Accounting und Controlling

IFRS-Update: IAS 7 Kapitalfluss - IAS 1 Abschluss - IFRS 10 Konzernrechnung

11. März 2015

Mitten in der "busy season" für Abschlussersteller und Prüfer ist auch das IASB nicht untätig.
Im IFRS Bulletin 9/2014 wurde ein Vernehmlassungsentwurf zu geplanten Präzisierungen von IFRS 10 Konzernabschlüsse erläutert. Diese betreffen Anwendungsfälle der Sonderregelungen für Investmentgesellschaften. So wurde u.a. vorgeschlagen, dass auch eine Zwischenholding, deren Muttergesellschaft eine Investmentgesellschaft ist, auf das Erstellen einer eigenen (Sub-) Konzernrechnung verzichten kann. Wie im IFRS Bulletin 1/2015 zusammengefasst, wurden diese Anpassungen nun definitiv verabschiedet und treten für Berichtsperioden ab 1. Januar 2016 in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist erlaubt.
Im Dezember 2014 hat das IASB im Rahmen der "Disclosure initiative" Anpassungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses verabschiedet. Im Wesentlichen wurden Präzisierungen und Ergänzungen von bereits bestehenden Prinzipien und Regeln vorgenommen (z.B. bezüglich der Aggregation von Positionen in Bilanz und Gesamtergebnisrechnung sowie der Definition von Wesentlichkeit).
Neu müssen auch die sonstigen Ergebnisse aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode erfasst sind, gesplittet werden, und zwar in Elemente, die über die Erfolgsrechnung rezykliert werden können, und in solche, welche immer im Eigenkapital verbleiben. Die Anpassungen treten für Berichtsperioden ab dem 1. Januar 2016 in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist erlaubt. Weitere Details sind im IFRS Bulletin 02/2015 dargelegt. Der dazugehörige Vernehmlassungsentwurf wurde bereits im IFRS Bulletin 03/2014 vorgestellt.
Das IFRS Bulletin 03/2015 fasst einen weiteren Vernehmlassungsentwurf im Rahmen der "Disclosure initivative" des IASB vor. Im Fokus steht diesmal die Geldflussrechnung (IAS 7 Kapitalflussrechnungen). Die Vorschläge sehen vor, dass künftig zusätzliche Angaben zur Bestandesveränderung jener Bilanzpositionen gemacht werden sollen, bei denen Geldflüsse üblicherweise als Teil der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen werden (z.B. Darlehen oder Leasingverbindlichkeiten). Weiter sollen zusätzliche Angaben zu Restriktionen gemacht werden müssen, welche die Gesellschaft bei ihren Entscheiden betreffend der Verwendung von flüssigen Mitteln beeinflussen könnten (z.B. steuerliche Folgen bei einer Repatriierung von Geldern).
Die Rolle des IFRS Interpretations Committee ist es, massgebliche Interpretationen von IFRS Standards zu publizieren. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn die Standards selber in der Praxis entweder widersprüchlich interpretiert werden oder die praktische Anwendung als unbefriedigend wahrgenommen wird. Dabei werden dem Komitee seitens der Anwender, Regulatoren, Prüfer usw. Fragestellungen unterbreitet. Das Komitee entscheidet dann in einem ersten Schritt, ob es sich dieser Frage annehmen soll. Falls nicht, wird dies unter Angabe der Gründe publiziert. Diese "Agenda rejections" enthalten regelmässig indirekte Interpretationen, welche an sich nicht Teil des verbindlichen Regelwerks des IASB darstellen, welche in der IFRS Praxis aber gerade auch von Aufsichtsbehörden beachtet werden. Das IFRS Bulletin 04/2015 fasst diejenigen Fragestellungen zusammen, bei welchen das Interpretations Committee entschieden hat, diese nicht auf seine Agenda für das Januar 2015 Meeting zu nehmen (für das November 2014 Meeting siehe IFRS Bulletin 27/2014).
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Co-Autor
Rene-KruegelRené Krügel ist Partner bei BDO in Luzern und verantwortlich für Prüf- und Beratungsmandate von KMUs mit vornehmlich internationaler Ausrichtung. Als Leiter des Kompetenzzentrums für internationale Rechnungslegung ist er innerhalb der BDO AG Schweiz insbesondere für Konsultationen und Schulungen im Bereich International Financial Reporting Standards (IFRS) zuständig. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Prüfung und Rechnungslegung. Kontakt: rene.kruegel@bdo.ch

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