Aktuelle Posts von Rolf Suter

Wie Konjunkturzyklen entstehen und was Indikatoren aussagen Teil 5/5

Für die Wirtschaftsprognose in der Schweiz ist eine ganze Reihe von Organisationen verantwortlich. Dabei darf man für die Prognose der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung natürlich nicht von einem einzigen Indikator ausgehen, sondern muss vielmehr die Entwicklung verschiedener vorauseilender, gleichlaufender und nachhinkender Indikatoren berücksichtigen und sie begründen können. Seriöse Konjunkturprognosen beruhen deshalb auf mindestens zehn solchen Indikatoren. Sie werden durch Umfragen oder

Wie Konjunkturzyklen entstehen und was Indikatoren aussagen Teil 4/5

Wiederum eine andere Form von Indikatoren sind die nachhinkenden oder Spätindikatoren. Im Gegensatz zu den vorauseilenden und den gleichlaufenden Indikatoren zeigen diese den Konjunkturverlauf im Nachhinein. Auf dem Geld- und Kapitalmarkt sind die Entwicklung der Inflationsrate und der Kapitalmarktzinsen wichtige nachhinkende Messgrössen der Konjunktur. Zu dieser Art von Indikatoren zählen: Inflation Ein Grund dafür, dass die Inflation nachhinkend wirkt, ist, dass die Unternehmen die Preisän

Wie Konjunkturzyklen entstehen und was Indikatoren aussagen Teil 3/5

Beim letzten Beitrag ging es um vorauseilende Indikatoren, welche die Erwartungen an die weitere Entwicklung ausdrücken. Gleichlaufende Indikatoren oder Präsenzindikatoren zeigen dagegen die aktuelle Konjunkturentwicklung. Zu den gleichlaufenden Indikatoren gehören: BIP-Wachstum: Konjunkturelle Veränderungen sind als Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotenzials definiert. Kurzfristig bleibt das Produktionspotenzial konstant, so dass die Entwicklung des realen BIP eine verlässlic

Wie Konjunkturzyklen entstehen und was Indikatoren aussagen Teil 2/5

In der Regel durchläuft ein Konjunkturzyklus die vier typischen Phasen innerhalb von fünf bis neun Jahren. Allerdings liessen sich in der Vergangenheit auch anders verlaufende Zyklen beobachten, indem einzelne Phasen länger andauern als gewöhnlich. In den 1990er Jahren erlebte die Schweiz beispielsweise zwei Rezessionen nacheinander (auch  „double dip“ genannt). Die rezessive Phase des Konjunkturverlaufs hielt dabei länger an als gewöhnlich. Konjunkturindikatoren: Zahlen erzählen Es gibt eine Vi

Wie Konjunkturzyklen entstehen und was Indikatoren aussagen Teil 1/5

Beim Auf und Ab der Konjunktur handelt es sich um Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotentials. Die Schwankungen manifestieren sich in der Regel in den  Veränderungen des Bruttoinlandprodukts (BIP). Das Produktionspotential bei durchschnittlicher Auslastung gibt an, wieviele Güter eine Volkswirtschaft (Staat und Unternehmen) im Laufe eines Jahre im Normalfall produzieren können. Wenn das Produktionspotential bei Normalauslastung steigt, nennen wir das Wirtschaftswachstum. Die tatsäc

Die Entschuldigung

Wer kennt das nicht, plötzlich fällt einem etwas von früher ein. Schöne Geschichten, manchmal jedoch auch – bei mir meistens wenn ich Sport mache und Adrenalin ausschütte – auch Geschichten, die ärgern. Ab und zu auch Geschichten, bei denen man sich schämt, für etwas was man gemacht hat. Alle diese Geschichten haben etwas gemeinsam: Es gab nie eine Entschuldigung, sie konnten nicht abgeschlossen werden. Denn an eine Geschichte, wo ich eine Entschuldigung erhalten oder mich entschuldigt habe, er

Das Bankgeheimnis

Das Bankgeheimnis der Schweiz kommt unter Druck. Wäre die Aufhebung so schlimm? Für die einen ja, für anderen nicht… Nicht so schlimm wäre die Aufhebung für die Banken. Im Gegenteil, es würde – mittelfristig – den Finanzplatz stärken. Das Bankgeheimnis ist für die Banken wie eine Subvention. Sie kommt von einem Dritten und dieser Dritte kann es jederzeit auch wieder wegnehmen. Anstatt das man sich bemüht, auf dem Markt durch Effizienz und Qualität wettbewerbsfähig zu sein, macht man alles um se

Der Bänkerlohn

Der Lohn eines Mitarbeiters wird – unter anderem – durch die Arbeitsproduktivität bestimmt. Wer eine hohe Arbeitsproduktivität hat, also mehr Wertschöpfung produziert, sollte auch mehr verdienen. Doch so einfach ist es nicht. Eine hohe Arbeitsproduktivität muss unter drei Gruppen verteilt werden: Den Konsumenten, den Kapitalgebern, in der Regel den Eigentümern eines Unternehmens, und den Arbeitnehmern.  Je nach Branche wird es anders verteilt, bei hoher Konkurrenz auf dem Gütermarkt kommen die K