HR und Leadership

Burnout-Prävention Teil 2/2: Ansätze für Unternehmen, Führung und Betroffene

15. Dezember 2014

Im kürzlich erschienen ersten Teil des Beitrags (Burnout-Prävention Teil 1/2: Erkennen der Hintergründe und Befähigung der Führung) kamen die Ursachen und Handlungsmöglichkeiten bei Burnout zur Sprache. Erfolgreiche Unternehmen handeln bzw. reagieren nicht nur beim Auftreten von Burnout kompetent. Sie handeln darüber hinaus vorausschauend, indem sie dafür sorgen, dass Führungskräfte im Umgang mit Burnout sensibilisiert und ausgebildet sind. Welche konkreten Ansätze helfen, Burnout keine Chance mehr zu geben?

Checkliste: 19 Möglichkeiten zur Burnout-Prävention

Die Identifikation der Risikofaktoren kann anhand folgender Ansatzpunkte erfolgen:

1. Burnout, Erschöpfung und psychische Belastung enttabuisieren und als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements integrieren
2. Beziehungsqualität in der Firma leben wie Fairness und persönliche Wertschätzung
3. Angenehme Arbeitsumgebung sicherstellen (Lärm, Licht, Geruch, usw.)
4. Individuelle Belastungsgrenzen der einzelnen Mitarbeiter kennen
5. Einbezug der Mitarbeitenden bei der Gestaltung der Arbeitsabläufe und ihr Innovationspotential nutzen
6. Realistische Zielsetzungen vorgeben
7. Flexible sozialverträgliche und familienfreundliche Arbeitszeitenregelung, Mehrarbeit beschränken: Ist sie wirklich notwendig?
8. Arbeitsorganisation und Zuständigkeiten prüfen und nötigenfalls anpassen
9. Freiräume gewähren, Selbstbestimmung zulassen
10. Erreichbarkeit der Mitarbeitenden einschränken, z. B. indem die Zugänge zu den Mailservern usw. zeitlich limitiert sind
11. Arbeitszeiten flexibel, sozialverträglich und familienfreundlich gestalten
12. Mitarbeitende anhand ihrer Qualifikationen und ihres Könnens einsetzen
13. Perspektiven für die persönliche Entwicklung der Arbeitnehmer aufzeigen
14. Information und Schulung zur Gesundheitsförderung (Fitness, Coaching, Zeitmanagement, Stressbewältigung, soziale Kompetenz, Aufbau von Selbstfürsorge und Selbstkompetenz)
15. Ein Betriebsklima schaffen mit Platz für Spass und Humor
16. Wenn Mitarbeitende „schwierig“ werden, das Gespräch suchen, hinsehen und hinhören, die Aussagen ernst nehmen und handeln
17. Vorgesetzte, die als „gute Vorbilder“ agieren
18. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Unternehmenswerte gelebt werden, z. B. mit regelmässigen Aktionen, die die Werte ins Bewusstsein rufen und sie aktiv anwenden oder mittels regelmässiger Einbindung in Meetings, Mitarbeiterinformationen und Führungsinstrumenten wie Mitarbeiterqualifikationsgespräche
19.... Explizite Mitarbeiterbefragungen durchführen, auswerten und Massnahmen ergreifen

 

Checkliste: 17 Möglichkeiten für die persönliche Prävention

Als unterstützend gelten folgende Verhaltensweisen:

1. Achtsam mit sich und seinen Lebensträumen umgehen
2. Durch sein Denken den Erfolg generieren
3. An sich glauben und immer ganz sich selbst sein
4. Alles Negative im Leben sofort loslassen
5. Prioritäten setzen, Alltag strukturieren (Kalender nur mit Nützlichem und Positivem füllen), Zeitmanagement, Nein sagen
6. Eigenes Verhalten und Empfindungen hinterfragen
7. Seiner wirklichen Ziele bewusst sein, realistische Ziele setzen und Erwartungen haben
8. Sich mit gutem Gefühl Entspannungsphasen gönnen
9. Selbstkompetenzen aufbauen und alle Lebensbereiche in der für einen optimalen Balance halten
10. Konzentration auf eine Aufgabe, zur Stressvermeidung weniger Multitasking
11. Ausgleich im privaten Bereich mit Familie, Freunden, Sport schaffen
12. Keine dauernde Erreichbarkeit
13. Sich Ruhe verordnen, in der Stille liegt die Kraft
14. Negative Selbstdialoge (z. B. sich abwerten, verurteilen, Pessimismus)   als Energiefresser ausschalten und dafür den Geist disziplinieren und den Fokus im Aussen halten
15. Lebens- und Karriereplanung, Weiterentwicklung angehen
16. Probleme ansprechen, Hilfe suchen
17.... Authentisch und überzeugt kommunizieren

 

Win Win für Unternehmen und Mitarbeitende

Ein aktiver Beitrag für sich persönlich und/oder Ihr Unternehmen lohnt sich. Sie gewinnen mehr Lebensqualität und eine produktivere Belegschaft. Frühzeitiges Erkennen der Situation schafft Vertrauen und verhindert Langzeitausfälle und im schlimmsten Fall Know-how Verlust. Selbstkompetente Mitarbeitende handeln, bevor es zu spät ist. Wenn Sie Burnout nicht nur als Krise, sondern auch als Chance wahrnehmen, kann die gewonnene Energie zur Lösung führen. Meiden Sie die Burnoutfalle, sensibilisieren Sie Ihre Führungskräfte und Mitarbeitenden und bieten Sie entsprechende Unterstützung und Schulungen an.
Ziel ist, dass Ihre Mitarbeitenden Erlerntes in die Praxis transferieren und kompetent umsetzen, gesund den Anforderungen gewachsen sind, Ihre Absenzen sinken und das Betriebsklima sich verbessert: Eine Investition in die Zukunft.
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Möchten Sie mehr erfahren, was Sie für sich präventiv tun können?
Am 10. Januar 2015 oder am 7./8.

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