HR und Leadership

Kennen Sie Ihre Konfliktkosten? Teil 1/2

19. Januar 2012

Konflikte sind pure Energie, allerdings in die falsche Richtung gelenkt. Seien Sie froh sein, wenn Sie Konflikte wahrnehmen, denn sie sind ein Indikator von Energie und Lebendigkeit. Bedenklicher wird es, wenn die Mitarbeitenden fried(höf)lich in ihrer Komfort Zone erstarren.
Ein Kriterium um Energie zu beschreiben ist Intensität. Die Intensität der eigenen Energie ist für uns gut spürbar, aber wie ist das mit der Energie von Organisationen? Nicht alle Organisationen haben gleich viel Energie zur Verfügung, um ihre Ziele zu erreichen. Je mehr Energie vorhanden ist, umso „lebendiger“ ist die Organisation, umso besser ist es gelungen, die Mitarbeitenden zu mobilisieren. In Organisationen mit wenig Energie, fühlen sich die Menschen gesättigt, zufrieden und träge oder wie gelähmt. Ob satt und zufrieden oder träge und gelähmt kommt auf die Qualität der Energie an.
Qualität ist das zweite Merkmal von Energie, neben der Intensität. Sie beschreibt, wie gut es gelingt, die Potenziale der Mitarbeitenden auf gemeinsame Unternehmensziele auszurichten und produktiv nutzbar zu machen -oder eben nicht.
Bringt man die Intensität und Qualität in Beziehung, so entstehen vier Felder, die die „Aggregatszustände“ der Energie beschreiben.

Abbildung1. Quelle: http://www.energyfactory.com. An der Universität St Gallen wird bereits seit längerem dazu geforscht.
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Konflikt sind „Energiefresser“ und auch gleichzeitig Indikatoren von Energie

Schauen Sie in den Quadranten Korrosive Energie: Wer aktiv streitet, dem geht es um etwas, der engagiert sich für seine Meinung, möchte die Gegenseite überzeugen und bringt, Zeit und Energie ein. Konflikte, in denen es hoch her geht, bezeichnet man als „heisse Konflikte" [1]. Eskalieren heisse Konflikte, so werden korrosive  Energien freigesetzt. Je mehr ein Konflikt aus der Bahn gerät und eskaliert, umso destruktiver werden die Beteiligten, umso mehr Energie verpufft.
Den meisten Menschen sind diese Konflikte unangenehm, sie wollen nicht streiten und ziehen sich zurück, des lieben Friedens willen. Doch in diesem Augenblick des Rückzugs sinkt die Energie und man versinkt in resignative Trägheit, die „heissen“ Konflikte werden „kalt“. (siehe Quadrant resignative Energie)
Vielleicht gelingt es einem, positiv zu denken, sich nicht nur immer das vor Augen zu halten, was schlecht läuft, sondern mehr das Glas „halb voll zu sehen“ und sich zu arrangieren. In dem Fall wird die Energie wieder positiv und der eigene Zustand komfortabler. Im besten Fall hat man keine Konflikte mehr. (siehe Quadrant: Komfort Zone)
Für einen selbst mag das ein angenehmer Zustand sein, aber aus Sicht der Organisation eher bedenklich.
Wir möchten Sie ermuntern hinzuschauen und die Mitarbeitenden in der Bewältigung der Konflikte zu unterstützen, damit die Energie in Ihrer Organisation bleibt.
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[1] Glasl, Friedrich: Konfliktmanagement. Haupt, 8. Aufl. Bern. S. 76f

 

 

 

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