HR und Leadership

Boxenstopp für Führungskräfte: Andere Wege in der Führungskräfteentwicklung Teil 2/2

05. April 2013

In vielen Unternehmen liegt der Fokus in den Entwicklungsaktivitäten noch immer stark auf den klassischen „off-the-job“ Massnahmen in Form von Trainings. Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine Kombination von verschiedenen Lernansätzen – „off-the-job“, „along-the-job“ und vor allem auch „on-the-job“ - am meisten Erfolg zeigt. Deshalb ist es bedeutsam in der Führungskräfteentwicklung auch Instrumente aus den beiden anderen Kategorien miteinzubeziehen, vor allem um den unmittelbaren Lerntransfer in den Arbeitsalltag sicherstellen zu können.

Der Boxenstopp für Führungskräfte, welcher zu den „along the job“ Massnahmen gezählt wird, ist eine mögliche Ergänzung zu den herkömmlichen Instrumenten. Der Boxenstopp ist eine Plattform für Teams, um zusammen mit dem Vorgesetzten die gemeinsame Führungsrealität zu reflektieren im Sinne einer Standortbestimmung. Der Boxenstopp ist indiziert für Führungskräfte, welche die Teamführung neu übernommen haben, und stellt gerade in dieser Situation eine ideale Massnahme dar, da durch das Feedback vom Team Sicherheit in der konkreten Führungssituation erlangt oder nötige Anpassungen vorgenommen werden können.

Der Boxenstopp ist ein sehr zeiteffizientes, kostengünstiges und ressourcenschonendes Instrument, das aus 3 Phasen besteht:

Phase I ..... In dieser Phase, die ca. 1 ½ Stunden dauert, wird mit dem Team eine Einschätzungen zur Führung und zum Führungsstil des bzw. der Vorgesetzten erarbeitet sowie offene Fragen gesammelt.
Phase II
In dieser Phase steht die Vorbereitung mit dem Vorgesetzten auf die anschliessende Diskussion mit dem Team im Vordergrund.
In dieser ca. 1 ½ stündigen Coachingsession werden die gesammelten Inputs des Team zusammengetragen, an der Einschätzung des Vorgesetzten gespiegelt und die Diskussion für die dritte Phase vorbereitet.
Phase III
In der letzten und abschliessenden Phase, geht es um die Zusammenführung der Erkenntnisse.
Der Vorgesetzte nimmt Stellung zu den offenen Fragen und gemeinsam werden von Team und Vorgesetztem Massnahmen getroffen wie die zukünftige Zusammenarbeit gestaltet werden soll.

Bildquelle: eb-beratung

Dank dem Austausch ausserhalb des konkreten Tagesgeschäfts erfährt der Vorgesetzte in kurzer Zeit, was die Mitarbeitenden bewegt, auf welchen Stärken aufzubauen ist und wo dringlicher Handlungsbedarf besteht. Der Weg zum effizienten Team wird dadurch beschleunigt, der Grundstein für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt.

Eine achtsame und neutrale Moderation durch den gesamten Prozess ist unabdingbar. Der bzw. die ModeratorIn muss in verschiedene Rollen schlüpfen können als Teamentwickler, Coach und Prozessbegleiter.

Durch den konkreten Bezug zum Führungsalltag kann der Vorgesetzte seinen Führungsstil in der konkreten Situation weiterentwickeln. Voraussetzung für das Gelingen des Boxenstopps ist jedoch eine Unternehmenskultur, in der Offenheit, Wertschätzung und Feedback gefördert werden und die nach kontinuierlicher Verbesserung strebt. Eine Unternehmenskultur also, die sich dem Credo einer echten Lernkultur verpflichtet.

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