine Aufrechnung.

Berechnungsbeispiel

Der Arbeitsweg mit dem Geschäftsfahrzeug beträgt 30 km. Bei täglich zwei Fahrten und einem Kilometerpreis von CHF 0,70 ergibt sich bei 220 Arbeitstagen folgende Berechnung:

30 km * 2 * 0,70 * 220 CHF 9.240
Zulässige Arbeitswegpauschale CHF -3.000
Hinzurechnung zum Einkommen CHF 6.240

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Zusätzlich ist der Privatanteil von 9,6 Prozent vom Kaufpreis des Fahrzeugs dem Mitarbeiter zu belasten oder aufzurechnen. Es ist zu fürchten, dass es mit den Steuerbehörden künftig zu Streitereien bei der Aufrechnung von Arbeitswegabzügen kommen dürfte. Einer gerichtlichen Überprüfung dürfte die Aufrechnung allerdings vermutlich standhalten. Nötigenfalls müsste dann der Gesetzgeber eingreifen.

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