Accounting und Controlling

Die konsolidierte Mittelflussrechnung – do it yourself

19. Dezember 2011

Die Kapitalflussrechnung, auch Cashflow-Rechnung oder Mittelflussrechnung genannt, gilt als Klassiker in der Finanzausbildung. Dabei wird nochmalerweise die Mittelflussrechnung einer Firma dargestellt und es stehen Begriffe wie Fonds, indirekte oder direkte Methode sowie die Darstellung der drei Hauptmittelflüsse im Vordergrund.

Die schulische Behandlung des Themas Mittelflussrechnung steht jedoch kaum im Zusammenhang mit der effektiven Erstellung einer anspruchsvollen Konzernmittelflussrechnung, wie sie z.B. in Jahresberichten von börsenkotierten Gesellschaften zu finden ist. Als Folge stehen viele Finanzverantwortliche von Konzernstrukturen vor einer Herausforderung, wenn es um den praktischen Aufbau einer konsolidierten Mittelflussrechnung geht.

Die konsolidierte Mittelflussrechung kann im Vergleich zur konsolidierten Bilanz- und Erfolgsrechnung nur teilweise mit dem Einsatz einer Konsolidierungssoftware automatisiert werden. Es verbleibt meistens ein beträchtlicher Teil an Handarbeit. Die Erstellung einer konsolidierten Mittelflussrechnung benötigt neben dem Grundverständnis von Einzel-Mittelflussrechnungen vor allem die Kenntnisse der zusätzlich konzerntechnischen Einflüsse. Beispiele dazu sind die Darstellungen von Käufen/Verkäufen von Konzerngesellschaften oder Tochtergesellschaften mit Fremdwährungen.

Aufgrund der spezifischen Kenntnisse der Erstellung einer Mittelflussrechnung findet man als weitere Konsequenz wenig geübte Leser von konsolidierten Mittelflussrechnungen, welche die Fülle von Informationen entsprechend  zu würdigen wissen. Auch hier ist die konsolidierte Mittelflussrechnung das Pendant zu den ausführlichen Informationen im Konzern-Anhang z.B. zu Käufen/Verkäufen von Gesellschaften. Die konsolidierte Mittelflussrechnung erlaubt somit einen relativ klaren Einblick in die M&A Tätigkeiten eines Konzerns.

In den Planungsrechungen (z.B. strategischer 3 Jahresplan) von Firmen findet man ebenfalls kaum eine konsolidierte Planmittelflussrechung. Einer der Gründe wieso dieser Informationsteil stiefmütterlich behandelt ist, liegt in der Natur von konsolidierten Planungsrechnungen, welche zwangsläufig eine abgestimmte Verbuchung von Intercompany-Verbindungen verlangen.
Im Falle von vereinfachten Planungsrechnungen ohne korrekte Konsolidierung ist als Konsequenz eine konsolidierte Planmittelflussrechnung nicht denkbar. Für die Planung von anspruchsvollen Projekten im M&A-Bereich ist die konsolidierte Mitteflussrechnung jedoch ein äußerst aussagekräftiges Werkzeug, welches der Finanzprofi nicht missen möchte.

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