Banking und Finance

Social Media Monitoring und die Finanzbrache: Wie Banken ihren Ruf im Internet im Auge behalten Teil 1/2

10. September 2014

Social Media- und andere Online-Auftritte sind ein essentieller Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Daher ist es für Unternehmen wichtig zu wissen, was im Netz über sie gesagt wird. Selbst in traditionell eher konservativ geprägten Branchen wie der Banken- und Finanzindustrie ist der genaue Blick auf den Ruf des Unternehmens von zentraler Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel für die Bedeutung dieses „Monitorings“ ist BNP Paribas. Der französischen Grossbank wurde von US-Behörden eine Rekordstrafe in Höhe von fast 9 Milliarden US-Dollar auferlegt, weil sie zwischen 2002 und 2009 insgeheim Dollar-Transkationen mit Kuba, Iran und Sudan vornahm.
Wir werfen einen genaueren Blick darauf, wie sich das Ereignis auf die Reputation des Bankriesen auswirkt.

Anstieg bei den Suchergebnissen

 

BNP Paribas mit den US-Behörden bereits seit einiger Zeit über die Höhe der Strafe verhandelt; zeitweise kursierten Gerüchte über eine Geldstrafe von bis zu 16 Milliarden Dollar. Anfang Juli 2014 kamen beide Parteien zu einer Übereinkunft. Als Details bekannt wurden, stieg auch das Interesse an BNP Paribas stark an, wie der Anstieg bei den Suchergebnissen zeigt. Der Grossteil des Buzz stammte aus Nachrichtenquellen und von Twitter; andere Plattformen wie Facebook zeigten kaum Reaktionen auf die Nachrichten.

Starker Anstieg des Buzz

 


Der Vergleich zwischen BNP Paribas und anderen grossen Banken zeigt, dass das französische Unternehmen in Sachen Reichweite und Engagement aktuell weit vor den Konkurrenten liegt. Allerdings sind hier nur die negativen Unterhaltungen gefiltert, die in der Regel eine weitaus höhere Sichtbarkeit besitzen als positive. In diesem Falle zeigt eine Filterung der Negativ-Schlagzeilen für BNP Paribas in den letzten 30 Tagen, dass die Performance bei negativen Unterhaltungen sechs Mal höher war als vor der Krise, während das Engagement sich verdreifachte. Die Erfahrung lehrt ausserdem, dass schlechte Nachrichten der Öffentlichkeit weitaus länger im Gedächtnis bleiben als positive Entwicklungen.

Sentiment schwankt insgesamt neutral und negativ

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Das Sentiment für die grösste Bank Frankreichs bewegt sich grossteils zwischen neutral und negativ. Während die negative Berichterstattung keine grosse Überraschung darstellt, verwundert auf den ersten Blick der hohe Anteil neutralen Sentiments. Ein Grund dafür ist möglichweise die durch die Geldstrafe angestossene Diskussion über die Behandlung ausländischer Banken durch die US-Behörden, vor allem verglichen mit einheimischen Banken. Häufig taucht die Frage auf, ob die Geldstrafe überhaupt gerechtfertigt sei, da die BNP Paribas keine französischen oder europäischen Gesetze übertreten hatte. Hauptgrund für die Einmischung der Vereinigten Staaten war die Tatsache, dass die fraglichen Transaktionen in US-Dollar abgewickelt worden waren.

Unterschiede im Sentiment in Frankreich und den USA

 

Ein genauerer Blick auf die Sentiment-Analyse zeigt den grossen Unterschied zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich. Während für die USA mehr als die Hälfte des Sentiments in den Negativbereich geht, sind die Reaktionen in Frankreich eher neutral – vermutlich aufgrund der erwähnten Debatte über die Behandlung ausländischer Institutionen in den USA.

In Teil 2 über Social Media Monitoring für die Finanzbranche werfen wir einen genaueren Blick auf die Sentiment-Analyse.
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Dieser Beitrag ist auch im Finanzmarketing-Blog.de erschienen.

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