Banking und Finance

Graue Geschäfte rund um die Dividende Teil 1/3

11. Juli 2014

Rund um die Dividende sind in der Schweiz und Deutschland verschiedene Praktiken entstanden, die nur ein Ziel haben: Steuerliche Vorteile zu schaffen oder steuerliche Nachteile zu entschärfen. Allerdings sind diese Transaktionen in den vergangenen Jahren vermehrt ins Visier von Steuerbehörden geraten, weil sie dem Missbrauch durch Steuerhinterziehung Tür und Tor öffnen.

Da die involvierten Parteien – Banken, Finanzintermediäre und andere Grossinvestoren – kaum Auskünfte erteilen wollen und die Steuerbehörden in Europa ebenfalls eine sehr zurückhaltende Informationspolitik verfolgen, ist schwer abzuschätzen, welches Transaktionsvolumen diese Geschäfte in der Schweiz, Deutschland und im übrigen Europa in der Vergangenheit erzielt haben.

Allein in Deutschland dürften sogenannte Cum-Ex-Geschäfte (Aktientrades mit „cum“ und ohne „ex“ Dividendenrechte) bis 2012 Milliardenverluste zu Lasten des Staates verursacht haben. In der Schweiz dürfte der Schaden wesentlich geringer sein. Die sehr restriktive Haltung der EStV und eine proaktive Regelung der SBVg betreffend Abwicklung von Short-Geschäften durch die (Depot-)Banken haben in der Schweiz diese Art von Geschäft seit 1990 wahrscheinlich stark zurückgebunden.

Beliebter war hierzulande der sogenannte Dividenden-Swap, der zwar nicht zu einer Mehrfachrückforderung von Quellensteuern führt, aber eben doch auch der Steuerhinterziehung dienen kann. Diesen erkläre ich im zweiten Teil des Blogposts. Der dritte Teil geht auf die deutsche Variante des Dividenden-Strippings ein.

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