Banking und Finance

Graue Geschäfte rund um die Dividende Teil 2/3

21. Juli 2014

Weniger Steuern auf Wertpapiere zahlen, dass ist auch in der Schweiz beliebt. Eine Einführung in das Thema gab der erste Teil meines Posts (siehe Graue Geschäfte rund um die Dividende Teil 1/3). Hier geht es jetzt um den Schweizer Dividenden-Swap.

Beim Dividenden-Swap gibt es in der Regel nur zwei Parteien. Der Eigentümer der Aktien verkauft seine Papiere vor Dividendenabgang (cum) an seine Bank und gleichzeitig auf Termin (ex) zurück. Dabei ist dann die Bank zum Zeitpunkt des Dividendenabgangs die Eigentümerin der Papiere. Sie erhält die Dividende und die darauf entrichtete Verrechnungssteuer zurück und kann somit der Gegenpartei einen um ihre Dienste (Kommission) erhöhten Rückkaufpreis offerieren. Der Verkäufer umgeht den steuerpflichtigen Dividendenertrag. Bei ihm resultiert am Ende der Transaktionskette nur ein Kursgewinn.

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In der Praxis dürfte es noch viele anspruchsvollere Ausgestaltungen dieses Schemas geben. Mit einer nicht steuerpflichtigen Gegenpartei (z.B. Pensionskasse) kann das Modell weiter steuerlich optimiert werden. Auch kann der Swap durch entsprechende Optionsgeschäfte ersetzt werden. Damit wird die Natur des Gesamt-Geschäfts (Swap) nicht leicht erkennbar (ähnlich dem Cum-Ex-Geschäft).

Der Swap-Geber erspart sich den Verrechnungssteuer-Abzug, langwierige und administrativ aufwändige Rückforderungsanträge an gegebenenfalls ausländische Steuerbehörden (sofern Doppelbesteuerungsabkommen vorhanden) und er vermeidet bedingt oder nicht abzugsfähige Restquellensteuern.

Was für einen steuerbefreiten Kunden administrative Erleichterung und die Vermeidung von nicht rückforderbaren Steuern bedeutet, kann von einer steuerbaren Gegenpartei zur Steuerhinterziehung missbraucht werden. Die Schweizer Steuerpraxis geht so weit, dass bei Feststellung eines Umgehungsgeschäfts die EStV keine Verrechnungssteuer-Rückvergütung vornimmt und nach einer Betriebsprüfung bereits bezahlte Verrechnungssteuern von der Bank zurückfordern kann.

Im dritten Teil des Blogposts erläutere ich die in Deutschland gängige Variante des Dividenden-Strippings.

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