Aktuelle Posts von Dr. Jörn Basel

Lassen Sie Ihre Kunden warten!

In Zeiten der Digitalisierung sind wir es gewohnt, dass angeforderte Dienstleistungen per Knopfdruck sofort zur Verfügung stehen. Diese sofortige Befriedigung von Konsumentenwünschen gilt beispielsweise als zentraler Vorteil von Apples iTunes Store. Das gekaufte Produkt ist sofort bzw. nach einer kurzen Downloadzeit verfügbar. Müssen wir hingegen auf ein Produkt länger als gewohnt warten, droht die Kundenzufriedenheit rapide zu sinken. Als Konsequenz dieser Beschleunigun

Wann Innovation zündet

Erfolgsfaktoren gibt es nicht. Zumindest nicht in der Form, dass Berater diese einfach identifizieren und Unternehmen sie anschliessend nur noch anwenden müssen und schon stellt sich der Erfolg ein. Wäre es so simpel, würden alle Unternehmen bloss diese Faktoren anwenden und wirtschaftlicher Misserfolg wäre nahezu ausgeschlossen. Insbesondere die Erfolgsrate bzw. Misserfolgsrate bei Startups verdeutlicht, dass einfach anzuwendende Erfolgsfaktoren in der Praxis nicht existiere

Was dann kam war ... Clickbaiting-Psychologie

Psychologische Forschung zeigt eindrücklich: Neugier ist ein Bedürfnis, Unsicherheit zu reduzieren. In Zeiten der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie manifestiert sich Neugier konkret in Klickzahlen – und diese werden mit allen psychologischen Tricks nach oben getrieben. Ein gängiger Trick ist das sogenannte Clickbaiting. Dies ist eigentlich nichts anderes als die digitale Version einer grellen Boulevard Überschrift im Blick oder in der Bild. Es werden Ankündi

Der Preis der Neugier

Es gehört zur Natur des Menschen, neugierig zu sein. Fortschritt entsteht, indem neue Dinge ausprobiert und etablierte Sachverhalte hinterfragt werden. Neugier wird auch von vielen grossen Denkern als ihr zentrales Motiv genannt, wenn gefragt wird, was sie tagtäglich antreibt. Doch nicht alle Formen der Neugierde dienen höheren Zielen. Klatsch und Tratsch in den Boulevardmedien und Gaffer bei Unfällen sind nur zwei Beispiele von weniger produktiven, zum Teil sogar schädl

Gute Vorhersagen

Wir treffen jeden Tag Vorhersagen oder verlassen uns auf die Vorhersagen von anderen. Wie wird das Wetter? Wer gewinnt das nächste Fussballmatch? Wie entwickelt sich der weitere Kursverlauf der Credit Suisse Aktie? Zu vielen Dingen wie dem Wetter geben wir selber Vorhersagen ab und wenn wir zu einem Thema vielleicht nichts Näheres wissen, können wir sicher sein, dass ein (selbsternannter) Experte uns seine Einschätzung mitteilt. Die Frage ist nur, auf welchen Experten soll ic

Aus der Praxis: Claudius Bornemann (PwC Schweiz) über den Nutzen von Psychologie in der Wirtschaft

Diplom-Psychologe Claudius Bornemann arbeitet seit 2009 im Bereich Learning & Development bei PwC Schweiz in Zürich. Zuvor sammelte er Consultingerfahrung bei Dr. Heimeier & Partner und Kienbaum sowie als Werbedisponent bei Deutsches SportFernsehen (DSF). Seit 2016 ist er Dozent für Personalpsychologie an der Kalaidos Fachhochschule. Warum haben Sie sich entschlossen Psychologie mit einem wirtschaftlichen Fokus zu studieren? Ich habe Psychologie mit der Vertiefung Arbeits-

Was darf Wirtschaftspsychologie?

Wirtschaftspsychologie liefert zahlreiche Ansätze wie beispielsweise überzeugendes Marketing gelingen kann. Schliesslich lautet das Credo wissenschaftlicher Psychologie, dass das Verhalten des Menschen nicht nur verstanden, sondern auch verändert werden will. Die Frage ist jedoch, ob diese Veränderung auch zum Besseren für den einzelnen Konsumenten verläuft? Welche Art von Veränderung ist noch legitim und wo beginnt fragwürdige Manipulation? Laut Dan Ariel

Controller und Psychologie?

Weshalb sollte sich ein Controller überhaupt mit Psychologie beschäftigen? Zusammengefasst gesagt: Weil es sich auszahlt, sich mit der Wirkung von Zahlen auszukennen. In einer Serie von Beiträgen auf accountingundcontrolling.ch wird analysiert, was genau Psychologie im Bereich Controlling leisten kann, nämlich ein „zwischen den Zahlen lesen". Klassische Themengebiete in diesem Feld, welches oft unter dem Label Behavioral Accounting oder verhaltensorientiertes Controll

Trotz FIDLEG: Kleinanlegerschutz könnte am fehlenden Fachwissen scheitern

Der Schutz von Kleinanlegern ist ein erklärtes Ziel des neuen Finanzdienstleistungsgesetzes (FIDLEG) in der Schweiz. Doch diese wissen erstaunlich wenig über die Finanzmärkte. Das könnte die Effektivität der Regulierung behindern. Beispielsweise scheiterten mehr als die Hälfte (57,1 Prozent) der für eine Studie befragten Kleinanleger bei der Zuweisung einer Aktie und einer Obligation zu der jeweiligen Finanzinstrumentengruppe. Noch mehr, nämlich 69 Prozent, konnten nicht korrekt zwischen den Be

Was bedeutet Vertrauen im Controlling?

Gutes Controlling steht für Sachlichkeit und Objektivität. In welchem Umfang Informationen aus dem Controlling für die Unternehmenssteuerung genutzt werden, hängt jedoch damit zusammen, wie viel Vertrauen dem Controller entgegengebracht wird. Als etabliertes Model zur Beschreibung von Vertrauen hat sich über zahlreiche empirische Arbeiten der Ansatz von Mayer, Davis und Schoorman (1995) bewährt. Dieser besagt, dass drei Hauptfaktoren die Vertrauenswürdigkeit beeinflussen: Fähigkeit Wohlwollen