Banking und Finance

Asset Management 2020: Ein goldenes Jahrzehnt? Teil 2/6

11. August 2014

In den kommenden Jahren werden die weltweiten Vermögen stark steigen. Das grösste Wachstum findet abseits von Europa und den USA statt. Dort findet man aber weiterhin die grösste Vermögenskonzentration. Der Asset Management-Branche dürften deshalb goldene Zeiten bevorstehen. Mit diesem Szenario lässt sich der seit der Finanzkrise in der Industrie vorherrschende Pessimismus kontern.
Nach dem Krisendämpfer 2008/2009 wuchs das professionellen Asset Managern überantwortete Vermögen bis 2012 wieder auf 63,9 Billionen USD an. Laut der PwC-Studie „Asset Management 2020 – A Brave New World“ wird sich dieses Wachstum bis 2020 auf 101,7 Billionen USD fortsetzen. Dabei sollen sich sowohl das in Fonds gebündelte Vermögen wie auch die auf Mandatsbasis betreuten Volumina jeweils um rund die Hälfte erhöhen.
Der grösste Wachstumsfaktor ist dabei zunächst der prognostizierte weitere Vermögensanstieg in Südamerika, Asien, Afrika und dem Mittleren Osten („SAAAME“). Zwar wird in den nächsten Jahren nach wie vor die grösste Vermögenskonzentration in Europa und Amerika zu finden sein. Allerdings werden primär die SAAAME-Staaten zum erwarteten grossen Sprung beitragen.
 Die bedeutendsten Volumensteigerungen werden in diesem Wachstumsszenario von den Kundensegmenten Staatsfonds, Pensionsfonds und vermögenden sowie wohlhabenden Privatpersonen in der SAAAME-Region stammen. Daneben werden Strukturen zur generationenübergreifenden Vermögenstradition, welche im besonderen Masse Asset-Management-Dienstleistungen heranziehen, eine Rolle spielen.
Insbesondere der erwartete Zuwachs von mehr als einer Milliarde wohlhabender Menschen – wiederum primär in den SAAAME-Ländern (siehe Abb. 2) – wird grosse Chancen im professionellen Asset Management eröffnen. Dies, da diese Personen mit einem Vermögen von jeweils 100‘000 USD bis zu einer Million USD entweder direkt oder indirekt in das jeweilige Vorsorgesystem einzahlen und damit zu Asset-Management-Kunden werden.
 Eine Milliarde Menschen wird demnach – individuell oder gebündelt – Zugang zu Finanzprodukten und Vermögensspezialisten suchen, um ihren neugewonnenen Wohlstand fortwährend zu vermehren, oder insbesondere, um diesen Wohlstand aufs Alter hin zu sichern. Vor allem Letzteres wird die Grundlage für den erwarteten Anstieg von Pensionsfondsvolumina von aktuell 33,9 Billionen USD auf die prognostizierten 56,5 Billionen USD (siehe Abb. 3) bilden.
 Gleichzeitig wird erwartet, dass sich das von Staatsfonds verwaltete Vermögen von aktuell 5,2 Billionen USD auf prognostizierte 8,9 Billionen USD erhöht (siehe Abb. 4).
 Unabhängig davon, ob neue Volumina als institutionelle oder private Individualmandate oder in Fonds gekleidet ihren Weg in den Markt finden werden: In jedem Fall wird es Expertise und frühes Erkennen dieser Opportunitäten brauchen, um von diesen Entwicklungen zu profitieren.
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Die weltweit verwalteten Vermögen werden bis 2020 auf über 100 Bio. US-Dollar ansteigen. Die Vermögensverwaltung wird deshalb wichtiger. In mehreren Beiträgen für diese Blogsite beleuchten Experten von PwC Schweiz jeweils einen besonderen Aspekt, den diese Entwicklung mit sich bringen wird.
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