HR und Leadership

Money makes the world go round – oder doch nicht? Was Mitarbeitende antreibt Teil 2/2

27. April 2015

Ausgehend von der Feststellung, dass Mitarbeiter nicht ausschliesslich über finanzielle Aspekte zu gewinnen, zu halten und zu motivieren sind (siehe Money makes the world go round – oder doch nicht? Was Mitarbeitende antreibt Teil 1/2), stellt sich die Frage, wie ein sich daraus abzuleitendes Total Reward Management zu gestalten ist.

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Bild: Total Reward Management. Quelle: eigene Darstellung.

Total Reward Management meint die Summe aller Elemente, die als Gegenleistung für Erfahrung, Wissen, Fähigkeiten und Kreativität der Mitarbeitenden (also alles an Kompetenzen, Leistung und Zeit, was Mitarbeitende in den Dienst einer Unternehmung stellen) ausgewiesen werden. Es umfasst somit weit mehr als Salär (im Sinne von Fixlohn und variablen Anteilen). Es umfasst vielmehr auch Benefits oder sonstige Angebote wie Entwicklungsmöglichkeiten und unternehmenskulturspezifische Komponenten welche das Arbeitsumfeld beeinflussen. Dazu gehören klassischerweise Aspekte aus dem Bereich Work-Life-Balance, Anerkennung und Wertschätzung, das Arbeitsumfeld und der Arbeitsinhalt. Diese Elemente werden als die Non-Cash-Reward Elemente oder die Non-financial Rewards bezeichnet.

Eine Total Reward Management Philosophie muss massgeschneidert auf die Bedürfnisse der Unternehmung sein, weil jede Unternehmung in einem anderen Umfeld mit unterschiedlichen Einfluss- und Wirkfaktoren agiert und für sich auch eine individuelle Positionierung in dieser Fragestellung finden muss, um einen starken Employer Brand aufbauen zu können.

Als Ausgangslage sollte sich eine Unternehmung folgende 5 Fragen stellen:

  1. Was soll mit einer Total Reward Strategie erreicht werden?
  • Ist es die Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern?
  • Sollen Personalkosten gesenkt werden?
  • Soll ein spezifisches Mitarbeitersegment explizit angesprochen werden?
  • Sollen die Entlohnungsstrategie individueller gestaltet werden?
  1. Welche Mitarbeitenden will die Unternehmung gewinnen und halten?
  • Nicht jede Mitarbeiterkategorie (bezüglich fachlichen Voraussetzungen, aber auch hinsichtlich demographischer Merkmale oder Werthaltungen) sind für alle Unternehmen gleichermassen interessant.
  • Was sind die Bedürfnisse der entsprechenden Mitarbeiterkategorien und wie einfach bzw. schwierig ist es, die entsprechenden Personen zu finden und zu halten?
  1. Was ist die Entlöhnungsphilosophie der Unternehmung?
  • Positioniert sie ihre Grundgehälter am Markt bzw. ober- oder unterhalb und wenn ja, weshalb?
  • Was sind die beeinflussenden Faktoren (wie z. B.Branche mit hoher Wertschöpfung oder grossem Margendruck oderAttraktivität der Branche?
  1. Auf welche Bereiche der Non-Cash-Rewards soll fokussiert werden?
  • Mit welchen Mitteln und zu welchen Kosten?
  • Was passt zur Unternehmenskultur, stärkt allenfalls sogar unternehmenskritische Aspekte wiez. B. kontinuierliches Lernen in einem sehr wissensintensiven Umfeld?
  1. Wie sieht die Gesamtkostenrechnung aus?
  • Was sind die Investitionskosten (z. B. Weiterbildungskosten)?
  • Was ist der Return on Investment (z. B. durch besser ausgebildete und motiviertere Mitarbeitende)?
  • Wo können Kosten gesenkt werden (z. B. Reduktion von Rekrutierungskosten oder Absenzenreduktion)?
  • Und welche Aufwendungen können allenfalls sogar ersetzt werden (z. B im Bereich der Mitarbeiterbindung)?

 

Die spezifische Ausgestaltung des Total Reward Systems kann nur innerhalb der Branche bzw. der Unternehmung durch gezielte Analyse und Befragung gemacht werden. Es ist deshalb unabdingbar, eine auf die Unternehmung massgeschneiderte Total Reward Strategie zu entwickeln. Nicht zuletzt auch, da sie zum differenzierenden Faktor auf dem Arbeitsmarkt werden kann.

Bei all dem gilt es aber auch nicht zu vergessen, dass Cash objektiv sicht- und messbar ist, Non-Cash Rewards hingegen nur bedingt. Sie können von bestehenden Mitarbeitenden unterschiedlich beurteilt werden, bzw. sind für zukünftige Mitarbeitende in erster Linie ein Versprechen, das es einzulösen gilt.

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