Accounting und Controlling

Schlaglicht aufs Rechnungslegungsrecht: Änderungen bei der Mindestgliederung der Bilanz

10. Juni 2013

Seit dem 1.1.2013 ist das neue Rechnungslegungsrecht (nRLR) (auch: neues Rechnungslegungsgesetz nRLG) in Kraft. Es gilt eine zweijährige Übergangsfrist für Einzelabschlüsse (bis 1.1.2015) und eine dreijährige für Konzernabschlüsse (bis 1.1.2016). Welche Änderungen ergeben sich?
In diesem Schlaglicht geht es um eine Kurzinformation zu den Mindestgliederungsvorschriften der Bilanz.
Mindestgliederungsvorschriften gab es im bisherigen Recht im Rahmen der aktienrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften (alt OR 663 ff.). Im Rahmen der allgemeinen Vorschriften bestanden keinerlei Vorgaben. Das neue Rechnungslegungsrecht baut die Gliederungsvorschriften deutlich aus.
Im Bereich der Bilanz ist zu vermerken, dass in der Gesetzgebung nun neu Aktiven und Verbindlichkeiten definiert sind (neu OR 959). Die Definitionen beruhen auf FER bzw. IFRS und nennen folgende gemeinsame Merkmale, die kumulativ erfüllt sein müssen, damit eine Position in der Bilanz aufgeführt wird:

  • Sowohl bei Aktiven als auch beim Fremdkapital beruft man sich auf vergangene Ereignisse.
  • Mittelab- bzw. Mittelzufluss müssen wahrscheinlich sein.
  • Der Wert bzw. die Höhe müssen verlässlich geschätzt werden können.

Während das bisherige Rechnungslegungsrecht weder Anordnungsprinzipien für Aktiven (nach Liquidität) bzw. Passiven (nach Fälligkeit) noch zur Reihenfolge der Bilanzpositionen explizit festlegte, sondern der Lehre und Praxis überliess, sind für diese Punkte neu nun konkrete Vorgaben vorhanden.
Die folgenden Tabellen stellen die neue Mindestgliederung (neu OR 959a) und die bisherige Mindestgliederung (alt OR 663a) gegenüber (kursiv hervorgehoben sind Neuerungen innerhalb der Gliederungen):

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