Banking und Finance

Finanzdienstleister nutzen Social Media ungenügend

09. Oktober 2013

Die Finanzwelt nutzt die Reichweitenstärke von Social Media nicht optimal. Eine im Sommer in Deutschland veröffentlichte Studie macht deutlich: Zwar steigern die Banken die Nutzerzahlen ihrer sozialen Kanäle. Die Aktivität der Absender sowie Dialog und Interaktion mit dem Publikum bleiben dann aber dürftig.

Social Media sind bei Finanzdienstleistern in Deutschland noch nicht stark verbreitet. Von 57 Firmen verwenden sie erst 29 und sind überhaupt auf einer Plattform wie Facebook, Twitter, Youtube oder Google+ präsent. Von diesen haben wiederum fünf die Plattformen im Zeitraum der Untersuchung gar nicht benutzt. Das sind Zahlen aus einer Studie von Ketchum Pleon Deutschland die im Frühjahr 2013 erhoben wurden. [Anmerkung der Redaktion: Die Studie ist online leider nicht mehr verfügbar].

Bescheidene, aber steigende Nutzerzahlen

Die gute Nachricht für die Banken zuerst:. Sie konnten die Nutzerzahlen seit Oktober 2012 teilweise stark steigern: Facebook zählte 74% mehr Fans, Twitter brachte es immerhin auf plus 31%.
50019_Grahpik 1
Dieses Wachstum mag erfreulich sein. Im Vergleich mit anderen Branchen sind die Reichweiten aber noch sehr tief. Als Vergleich: Die Lufthansa-Facebookseite zählt heute 1,29 Millionen Fans. Neben diesen tiefen Werten fallen die tiefen Aktivitätswerte auf – und ein offenbar unterschiedliche Prioritäten-Gewichtung von Sender und Empfänger.

Was interessiert Euch denn? … vom aneinander vorbeireden

Beim Posten konzentrieren sich die Finanzdienstleister vor allem auf das Herausstreichen der eigenen Kompetenzen, daneben werden Produkte vorgestellt oder Unternehmens-News publiziert.
50019_Grahpik 2
Diese Themenwahl divergiert aber auf gravierende Art und Weise von den Bedürfnissen der Follower, Fans, Abonnenten. Diese kommentieren nämlich am meisten bei edukativen, erklärenden Postings oder bei den Softthemen, bei Unterhaltung. Hier die Anzahl der Kommentare auf die Postings nach Themen.
50019_Grahpik 3
Hinter den roten Balken steht jeweils der Anteil an Inhalten pro Sparte die tatsächlich publiziert wurden. Die Konsequenz? Die Aktivität bleibt generell sehr gering. Im Untersuchungs-Zeitraum April 2013 haben von den insgesamt knapp 140’000 Fans auf 18 Facebook-Seiten nur gerade etwas über 9’000 Interaktionen stattgefunden.
50019_Grahpik 4
Die Social Media-Betreiber aus der Finanzbranche stehen – wie so viele andere Branchen auch – noch am Anfang im Umgang mit dem (öffentlichen) Kundendialog. Sie tun in Zukunft gut daran, Ihre Inhaltsstrategien noch besser auf die Bedürfnisse und Wünsche der Empfänger abzustimmen. Und in die Erstellung von nützlichen und inspirierenden Inhalten zu investieren.
Der obige Beitrag ist im Original hier erschienen. 

Verwandte Artikel