Aktuelle Posts von Claude Del Don

Regulierung und Hyperrealität

Trader und Risikosportler haben einiges gemeinsam. Darauf weist Peter Pelzer in seiner Habilitationsschrift „Risk, Risk Management and Regulation in the Banking Industry: The Risk to Come“ hin (S. 145). Er stellt dabei drei Kriterien in den Vordergrund, welche er bei den Betreibern von Risikosportarten, namentlich dem Surfen (Wellenreiten), Motorradfahren und dem Bergsteigen, beobachtet. Diese überträgt er dann auf das Trading resp. den Trader. Die drei Kriterien lauten:

Aktuelle Probleme der Geldpolitik lösbar

Das anhaltend tiefe und teilweise auch negative Zinsniveau wird von den Vertretern dieser Art von Geldpolitik mit dem Ziel der Wirtschaftsankurbelung begründet. Basis für diese Begründung ist die Tatsache, dass sich Banken günstig Geld beschaffen können, welches sie dann wiederum in Form von Krediten an Private und Unternehmen in Umlauf bringen. Das soll zu einem Investitionsschub führen, der wiederum das Wirtschaftswachstum antreiben soll. Die Hauptexponenten diese

Das „Measure-it-anyway“-Prinzip – wenn Risiken schwer zu messen sind

  I often say that […] when you cannot measure it, when you cannot express it in numbers, your knowledge is of a meagre and unsatisfactory kind. (Lord Kelvin) Es gibt im Banking Risiken, wie z. B. das Reputationsrisiko, die schwer messbar sind. Messbar heisst im Zusammenhang mit Risiken, in Geldeinheiten quantifizierbar. Wieviel Geld kostet es, wieviel Geld steht auf dem Spiel? Nimmt man das Reputationsrisiko als Beispiel so liegt die Schwierigkeit darin, dass Reputation und der Aufbau de

Unternehmenswerte müssen mit dem Wandel Schritt halten

„Zudem wurde angemerkt, dass eine Kultur bepreist werden können müsse, hierzu seien die Kunden aber noch nicht bereit. […] Transparenz und Fairness, sowie Beratungsqualität können nicht gleichzeitig zum günstigsten Preis angeboten werden, da ein derartiges Leistungsversprechen nicht kostengünstig aufrechtzuerhalten ist.“ Diese Aussage in der PwC Studie „Kulturwandel im Bankensektor?“ veranlasste Frau Prof. Dr. Stefanie Auge-Dickhut in ihrem Blogpost dazu, hinter dieser Aussage ein „fragwürdiges

Jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment! Teil 2/2

Eine vorgegebene Kundensegmentierung ist in einer Welt von Individualisten der falsche Ansatz – es sollte eigentlich so viele Segmente wie Kunden geben. Diese Argumentation aus meinem ersten Blogpost (siehe Jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment! Teil 1/2) führt trotzdem in keine Sackgasse. Dank den technischen Möglichkeiten des Informationszeitalters kann man Kunden heute Raum für ihre Individualität eröffnen und sie dennoch aggregieren. Ein Blick über den Tellerrand der Segmentierungstheor

Jeder Kunde ist ein eigenes Kundensegment! Teil 1/2

Als Kardinal Joseph Ratzinger einmal gefragt wurde, wie viele Wege es zu Gott gäbe, antwortete er umgehend: „So viele wie es Menschen gibt.“ An diese Worte musste ich denken, als während einer meiner Weiterbildungen ein Dozent zwei aus meiner Sicht zunächst sehr widersprüchliche Aussagen machte: „Die Zukunft im Banking gehört jenen, welche die richtigen Kundensegmente bearbeiten.“ „DEN Kunden gibt es nicht!“ Allerdings kann man den scheinbaren Widerspruch beider Aussagen auflösen, wenn man konse

Warum Ethik nicht in die heutige Wirtschaft passt – und was wir dafür tun können Teil 3/3

Warum passt die Ethik so schlecht in die Wirtschaft? Sie entscheidet auf einer anderen Grundlage als die im Wirtschaftsleben favorisierte Empirie. Das habe ich im ersten Teil und zweiten Teil meines Blogposts erläutert. Jetzt geht es darum, wie man den Graben zwischen den zwei Disziplinen auffüllen könnte. Auch wenn man sich fragen darf, ob empirische Daten als hauptsächliche Entscheidungsbasis für Managemententscheide wie Anlageempfehlungen und ähnliches wirklich tauglich sind, ist es Common P

Warum Ethik nicht in die heutige Wirtschaft passt – und was wir dafür tun können Teil 2/3

Ethik und Wirtschaft schein oft ganz unterschiedliche Ziele zu verfolgen. Obwohl beide Disziplinen eigentlich ihren Ursprung teilen (siehe Warum Ethik nicht in die heutige Wirtschaft passt – und was wir dafür tun können Teil 1/3), unterscheiden sie sich in ihrer heutigen Ausprägung und besonders der Methode teilweise beträchtlich. Am Ende wollen aber beide das Gleiche: Praxistaugliche Handlungsempfehlungen für anstehende Entscheidungen liefern. Während die Ethik sich bei ihren Urteilen meistens

Warum Ethik nicht in die heutige Wirtschaft passt – und was wir dafür tun können Teil 1/3

Warum haben es die Wirtschaft und insbesondere die Banken so schwer damit ihr Geschäftsgebaren an ethischen Richtlinien auszurichten? Wie ist es möglich, dass sich Regulator und Politik immer wieder genötigt sehen, zunehmend restriktiver und geschäftshemmend in die Tätigkeit der Finanzindustrie einzugreifen? Mit folgenden Blogposts möchte ich Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze für ein philosophisches Dilemma mit ganz alltäglichen Auswirkungen vorstellen. Die Ethik ist eine Disziplin der

Wenn der sichere Parkplatz gar keiner ist Teil 2/2

Erst auf einen ausgeschilderten Parkplatz fahren, und hinterher dann doch eine Busse zahlen müssen: Teil 1 dieses Blogposts schilderte die Lage von Banken und ihren Kunden mit diesem anschaulichen Beispiel. Teil 2 spürt den Konsequenzen für uns alle nach. Die rückwirkende Bestrafung des Parksünders erscheint bizarr, doch mit der Banken- und Finanzbranche in der Schweiz und den unversteuerten Geldern ausländischer Kunden gewisser Länder wird genau so verfahren. Das fehlende  Verbot unversteuerte