HR und Leadership

Über den Sinn und Unsinn eines Outings

21. Februar 2014

Das Fachmagazin HR Today hat mich in einem Interview zum Outing des Fussballers Thomas Hitzlesperger auf die Frage angesprochen, warum es in den Führungsetagen der Schweizer Wirtschaft keine entsprechenden Pendants solcher Stellungnahmen und Eigen-Positionierungen gibt (lesen Sie das Interview hier).

Nun, dies lässt sich unmöglich in wenigen Sätzen zusammenfassen und sollte aus diversen Perspektiven beleuchtet werden. Um nur einige davon zu nennen:

  • Firmenkultur
  • lokale Gegebenheiten
  • Generationenfrage
  • Vorbildfunktion
  • Diversity Management
  • traditionelle Familienbilder
  • Perspektive von aussen
  • Wirtschaftlichkeit etc.

Bereits hier könnte man zu jedem Stichwort eine Essenz kristallisieren, welche diesen oder den anderen Nenner stärker und verflechtender heraus hebt. Um es auf den Punkt zu bringen:

Was bringt ein solches Outing der Firma und was der Person selbst?

Die Fragestellung ist meines Erachtens jedoch müssig. Dank den fortlaufenden gesellschaftlichen Diskussionen um Gleichberechtigung, Toleranz etc. sind wir auf dem besten Weg, dass die Frage nach der sexuellen Orientierung im Wirtschaftsumfeld in einigen Jahren belanglos sein wird.

Diese Einschätzung ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass in spätestens 20 Jahren neue Generationen in den obersten Führungsgremien sitzen und die Babyboomer-Generation, mit ihren teils noch tabuisierten und stereotypischen Rollenbildern, abgedankt hat.

Als ich letztes Jahr über die Diversity-Karrieremesse berichtet habe (siehe LGBT Diversity Karrieremesse für die Schweiz? Ein Erfahrungsbericht der Berliner Sticks and Stones Karrieremesse), welche jährlich in Berlin stattfindet, hat sich gezeigt, eine solche Mischung aus Diversity und Wirtschaftlichkeit hält bereits erfolgreich Einzug. Die Debatten sind eröffnet und jedes Unternehmen hat es in der Hand wie viel Gewicht dem Individuum und Individualismus beigemessen wird. Fakt ist, daran führt kein Weg vorbei. In wenigen Jahren also braucht es für einen Manager kein erzwungenes Outing mehr, sondern vielmehr die Entspanntheit: Es ist gut so wie es ist!

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