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Steuern 2013: Fristen, Tipps und Tricks – Steuerplanung für 2014 beginnt jetzt

26. März 2014

Wie jedes Jahr sind im März die Steuererklärungen für das vergangene Jahr fällig. Wer es bis zum Ende der Abgabefrist (i.d.R. ist es der 31.03.) nicht schafft, die Steuererklärung auszufüllen, muss unbedingt vor dem Termin ein Gesuch um Fristverlängerung einreichen. Normalerweise liegen diese Gesuche den Steuererklärungsformularen bei.

Allerdings lässt sich im Rahmen der Steuererklärung nur mehr sehr beschränkt eine Steueroptimierung vornehmen. So erschöpft sich der Erfolg üblicherweise in der vollständigen Erfassung der möglichen Abzüge. Die meisten Steuererklärungsprogramme sind dafür eingerichtet.

Deklaration der Gesellschaft vor persönlicher Steuererklärung

Bei Personen mit einer selbständigen Erwerbstätigkeit ist die Reihenfolge der Deklaration entscheidend. Selbständigerwerbende, welche für die eigene Kapitalgesellschaft wie beispielsweise eine Aktiengesellschaft oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung tätig sind, sollten zuerst die Deklaration für die Gesellschaft vornehmen. Erst anschliessend empfiehlt es sich, die persönliche Steuererklärung auszufüllen. Damit wird einerseits sichergestellt, dass die Schnittstellen (Lohnausweis, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschaft sowie Zinsen, etc.) kongruent deklariert werden. Anderseits wird durch diese Staffelung vermieden, dass zuerst der Inhaber und erst später die Gesellschaft veranlagt wird. Falls  nämlich die persönliche Steuerveranlagung bereits rechtskräftig ist und falls bei der Kapitalgesellschaft noch Aufrechnungen vorgenommen werden müssen (z.B. in Folge nicht anerkannter Spesen oder anderer geldwerter Leistungen), so kann dies beim Inhaber zu einem Nachsteuerverfahren führen. Dabei besteht unter Umständen das Risiko eines Steuerstrafverfahrens, welches Bussen nach sich ziehen kann.

Steuertipps bei der Kapitalgesellschaft

Aufgrund des Massgeblichkeitsprinzips – demnach ist das Steuerrecht bezüglich der Handelsrechnung bindend – darf der Steuerpflichtige nach Genehmigung der Jahresrechnung durch die Generalversammlung und der anschliessenden Steuererklärung keine Bilanzänderungen mehr vornehmen. Nur Bilanzkorrekturen (stellen eine Handelsrechtsverletzung dar), welche üblicherweise zu Ungunsten der Steuerpflichtigen ausfallen, werden durch die Steuerbehörden vorgenommen. Trotzdem bestehen im Rahmen der Abschlussgestaltung gewisse Möglichkeiten für Steuereinsparungen.

Solche Einsparungen lassen sich beispielsweise folgendermassen realisieren:

1. Ausschöpfung der maximalen Abschreibungssätze
2. Bildung Delkredere (5 - 10 % des Debitorenbestande
3. Bildung steuerlich privilegierte Warenlagerreserve von einem Drittel des Warenwertes
4. Bildung von Garantierückstellungen (2 % des Umsatzes
5. Eventuell Vornahme von  Abgrenzungen bei Boni (inkl. Sozialversicherungen).
Boni an Inhaber müssen üblicherweise zu Beginn des Folgejahres dem Begünstigen ausbezahlt bzw. gutgeschrieben werden. Gemäss Bundegericht könnten die kantonalen Steuerverwaltungen solche Bonusabgrenzungen verweigern. Deshalb ist es unbedingt notwendig, vorgängig die Umstände solcher Bonusabgrenzungen bei den kantonalen Steuerbehörden abzuklären.
6. Einlage in die Arbeitgeberbeitragsreserve der Personalvorsorge.
Die Einlage in die Arbeitgeberbeitragsreserve kann auch im Rahmen der Gewinnverwendung vorgenommen werden.

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Es gibt weitere Optimierungsmöglichkeiten, die Aufzählung ist nicht abschliessend.

Steuertipps für Inhaber: Vorsorge, Dividende und mehr

So besteht beispielsweise die Möglichkeit, den bei der Gesellschaft abgegrenzten Bonus im Folgejahr zu beziehen und gleichzeitig einen Einkauf in die berufliche Vorsorge vorzunehmen. Folge: Mit der Einzahlung in die Vorsorge lässt  sich das höhere Einkommen wieder reduzieren. Allerdings gehen in diesem Fall die AHV-Beiträge "verloren".

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, anstelle eines Bonus den Betrag in der Gesellschaft zu versteuern und anschliessend eine Dividende zu beziehen. Bei einer Beteiligungsquote ab 10 Prozent werden die Dividenden beim Bund und den meisten Kantonen privilegiert besteuert. So entlastet beispielsweise der Bund die Dividenden im Privatvermögen um 40 Prozent.

Weitere Ansatzpunkte für Steuereinsparungen sind:

  • Einlage in die gebundene Vorsorge (Säule 2a)
  • Vornahme von Renovationen an Liegenschaften
  • Installation von Energiesparmassnahmen (z.B. Photovoltaikanlagen, etc.)

Auch diese Aufzählung ist nicht abschliessend.

Da die meisten Massnahmen mit Liquiditätsflüssen verbunden sind und diese nicht mehr nachgeholt werden können, bestehen allerdings beim Inhaber nach Abschluss des Kalenderjahres kaum mehr Möglichkeiten für steuerliche Optimierungen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, vor Ablauf des Kalenderjahres fallweise zu prüfen, wo die Optimierungsmöglichkeiten liegen und wie die Massnahmen gegebenenfalls einzuleiten sind. Dann sind die Vorkehrungen auch steuerlich wirksam.

 

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