HR und Leadership

Laufbahn- und Übergangscoaching in der Kombination: Methodenkoffer Teil 3/3

07. April 2014

Zu Beginn eines Übergangscoachings wird der aktuelle Stand der Übergangskompetenzen unter Zuhilfenahme eines Fragebogens ermittelt. Als Ergebnis dient ein Netzprofil, um im Beratungsprozess die relevanten Kompetenzen zielorientiert zu entwickeln. Abbildung 1 zeigt das Beispiel eines Netzprofils von einem Klienten.

Abbildung 1: Beispiel eines Netzprofils mit Übergangskompetenzen (eigene Abbildung)
Nicht alle Übergangskompetenzen werden in jedem Übergang benötigt. Viele Kompetenzen wie die Stress- und Handlungskompetenz oder die Entscheidungskompetenz sind im Beispiel oben bereits gut ausgeprägt. Aufgrund dessen werden die Ressourcenkompetenz, Anpassungskompetenz, biografische Kompetenz und Selbstmanagementkompetenz gefördert.

Ressourcenkompetenz

Der relativ tiefe Wert deutet auf ein geringes Bewusstsein der Übergansressourcen hin. Und Ressourcen stehen Ihnen bekanntlich erst zur Verfügung, wenn Sie diese als solche erkannt haben. Aus diesem Grund eignet sich hier die Erstellung einer Übergangsressourcen-Mind-Map, in der die materiellen, sozialen, körperlichen, psychischen und fachlichen Übergangsressourcen visualisiert und im Kontext des aktuellen Übergangs beschrieben werden.

Anpassungskompetenz

Die geringe Ausprägung der Anpassungskompetenz kann beispielsweise entwickelt werden, indem das «Schattenspringen» geübt wird. Beim Schattenspringen geht es darum, einmal im Tag etwas zu tun, wovor Sie normalerweise zurückschrecken. Das kann ganz harmlos beginnen, indem Sie ein auffallendes Oberteil kaufen oder indem Sie sich beschweren, wenn sich beim Bäcker jemand vordrängt. Die Aktionen werden in einem Protokoll festgehalten und dienen in der Beratung als Diskussionsgrundlage, um die Anpassungsleistungen zu würdigen.

Biografische Kompetenz

Um die biografische Kompetenz zu fördern, eignet sich in diesem Fall die Erstellung einer Übergangsbiografie. Bei der Übergangsbiografie geht es darum, seine Lebenslinie mit allen bedeutsamen Wendepunkten und Ereignissen zu versehen und mit dem jeweiligen Befinden zu visualisieren. In der Beratung dient dieses Instrument dazu, vergangene (Übergangs-)Erfahrungen zu reflektieren und sich mit den aktuellen Bedürfnissen, Werten und Interessen auseinander zu setzen und Ideen für die Zukunft zu entwickeln. In der Reflexion von Wendepunkten werden zudem auch die Übergangsressourcen bewusst gemacht, was wiederum die Ressourcenkompetenz fördert.

Selbstmanagementkompetenz

Die Entwicklung eines «Übergangsportfolios» fördert die Entwicklung der Selbstmanagementkompetenz. Im Übergangsportfolio werden die individuellen Baustellen bewusst gemacht und man entscheidet, welche Dinge man anpacken möchte oder muss. Dazu dient das Grundschema in Abbildung 2. In das Dach wird der Lebensbereich eingetragen, indem der aktuelle Übergang stattfindet z.B. Arbeitsplatzwechsel. In das Feld «Läuft» trägt man alles ein, was bereits einfach und problemlos funktioniert. Im Bereich der «Stars» werden Vorhaben aufgeführt, die wichtig sind und eine hohe Bedeutung haben. Im Feld Verändern werden Angelegenheiten erwähnt, die man anpacken und verändern will. Und im Quadrant «Loslassen» führt man solche Dinge auf, die man seit Längerem nicht mehr haben will und loswerden möchte.

Abbildung 2: Übergangsportfolio nach Hofmann, Walther & Schrems (2007)

Übergangsreflexion

Zur Abrundung wird das Übergangscoaching mit einer Übergangsreflexion abgeschlossen. Man nimmt sich die Zeit und sammelt die zahlreichen Schätze, die man im Prozess erworben hat. Der Nutzen besteht darin, dass man zukünftige Übergänge gelassener, spielerischer und effektiver durchlaufen kann – im Idealfall könnte sogar eine gewisse «Lust am Wandel» geweckt werden. Denn die Erfahrung lehrt, dass der nächste Übergang bereits um die Ecke lauert.

Quellen

  • Nohl, M. (2011). Übergangscoaching. Paderborn: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung.
  • Hofmann, H., Walther, I & Schrems, I. (2007). Veränderungen umsetzen und gestalten: Reflexionen, Beispiele, Methoden. Wien: facultas.wuv

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