Accounting und Controlling

a+c breakfast: Unternehmenssteuerreform II – Die Konsequenzen

02. November 2011

Mit der Unternehmenssteuerreform II sollten nach der ersten Reform (1997) die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) steuerlich entlastet werden. Ein Kernstück bildete dabei die Teilbesteuerung von Dividenden beim Anteilseigner. Damit stellt sich die Frage, ob der in seiner Gesellschaft mitarbeitende Aktionär künftig Dividenden oder Lohn beziehen soll. Welches sind aber die Vor- und Nachteile und wie stellen sich Steuer- und Sozialversicherungsbehörden zu den einzelnen Modellen?

Ermässigung bei der Liquiationsgewinnsteuer

Während ein Unternehmer seine im Privatvermögen gehaltene Aktiengesellschaft oder GmbH steuerfrei veräussern kann, fällt bei der Geschäftsaufgabe eines selbständig Erwerbenden in der Regel eine Liquidationsgewinnsteuer an. Analog zur Teilbesteuerung von Dividenden wurden daher für selbständig Erwerbende im Rahmen der Geschäftsaufgabe eine Ermässigung der Steuer auf dem Liquidationsgewinn eingeführt. Verfügt der Inhaber zudem über eine Liegenschaft im Geschäftsvermögen, welche nach der Geschäftsaufgabe privat gehalten wird (und zum Beispiel der Altersvorsorge dient), stellt die Ueberführung vom Geschäfts- ins Privatvermögen eine steuersystematische Realisation dar, womit AHV-Abgaben und die direkte Bundessteuer anfällt. Je nach Grundstückgewinnsteuersystem unterliegt die Differenz zwischen Anlagekosten und Verkehrswert auch der kantonalen Einkommenssteuer. Da der Unternehmer bei dieser Ueberführung keinen Mehrwert realisiert, stellt sich die Frage nach der Mittelherkunft für die Steuerentrichtung. Um dies zu mildern hat der Gesetzgeber die Möglichkeit eines teilweisen Steueraufschubs in die Steuergesetze aufgenommen.

Vom Nennwert- zum Kapitaleinlageprinzip

Eine schweizerische Neuheit stellt auch der Systemwechsel vom Nennwert- zum Kapitaleinlageprinzip dar. Wurden bis anhin Anteilsrechte mit Agio liberiert, stellte die Rückzahlung des Agios bei der Liquidation steuerbares Einkommen dar. Eine steuerfreie Rückzahlung war nur im Umfang des nominellen Kapitals möglich. Mit der Abschaffung des Nennwertprinzips wurde dieser Systemfehler korrigiert. Welches sind nun aber die Grenzen der Rückzahlung von Kapitaleinlagen? Können wirklich alle Agi steuerfrei zurückbezahlt werden? Im a+c breakfast vom 15. November wird diesen Fragen nachgegangen und aufgezeigt, welche Fallstricke zu beachten sind.

Zudem werden weitere Themen wie die erweiterte Ersatzbeschaffung im Geschäftsvermögen aber auch Aussichten auf die Unternehmenssteuerreform III (Holding- und Domizilgesellschaften) beleuchtet.

Detaillierte Informationen zum a+c breakfast und den Anmeldelink finden Sie hier.

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