Aktuelle Posts von Prof. Dr. Jörn Basel

Die Flügel des Red Bull: Placebo?

Wie viel Placebo-Effekt steckt hinter der postulierten Wirkung von Red Bull? Wirtschaftspsychologe Jörn Basel erklärt, wie Placebo-Effekte im Konsumbereich zustande kommen, und was sie bewirken können.

Booste deine Kompetenzen

Ralph Hertwig ist Experte für die kognitiven Grundlagen menschlichen Entscheidens und seit 2012 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Der Schwerpunkt seiner Arbeit besteht in der Analyse begrenzt rationaler Strategien (Heuristiken), mit denen Menschen unter Zeitdruck und ohne zuverlässige Informationen Entscheidungen treffen. Mit uns diskutierte der promovierte und habilitierte Psychologe über die Grenzen von Nudging – und über Boosting a

Kauf dich glücklich?

Es ist das Urversprechen der modernen Konsumgesellschaft: Kaufen soll nicht nur bestimmte Grundbedürfnisse befriedigen, sondern uns auch glücklich machen. Kann dieses Versprechen eingelöst werden? Eine interessante Antwort auf diese Frage gibt eine aktuelle Studie von Ashley Whillans et al. (2017). Deren Ergebnisse zeigen eindrücklich: Glück lässt sich tatsächlich zu einem gewissen Grad käuflich erwerben. Allerdings weniger mit materiellen Produkten, sonde

Boosting statt Nudging?

Stupsen ist in Mode. Das dürfte sich nach dem kürzlich an Richard Thaler verliehenen Nobelpreis für Ökonomie auch kaum ändern. Der Einsatz der „sanften Stupser“ (dt. für Nudge) ist nicht nur im Bereich Konsum äusserst fruchtbar, sondern hat sich insbesondere im Bereich der politischen Entscheidungsbildung etabliert. Trotz dieser Popularität bleibt Nudging ein kontrovers diskutiertes Thema, und es stellt sich die Frage, ob es Alternativen gibt,

Wenn Vertrauen fehlt

Vertrauen ist der Kitt, der zwischenmenschliche Beziehungen zusammenhält. Folglich ist auch unsere Wirtschaft ohne Vertrauen nicht denkbar. Wie wichtig dieses Gut ist, zeigt sich insbesondere in Fällen, wo das Vertrauen beschädigt wurde oder sogar ganz verloren gegangen ist. Man denke nur an die 2011 aufgedeckte Manipulation des Referenzzinssatzes LIBOR durch diverse Banken oder an die aktuelle „Dieselgate“-Affäre bei Audi, VW und Co. Wirtschaftliche Beziehungen&

Alles Neuro, oder was?

Das menschliche Gehirn beim Denken beobachten: Wie sehnlich hätten sich das Psychologen früherer Zeiten gewünscht! Mittlerweile ist genau das mittels Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie (fMRT) möglich geworden. Derartige neurowissenschaftliche Verfahren liefern Bilder, die Aktivität im Gehirn lokalisieren, z.B. während des Betrachtens eines Werbespots. Einem Marktforscher liefert die Information, dass beim Ansehen eines Spots dieselben Gehirna

Dan Goldstein: „Smart Data statt Big Data“

Wer das Zeitalter von Smart Data ausruft, sollte idealweise selber ein smarter Typ sein. Diesbezüglich bestehen bei Dan Goldstein, Principal Researcher bei Microsoft in New York, keine Zweifel. Er hat Computerwissenschaften und vergleichende Literaturwissenschaften studiert und bei Gerd Gigerenzer in Psychologie promoviert. Nach beruflichen Stationen u. a. am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und der London Business School, gilt Dan Goldstein heute als Vordenker im Be

Humor in der Werbung: Wer lacht, der kauft?

Aufmerksamkeit ist ein begehrtes Gut, nicht umsonst spricht man auch von Aufmerksamkeitsökonomie. Im digitalen und omnivernetzten Zeitalter muss Werbung daher noch mehr hervorstechen, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erzielen. Marketingprofis setzen hierzu gerne auf humorvolle Kampagnen, schliesslich gilt lustige Werbung allgemein als beliebter und geht auch häufiger viral. Die entscheidenden Fragen sind jedoch: Wann genau finden wir etwas lustig, und beeinflusst humorvolle We

Behavioral Economics Guide 2017

Nicht jeder Merger zwischen zwei Unternehmen ist ein Erfolg. Gleiches gilt auch für die Wissenschaft: Nicht jeder Transfer von Theorien der einen Disziplin in die andere ist sinnvoll (z. B. ist die Verbindung von Quantenphysik und Psychologie gründlich missraten, wie man weiss). Ein Beispiel für ein fruchtbares Zusammenspiel ist dagegen die Verhaltensökonomie (oder Behavioral Economics) – also der Einsatz von psychologischem Wissen im Rahmen ökonomischer Fragegeste

IKEA-Effekt – erfolgreich repliziert

Eigentlich eine klassische Frustrationsfalle: Den gesamten Samstagnachmittag im schwedischen Möbelhaus IKEA verbracht, nur winzige Hot-Dogs gegessen (davon aber gleich ein halbes Dutzend) und wieder viel zu viel Deko-Elemente erstanden (die gar nicht auf der Einkaufsliste standen). Völlig erledigt zu Hause angekommen, beginnt das eigentliche Vergnügen: Schränke, Kommoden oder auch ganze Küchenzeilen wollen mittels eines riesigen Arsenals an Dübeln, Steckelementen un