Aktuelle Posts von Claude Del Don

Blockchain zur Risikominimierung? (3/3)

Inhalt des zweiten Teils dieser Serie war die Frage, wie die Blockchain (scheinbar) Risiken zu vermeiden hilft. In diesem dritten und letzten Teil soll eine Analyse dieser Vermeidung aufzeigen, wie das Verhältnis zwischen Blockchain und Risk interpretiert werden kann. Wie ist das Verhältnis von Blockchain und Risk (Symbolbild)? Risiken offener Blockchains Eine Blockchain kann offen und für alle die möchten zugänglich sein oder aber nur eine spezifische Auswahl an Teilne

Blockchain zur Risikominimierung? (2/3)

In meinem letzten Beitrag habe ich den Risikobegriff in Bezug auf die Blockchain eingeführt. Der Zeit- und Kosteneffizienzgewinn der Blockchain-Technologie deutet auf einen „free Lunch“. In diesem zweiten Teil sollen Risikostrategien untersucht und aufgezeigt werden, wo die Blockchain tatsächlich Risiken zu vermeiden scheint. Risikostrategien und Risk Migitation mit Blockchain (Symbolbild). Risikostrategien Im Umgang mit Risiken haben sich vier generelle Strategien etablie

Blockchain zur Risikominimierung? (1/3)

Können durch die Anwendung von Blockchains an Stelle von intermediären Drittparteien Risiken ohne gleichzeitigen Verzicht auf Rendite vermieden werden oder gilt auch hier das Prinzip: „There is no such thing as a free lunch“? Macht die Blockchain-Technologie dieses Prinzip obsolet oder besteht die Möglichkeit, dass diese Technologie Risiken lediglich transferiert und gleichzeitig selbst neue, bisher unbekannte und unverstandene Risiken (Unkown Unknowns) schafft? Dieser

Netzwerke als Risiko für Stabilität

Die Netzwerkfähigkeit wird derzeit als wichtige Voraussetzung für die Zukunft der Finanzdienstleistungsbranche angesehen. Allerdings gibt es dazu auch kritische Stimmen, die durchaus Gewicht haben. So publizierte die Zeitschrift „Nature Communications“ im Februar 2017 unter dem Titel „Pathways towards instability in financial networks“ einen Beitrag von Marco Bardoscia, Stefano Battiston, Fabio Caccioli, und Guido Caldarelli. Darin zeigen die Autoren, warum die

Regulierung und Hyperrealität

Trader und Risikosportler haben einiges gemeinsam. Darauf weist Peter Pelzer in seiner Habilitationsschrift „Risk, Risk Management and Regulation in the Banking Industry: The Risk to Come“ hin (S. 145). Er stellt dabei drei Kriterien in den Vordergrund, welche er bei den Betreibern von Risikosportarten, namentlich dem Surfen (Wellenreiten), Motorradfahren und dem Bergsteigen, beobachtet. Diese überträgt er dann auf das Trading resp. den Trader. Die drei Kriterien lauten:

Aktuelle Probleme der Geldpolitik lösbar

Das anhaltend tiefe und teilweise auch negative Zinsniveau wird von den Vertretern dieser Art von Geldpolitik mit dem Ziel der Wirtschaftsankurbelung begründet. Basis für diese Begründung ist die Tatsache, dass sich Banken günstig Geld beschaffen können, welches sie dann wiederum in Form von Krediten an Private und Unternehmen in Umlauf bringen. Das soll zu einem Investitionsschub führen, der wiederum das Wirtschaftswachstum antreiben soll. Die Hauptexponenten diese

Das „Measure-it-anyway“-Prinzip – wenn Risiken schwer zu messen sind

  I often say that […] when you cannot measure it, when you cannot express it in numbers, your knowledge is of a meagre and unsatisfactory kind. (Lord Kelvin) Es gibt im Banking Risiken, wie z. B. das Reputationsrisiko, die schwer messbar sind. Messbar heisst im Zusammenhang mit Risiken, in Geldeinheiten quantifizierbar. Wieviel Geld kostet es, wieviel Geld steht auf dem Spiel? Nimmt man das Reputationsrisiko als Beispiel so liegt die Schwierigkeit darin, dass Reputation und der Aufbau de

Unternehmenswerte müssen mit dem Wandel Schritt halten

„Zudem wurde angemerkt, dass eine Kultur bepreist werden können müsse, hierzu seien die Kunden aber noch nicht bereit. […] Transparenz und Fairness, sowie Beratungsqualität können nicht gleichzeitig zum günstigsten Preis angeboten werden, da ein derartiges Leistungsversprechen nicht kostengünstig aufrechtzuerhalten ist.“ Diese Aussage in der PwC Studie „Kulturwandel im Bankensektor?“ veranlasste Frau Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut in ihrem Blogpost dazu, hinter dieser Aussage ein „fragwürdiges

Jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment! Teil 2/2

Eine vorgegebene Kundensegmentierung ist in einer Welt von Individualisten der falsche Ansatz – es sollte eigentlich so viele Segmente wie Kunden geben. Diese Argumentation aus meinem ersten Blogpost (siehe Jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment! Teil 1/2) führt trotzdem in keine Sackgasse. Dank den technischen Möglichkeiten des Informationszeitalters kann man Kunden heute Raum für ihre Individualität eröffnen und sie dennoch aggregieren. Ein Blick über den Tellerrand der Segmentierungstheor

Jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment! Teil 1/2

Als Kardinal Joseph Ratzinger einmal gefragt wurde, wie viele Wege es zu Gott gäbe, antwortete er umgehend: „So viele wie es Menschen gibt.“ An diese Worte musste ich denken, als während einer meiner Weiterbildungen ein Dozent zwei aus meiner Sicht zunächst sehr widersprüchliche Aussagen machte: „Die Zukunft im Banking gehört jenen, welche die richtigen Kundensegmente bearbeiten.“ „DEN Kunden gibt es nicht!“ Allerdings kann man den scheinbaren Widerspruch beider Aussagen auflösen, wenn man konse