Accounting und Controlling

Arbeitszeugnisse – zentraler Baustein bei Bewerbungen

09. März 2012

Arbeitszeugnisse enthalten meist mehr Informationen, als auf einen ersten Blick erkenntlich ist. Bei einem Bewerbungsprozess sind Arbeitszeugnisse nach wie vor ein zentraler und wichtiger Bestandteil, denn diese benötigt man, um sich für eine neue Anstellung zu bewerben. Zeugnisse enthalten Informationen über Erfahrungen aus dem Berufsalltag. Praktische Erfahrung ist bei den heutigen komplexen Anforderungen in der Arbeitswelt von zentraler Bedeutung. In Umfragen bei Unternehmen antworteten weit mehr als die Hälfte der Personalverantwortlichen, dass die Bedeutung von Zeugnissen bei der Personalauswahl gross oder sehr gross ist. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen machten diese Angaben bei der Auswahl von Führungskräften. Deshalb ist die lückenlose Dokumentation des beruflichen Werdeganges äusserst wichtig, um sich erfolgreich für eine neue Stelle zu bewerben.

Der Gesetzgeber hält zum Arbeitszeugnis folgendes fest:

  • Wahrheitspflicht. Alle Angaben müssen der Wahrheit entsprechen, alle Tatsachen müssen aufgeführt sein, an denen ein künftiger Arbeitgeber ein Interesse haben kann
  • Wohlwollende Formulierung. Das Fortkommen des Arbeitnehmers darf nicht unnötig behindert werden
  • Vollständigkeit: das Zeugnis darf keine Lücken enthalten. Es muss zu allem Aussagen enthalten, was die Anforderungen an die Stelle beinhaltet.

Trotzdem kann ein Arbeitszeugnis auch negative Wertungen enthalten. Denn unterschlägt der Arbeitgeber wichtige Tatbestände, kann er sich unter Umständen strafbar machen. Dies allerdings im Nachhinein zu beweisen, ist alles andere als einfach.

In der Praxis begegnen uns die folgenden Arbeitszeugnisse am häufigsten:

  • Austritts- oder Schlusszeugnis. Dieses qualifizierte Arbeitszeugnis wird bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgestellt. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, bei welchem auch die Leistungen, das Sozialverhalten und die Führungskompetenz  beurteilt werden. Üblicherweise wird das Zeugnis spätestens am letzten Arbeitstag dem ausscheidenden Mitarbeitenden übergeben.
  • Zwischenzeugnis. Ein Zwischenzeugnis wird sinnvollerweise verlangt z.B. bei einem Wechsel des Vorgesetzten, einer Beförderung, einer Versetzung, einem Sabbatical. Das Zwischenzeugnis entspricht inhaltlich dem qualifizierten Arbeitszeugnis.

Aufbau und Inhalt eines vollständigen Arbeitszeugnisses

  • Eingangsabschnitt. Angaben zu den Personalien, Dauer der Anstellung, Arbeitsort und Funktion.
  • Positions- und Aufgabenbeschreibung. Organisatorische Einordnung von Haupt- und Sonderaufgaben, Projekte, Vollmachten, Beförderung.
  • Leistungsbeurteilung, Erfolge. Können, Ausdauer, Belastbarkeit, Kreativität, Fachwissen, Arbeitsweise, Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Sorgfalt, Systematik, Arbeitserfolg, Ergebnisse.
  • Konkrete herausragende Erfolge
    • Führungsleistungen: Führungsspanne, Leistungen, Arbeitsklima, Mitarbeiterzufriedenheit
    • Beurteilung des Sozialverhaltens: Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen, Externen (Auftreten, Kontaktfähigkeit, Verhandlungsstärke, Kundenzufriedenheit)
  • Schlusssatz  (Beendigungsformel, Dankes- und Bedauernsformel, Zukunftswünsche). Beim Schlusssatz ist es besonders wichtig, dass der Arbeitgeber sich für die Leistungen bedankt, das Ausscheiden bedauert, für die Zukunft alles Gute und weitere Erfolge wünscht.

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