Aktuelle Posts von Prof. Dr. Christian Fichter

Alles Neuro, oder was?

Das menschliche Gehirn beim Denken beobachten: Wie sehnlich hätten sich das Psychologen früherer Zeiten gewünscht! Mittlerweile ist genau das mittels Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) möglich geworden. Derartige neurowissenschaftliche Verfahren liefern Bilder, die Aktivität im Gehirn lokalisieren, z.B. während des Betrachtens eines Werbespots. Einem Marktforscher liefert die Information, dass beim Ansehen eines Spots dieselben Gehirna

Was ist neu am Wandel?

Nichts. Denn Wandel gab`s schon immer! Natürlich ist es richtig und wichtig, dass Unternehmen wandlungsfähig, agil und adaptiv sein müssen. Aber diese Erkenntnis ist keineswegs neu (z. B. Kieser, 1996). Auch wenn stets neue Schlagwörter für vermeintlich «disruptive» Entwicklungen in der Wirtschaft gefunden werden (im Moment z. B. «agil» oder «lean»): Schon seit jeher beeinflussen technologische, wissenschaftliche, medizinische, demogra

6 Tipps wie Ihre Ideen unsterblich werden

Wie verbreite ich meine Ideen? Und zwar so, dass sie haften bleiben? Zu dieser Frage gibt es ein Meer von Büchern, und ich habe die meisten gelesen. Aber das hier vorgestellte ist das letzte, das ich zu diesem Thema lesen werde, denn es ist das Beste. Warum? Die Brüder Chip und Dan Heath schaffen es, das beste Wissen über die Verbreitung von Ideen kurzweilig, anschaulich und nachvollziehbar zusammenzufassen. Sie zeigen damit gleich selber, dass sie verstanden haben, wie man Ideen

Wie Sie kompetent und sympathisch wirken

Es ist eine Epidemie: Die Sprache vieler Führungskräfte ist von wichtigtuerischen Worthülsen durchsetzt. Sie übernehmen den „Lead“ anstatt Verantwortung. Sie „performen“, anstatt Leistung zu bringen. Sie „committen“ sich und gehen die „Extrameile“, um „am Ende des Tages“ zu „delivern“. Dabei muss „die richtige Flughöhe“ eingehalten werden – was natürlich nur „out of the b

Plastik macht mein Leben einfacher

Warum ich keine Platinkarte habe? Weil das Leben schon kompliziert genug ist. Kürzlich wurde meine Normalo-Kreditkarte gesperrt. Zeit, auf eine Platinkarte zu wechseln? Oder vielleicht auch nur Gold? Alle paar Jahre stellt sich diese Frage (beziehungsweise, man drängt sie mir auf). Und stets ist die Antwort dieselbe. Nein, ich will keine Platinkarte. Noch nicht mal eine Goldkarte. Ich weiss, dass sich eine solche Karte für mich rein finanzarithmetisch betrachtet lohnen würde

Meine Kreditkarte wurde gesperrt ...

… deshalb werden Apple, Google und Paypal die alten Finanzdienstleister vom Sockel stossen. Die alten Finanzdienstleister haben allen Grund, die neuen zu fürchten. Denn einer von ihnen hat meine Kreditkarte gesperrt. Warum das eine Gefahr für die Finanzdienstleister ist? Natürlich nicht wegen mir – sondern weil sich hier ein Verständnis von Dienstleistung zeigt, das aussterben wird. Aussterben muss. Hier ist meine Geschichte (gefolgt von Tipps für Konsumente

Was hat Wirtschaftspsychologie mit Quantenphysik zu tun?

Nichts, ausser, dass Quantenphysik von einigen Esoterikern als Theorie hinter der Wirtschaftspsychologie missbraucht wird. Insbesondere Quereinsteiger in die Wirtschaftspsychologie fallen immer wieder durch ihre abstrusen Bezüge zur „Quantenphysik“ auf. Die Quantenphysik kann nichts dafür – es handelt sich dabei um ein anerkanntes Fachgebiet der Physik. Quantenphysiker postulieren Dinge, die uns unmöglich oder paradox erscheinen: etwa, dass ein Etwas mit einem an

Autoneum-CEO Hirzel zu Unternehmenskultur

Martin Hirzel steht seit 2011 als CEO dem Automobilzulieferer Autoneum vor. Der weltweit führende Anbieter von Systemen für Akustik- und Hitzeschutz im Auto mit Sitz in Winterthur beliefert praktisch alle Automobilhersteller rund um den Globus. Bei dem eindrücklichen Turnaround, der dem zum besten Schweizer CEO 2014 gewählten Hirzel gelang, war u. a. die Etablierung neuer Werte und das Leben einer entsprechenden Unternehmenskultur von entscheidender Bedeutung. Anlass fü

Was ist Wirtschaftspsychologie?

Wirtschaftspsychologie befasst sich mit dem „eingeschränkt rationalen Verhalten“ der wirtschaftlichen Akteure. Manche Wirtschaftspsychologen behaupten auch gerne, dass „der Homo Oeconomicus tot“ sei. Aber was heisst das nun konkret? Es heisst, dass Menschen nicht immer vernünftig und nutzenmaximierend entscheiden, wie dies die alten ökonomischen Modelle suggerieren. Wer die psychologischen Prozesse der Wirtschaft und ihrer Akteure nämlich genauer studi

Wirtschaft ohne Vorurteile

Die Meinungen der Schweizerinnen und Schweizer gehen in kaum einer Frage weiter auseinander: Braucht unsere Wirtschaft mehr ausländische Arbeitnehmer – oder weniger? Zu welcher Antwort man gelangt, hängt von zahlreichen Aspekten ab, die objektiv erfasst und auf ihren Nutzen für die Schweiz hin untersucht werden können: Exportabhängigkeit, Arbeitslosigkeitsrate oder Integrationsfähigkeit. Aber kann es sein, dass trotz aller Bemühung um Objektivität un