Banking und Finance

Insight Heinz Schweizerhof: Heinz, Du musst zur Bank

11. Mai 2015

50203_Heinz SchweizerhofWie lautet Deine Job Description?

Ich bin seit 1.1.2015 Schulleiter Deutschschweiz der AKAD Höhere Fachschule Banking und Finance. Als solcher verantworte ich das Lehrangebot an insgesamt sechs Standorten.

Welche hauptsächlichen Aufgaben gehören zu Deiner täglichen Arbeit?

Ich überblicke mehrere Bereiche. Zum einen natürlich die täglichen Abläufe und Organisationsprozesse. Dort schaue ich, dass sie laufen und optimiere wo es möglich ist. Dabei werde ich von einem engagierten Team tatkräftig unterstützt. Ferner bin ich das Bindeglied zu den Studierenden und Dozierenden. Ich kümmere mich um die Rekrutierung der Dozenten und stelle sicher, dass sie den Anforderungen entsprechen. Ebenso führe ich Beratungsgespräche mit Studierenden.

Was hast Du beruflich vorher gemacht?

Vorher und auch weiterhin bin ich in meiner eigenen Firma, der Schweizerhof Finanz- und Anlageberatung, tätig. Diese habe ich 2006 im Zürcher Oberland gegründet. Heute delegiere ich die meisten Aufgaben in diesem Unternehmen allerdings an Mitarbeitende. Ferner bin ich im Verwaltungsrat eines Genfer Unternehmens, welches mit Kunstdünger handelt. Ausserdem unterrichte ich aktiv an der AKAD HFBF wie auch der Kalaidos Fachhochschule.

Welche Ziele verbindest Du mit der neuen Stelle?

Ich habe das Angebot die Schulleitung zu übernehmen sehr gern angenommen. Es war für mich eine ungeplante Gelegenheit, beruflich nochmals Neuland zu betreten. Mich hat auch genau diese Funktion interessiert. Ich schätze meine Rolle als Drehscheibe für die Interaktion zwischen Studierenden, Personal und Standorten. Dabei ist mir die Begegnung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe wichtig.

Hast Du Dir Deinen beruflichen Werdegang von Anfang an so vorgestellt?

Überhaupt nicht. Mit Ende 20 war ich der Meinung, dass ich in irgendeiner Weise wohl immer bei der Vermögensverwaltung bleibe. Allerdings hatte ich dann 2005 ein Schlüsselerlebnis, als ich bei der Kalaidos Fachhochschule erstmals ein kleines Unterrichtspensum übernahm. Das gefiel mir so gut, dass ich mein Pensum stetig vergrösserte und auf immer mehr Fächer ausweitete.

Was ist ein guter Tag bei der Arbeit für Dich?

Ein guter Arbeitstag hat viele Facetten. Er beinhaltet bereichernde Interaktionen mit Dozierenden und Studierenden aber auch wenn ich das Gefühl habe, administrativ wirklich produktiv zu sein und sich bis zum Abend meine Pendenzen merklich reduziert haben.

Von welcher Ausbildung hast Du bis heute am meisten profitiert?

Ich habe zunächst eine Banklehre gemacht, dann den Betriebsökonom FH (Vollzeitstudium) sowie den Chartered Financial Analyst CFA, eine Ausbildung zum Erwachsenenausbildner und jetzt gerade den Dozent HF im Nebenberuf. Am meisten habe ich von meinem FH-Abschluss profitiert, die härteste Ausbildung war der CFA. Auf dieser Basis konnte ich dann viele Stunden autodidaktischer Weiterbildung aufsetzen, so dass ich heute Materie unterrichte, die über meinem eigenen Studienniveau liegt.

Welche spezifische Weiterbildung ist für Deinen Job besonders wichtig gewesen?

Ich denke, man muss für gewisse Karriereschritte einen akademischen Titel aufweisen. Diese Karriereschritte ermöglichten es dann auch u.a. im Finanzbereich die nötigen Erfahrungen zu sammeln, die ich als Voraussetzung und hilfreich für die Funktion als Schulleiter einschätze.

Was war Dein Traumberuf als Kind?

Damals wollte ich Elektriker werden. Handwerkliche Arbeit hat mich immer interessiert. Allerdings gab es schon früh Hinweise, dass Zahlen meine Freunde sind: Ich habe mit meinem Taschengeld schon früh die einfache Buchführung gemacht. Kaufbelege für Kaugummi und anderes habe ich nummeriert und gesammelt, fehlende Belege selber geschrieben. Der Berufsberater hat mir dann gesagt: „Heinz, du musst zur Bank“. So kam es dann ja auch und ich ging zur SBG nach Zürich.

Aus welchem Misserfolg hast Du am meisten gelernt?

Die ersten zwei Jahre der CFA-Ausbildung habe ich mit sehr guten Prüfungen abgeschlossen. Im dritten Jahr bin ich dann trotz noch besserer Vorbereitung durchgefallen. Das hat mich wirklich hart getroffen, da ich das nicht gewohnt war und auch nicht damit gerechnet hatte. Die Enttäuschung war sehr gross, da meine Familie (2 Kinder) aufgrund der schulischen und beruflichen Belastung während Jahren oft auf mich verzichten musste. Ich wollte fast alles hinschmeissen. Ich habe dann nach einiger Zeit einen erfolgreichen Absolventen gefragt, wie er den fraglichen Prüfungsteil gelöst habe. Da merkte ich, dass meine Antworten zwar richtig gewesen waren, ich den Lösungsweg (Begründungen) jedoch nicht angegeben hatte. Dafür erhielt ich dann null Punkte. Im zweiten Anlauf lief dann alles rund. Dieser Misserfolg liefert mir dann auch immer wieder Argumente, Studierende zu motivieren, auch bei Niederlagen wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Welchen Rat würdest Du Deinem jüngeren Selbst heute geben?

Ich würde mir sagen, dass es gut war so zu handeln wie ich es getan habe, mit allen guten und schlechten Seiten. Vielleicht war ich manchmal etwas zu verbissen in meine Ziele. Meine Frau würde sicher sagen, ich soll es etwas lockerer nehmen.
Wir danken Heinz Schweizerhof für das Interview!

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