Banking und Finance

Fintech-Startups: Innovativ, digital und nah am Kunden

01. April 2015

„Focusing on one thing and doing it really, really well can get you very far.“
Kevin Systrom, Instagram

Die Schweiz ist das Epizentrum der Finanzwirtschaft. Schweizer Banken und Versicherungen genießen weltweit einen guten Ruf - dabei agieren sie oft zu bodenständig und wagen selten etwas Neues; jeder kocht sein eigenes Süppchen, gemeinsame Interessen werden nicht verfolgt. Doch auch die Finanzbranche wird mehr und mehr von der Digitalisierung erfasst - die Chance für unser Netzwerk der Swiss Finance Startups.

Wir sehen uns als Treiber, Innovationsträger und Mittler für den europäischen Finanzmarkt und die ihn bestimmenden Akteure. Im vergangenen Jahr haben sich mehrere Schweizer Fintech-Startups zusammen gefunden, um das Netzwerk zu gründen. Uns eint dabei eine Vision: Wir wollen die Schweiz gründerfreundlicher machen und uns gemeinsam mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wir wissen natürlich, dass Startups den Banken und Versicherungen nur schwerlich Konkurrenz in ihrem Kerngeschäft machen werden. Vielmehr wollen wir uns als Mittler zwischen Old- und New-Economy etablieren und die Bereiche Kommunikation und Vertrieb revolutionieren. Dabei profitieren wir davon, deutlich schneller, agiler, innovativer und vor allem digitaler als Grossunternehmen zu sein. Das macht uns nicht nur transparenter, sondern sorgt auch für mehr Nähe zum Verbraucher. Startups haben die Fähigkeit, leichter auf Bedürfnisse, Sorgen und Wünsche ihrer Kunden einzugehen.

Genau darum geht es uns auch bei Knip. Gemeinsam mit Dennis Just habe ich das Unternehmen im September 2013 gegründet. Der Antrieb war die eigene Verzweiflung mit Versicherungen und der Flut an Angeboten. Knip ist ein digitaler Versicherungsmanager und ermöglicht seinen Nutzern eine leicht verständliche Übersicht und Analyse bestehender Versicherungen, Tarife und Leistungen. Zudem erlaubt die App das komplette Management der Versicherungen: Wechsel, Kündigung oder Neuabschluss können papierlos über Knip vorgenommen werden. Dabei erkennt die App automatisch individuelle Sparpotenziale und Möglichkeiten zur Optimierung der Versicherungsleistungen. Sie unterscheidet sich somit auch von gängigen Vergleichsportalen, die zwar auf den Preis optimieren, nicht jedoch Versicherungsleistung und Sinnhaftigkeit prüfen.

Wir sind bei der Schweizer Finanzaufsicht (FINMA) als Broker registriert und haben so die Möglichkeit, mittels Kundenmandat alle Schweizer Versicherungen anzusprechen - wir kooperieren mit insgesamt 70 Versicherungshäusern. Dabei mussten wir nicht einmal harte Überzeugungsarbeit leisten. Die Versicherungsgesellschaften profitieren von unserem Know-How im digitalen Bereich und haben uns schnell als Partner auf Augenhöhe anerkannt.

Wir merken also, dass die Digitalisierung auch in der Versicherungsbranche angekommen ist. Unsere App ist gefragt und die Zahl der Nutzer wächst rasant. In naher Zukunft wollen wir unseren Marktanteil in der Schweiz noch deutlich steigern. Derzeit verwalten wir bereits etwa 9000 Policen mit einem Volumen von mehr als 4 Mio. Franken. Im Laufe des Jahres werden auch Versicherte aus Deutschland die Möglichkeit haben, Knip herunterzuladen und zu nutzen.

Die Erfahrung sowohl mit Swiss Finance Startups wie auch mit Knip zeigt, dass man ein klares Ziel verfolgen und einen Mehrwert bieten muss, um die Menschen für sich zu gewinnen. Ich bin daher überzeugt, dass die Schweizer Fintech-Startups ihren “grossen Müttern und Vätern” folgen können.

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