Banking und Finance

Sesselwechsel Valérie Schelker: „Langfristige Karriereplanung ist aus meiner Sicht nicht zielführend“

23. Juni 2014

In loser Folge interviewen wir für unsere Serie „Sesselwechsel“ Menschen aus der Schweizer Bank- und Finanzbranche, die einen neuen Job angetreten haben. Alle antworten auf die gleichen Fragen.

50129_SCHELKER_ValerieHeute: Valérie Schelker, Leiterin Arbeitswelt von PostFinance.

Was ist Ihre Job Description?

Ich bin seit April 2014 die Leiterin Arbeitswelt bei PostFinance. Wir haben vergangenen Oktober das Facility Management in den Bereich Human Resources (HR) integriert. Seither heisst die neue Organisationseinheit Arbeitswelt. Der Grund dafür war, dass wir damit dem Megatrend der Digitalisierung und dem Bedürfnis einer zukunftstauglichen Arbeitsgestaltung bestens begegnen können. Um die flexible und unternehmensweite Zusammenarbeit zu fördern, wollen wir künftig am geeigneten Ort, unabhängig von der Zeit, mit bedarfsgerechten Arbeitsmitteln und geeigneten organisatorischen Rahmenbedingungen arbeiten können. Wir fördern bei PostFinance – wo immer sinnvoll - das ortsunabhängige oder mobile Arbeiten.

Welche hauptsächlichen Verantwortlichkeiten bringt diese Position mit sich?

Ich trage die Verantwortung für sämtliche HR-bezogene Geschäfte sowie für das Facility Management von PostFinance und bin Mitglied der Geschäftsleitung. Ich vertrete strategische HR-Geschäfte in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat von PostFinance.

Und was haben Sie vorher gemacht?

Ich war in verschiedene Funktionen im Bereich Marketing-Services / Marktforschung und im HR tätig. Zuletzt war ich verantwortlich für die Leitung der HR-Strategie und -Entwicklung bei PostFinance und Stellvertreterin der Leiterin Arbeitswelt.

Welche Ziele verbinden Sie mit der neuen Stelle?

Ich sehe in den kommenden Jahren drei grosse Schwerpunkte in der Arbeitswelt von PostFinance.

  • Digitalisierung/Mobilität: Die Arbeitsweisen werden sich weiter verändern. Bei PostFinance wollen wir diese Veränderungen aktiv angehen. Wir fördern die unterschiedlichen Arbeitsmodelle und gehen so auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden ein. Nebst den diversen Arbeitsmodellen wird in der künftigen Arbeitswelt auch Mobilität, Offenheit (Informationen teilen statt horten), Vernetzung und Eigenverantwortung wichtiger werden, was eine bestimmte Kulturentwicklung bedingt.
  • Vielfalt: Vielfalt oder Diversität bezieht sich für uns nicht nur auf Herkunft, Sprache und Geschlecht. PostFinance will eine attraktive Arbeitgeberin für unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden sein. Wir wollen ihnen die Arbeitsmöglichkeiten bieten, mit denen sie ihre Leistung entfalten können.
  • Führung: Die oben genannten Entwicklungen verlangen nach einem veränderten Führungsverständnis, das wir mit den Vorgesetzten weiterentwickeln wollen.

Haben Sie sich Ihre Karriere von Anfang an so vorgestellt?

Ich bin ein neugieriger, begeisterungsfähiger Mensch. Ich wollte schon immer Neues kennenlernen – sowohl thematisch als auch in Bezug auf Führungsverantwortung. Die Neugierde und die Leidenschaft in den Themen haben mir verschiedene Türen geöffnet. Eine langfristige Karriereplanung ist aus meiner Sicht nicht zielführend, da die Gefahr besteht, kurzfristige Opportunitäten zu verpassen.

Von welcher Ausbildung haben Sie bis heute am meisten profitiert?

Die universitäre Ausbildung in Bern und mein Austausch an der Copenhagen Business School. Wertvoll waren für mich die interaktiven Formen der Wissensvermittlung bei denen wir Videoanalysen gemacht oder Fallstudien bearbeiten mussten.

Welche spezifische Weiterbildung ist für Ihren Job besonders wichtig?

Ich habe am meisten von komplexen Projekten „on the job“ profitiert. Das heisst genauer: Vom intensiven Dialog mit meinen Kollegen und Kolleginnen bei PostFinance anhand konkreter Herausforderungen. Dies ist für mich ein fruchtbares Lernumfeld.

Auf welchem Gebiet haben Sie sich zuletzt weitergebildet?

Meine letzte Weiterbildung war das CAS „Certified Strategy Professional“ an der Universität St. Gallen. Ich konnte viel von diesem Wissen für die HR-Strategieentwicklung bei PostFinance nutzen.

Was ist ein guter Tag bei der Arbeit für Sie?

Wenn ich gemeinsam mit meinem Team einfache und pragmatische Lösungen für die internen Partner finden und umsetzen kann.

Wir danken Valérie Schelker für das Interview.

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