HR und Leadership

Meine Hindernisse: „Ja, aber“

17. Juni 2015

„Ja, aber!“ Kennen Sie das nicht? Mich bringt das auf die Palme. Da mache ich jemandem einen guten Vorschlag und was entgegnet der darauf: „Ja, aber da kann ich nicht, …das will ich nicht, …das geht da nicht, weil… usw.“! Und nun höre ich eine stundenlange Begründung, weshalb etwas nicht geht.
Was spüre ich: Widerstand gegen meine so toll vorgebrachte Idee.
Genau so erging es mir damals als ich nach dem Joggen nach Hause kam und freudestrahlend meinem Mann von meiner Vision eines gemeinsamen Lebens-, Freizeit- und Arbeitskonzeptes in einem Haus erzählte (siehe Einladung zum Träumen: Welchen Weg will ich gehen).
„Viel zu teuer!“, sagte er: „Das können wir uns nie leisten!“
Daher habe ich diese Vision auch dato ad acta gelegt und mich verrückterweise erst jetzt, 8 Jahre später, wieder daran erinnert.
Wenn wir ein Vorhaben haben, eine Idee, eine Vision oder ein Ziel, sind wir womöglich im ersten Moment begeistert, oft scheitert es dann aber an der Umsetzung. Wir stehen uns selbst im Weg und springen nicht „über den Rubikon“.
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Bild: Wenn man einmal den Rubikon überquert hat, d. h. fest davon überzeugt ist etwas zu tun, wird man es auch tun. Aus dieser Idee ist der Rubikon-Würfel entstanden. Bildquelle und weitere Informationen auf Sportsscience.de.

Was lehrt mich nun das Rubikon Modell?

Oft schaffe ich es einen Weg einzuschlagen und mit meiner Vision zu starten. Am Anfang bin ich hoch motiviert und tue alles, um mein Ziel zu erreichen.
Dann nach einer ersten Phase der Euphorie kommt meist die Ernüchterung und das „ja, aber“, wie z. B.

  • „Ja, aber, warum mache ich das eigentlich?“ oder
  • „Ja, aber, will ich das denn überhaupt weiter verfolgen?“ oder
  • „Ja, aber bringt mir das denn etwas?“

Nur wenn wir ein Motiv haben, auf dessen Weg wir schon Freude, Erfolg, Genuss und Erfolgserlebnisse haben, werden wir unser Ziel weiter verfolgen. Nur wenn wir intrinsisch (d. h. aus unserem inneren Bedürfnis heraus) motiviert sind, fällt uns es leicht den Weg zum Ziel weiter zu verfolgen und nach der Überquerung des Rubikon weiter unser Ziel zu verfolgen.
Beispiel:
Mein Ziel offene, kleine und feine Exclusivseminare anzubieten, erreiche ich leichter, wenn mir der Weg dahin Freude, Erfolg und Genuss bereitet. Die Dinge, die mich bei jedem meiner Schritte bestärken und mir Genuss auf dem Weg zum Ziel geben sind zum Beispiel:

  • Mich mit anderen Menschen über meine Idee austauschen (und die Bestätigung, dass dies eine gute Idee ist), oder
  • das „Gärenlassen einer Seminaridee“

Um unsere Idee vom Anfang nochmals aufzugreifen: Bei den Gedanken des „Ja, aber“ stellt sich die Frage:

  • „Was hindert mich eigentlich daran, meine Visionen umzusetzen?“
  • “Wer hindert mich daran?“.

Meist, doch nur ich mich selbst, oder?
Oft stecken hinter dem „sich selbst Hindern“ Ängste, denen wir uns nicht bewusst sind. Das kann z. B. Angst vor Misserfolg, Scheitern, Zurückweisung oder Kritik sein, aber auch Redeangst, Prüfungsangst, Angst hässlich zu sein usw. Die Ursachen sind vielerlei und die können nur Sie selbst entdecken. Diese negativen Gedanken merken wir oft sogar gar nicht im Alltag, wir fühlen uns einfach nur schlecht oder wundern uns, weshalb wir ein Projekt, obgleich wir zu Beginn so begeistert waren, wieder aufgegeben haben.
Bei mir war es die Idee eines Familien- und Seminarhauses, in dem wir Beruf, Leidenschaften, Hobbies und Familie verbinden können.
Wenn Ihnen dieser gleiche Mechanismus des „sich selbst Hinderns“ öfter passiert, so gibt es eine gute Möglichkeit, sich selbst auf die Schliche zu kommen mit der ABC-Technik.
Beobachten Sie sich selbst und schreiben Sie doch einmal ihre Ideen zu dem Thema in der ABC-Technik der Gefühle auf und zwar folgendermassen:

A.-.Die.Situation................... In welcher Situation waren Sie? Was ist passiert? Wer war zugegen? Was haben Sie gesehen, gehört und wahrgenommen?
B - Die Bewertung und
meine Gedanken
Wie haben Sie das Ereignis/ die Situation bewertet? Positiv, negativ oder neutral? Was bedeutet diese Bewertung für Sie?
C - Meine Gefühle Was haben Sie in dieser Situation im Köper gefühlt, gespürt? Was haben Sie gemacht?

.
Wenn Sie sich nun häufiger beobachten, so werden Sie vielleicht ähnliche Verhaltensweisen und Muster entdecken.
Wie man diese Muster durchbrechen kann, werde ich in einem meiner nächsten Blogs erklären.
Nun aber viel Spass beim „Entdecken von sich selbst“ und beim „Schritt über den Rubikon“!
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