Künstliche Intelligenz hat im Finanzsektor längst Einzug gehalten. Hierbei gibt es einige Erkenntnisse die aufzeigen, dass die Schweiz die Herausforderungen geschickt angeht, da die Verwendung von künstlicher Intelligenz bei Finanzinstituten weiterhin rasch zunimmt. Auch klar zeigt sich, dass KI vor allem im Risikomanagement bereits von der Mehrheit der Finanzinstitute angewendet wird.

KI in der Finanzindustrie

KI im Finanzsektor (Symbolbild)

KI wird zentraler Erfolgsfaktor

KI dürfte die digitale Transformation beschleunigen und sich bald zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor entwickeln. So erwarten Vermögensverwalter eine höhere Anlagerendite und Kreditgeber einen grossen Nutzen durch eine bessere Kreditanalyse. Zahlungsanbieter ihrerseits streben eine breitere Verwendung ihrer Informationen über die Kunden für die Verbesserung der Dienstleistungen an.

Vor dem Hintergrund dieser verheissungsvollen Aussichten kann gesagt werden, dass sich der KI-Spreu vom KI-Weizen in punkto eingesetzter Finanzmittel trennen wird. Dabei wächst der Anteil der befragten Finanzinstitute, die Gewinnsteigerungen direkt auf den Einsatz von KI zurückführen stetig.

Einfluss auf Wettbewerbssituation unklar

Während allgemein beobachtet werden kann, dass KI die Finanzbranche insgesamt stärkt, tappt man allerdings weiterhin teilweise im Dunkeln, wie die zukünftigen Marktstrukturen aussehen werden. An diesem Punkt teile ich persönlich die Einschätzung, dass die Einführung von KI nicht zu grundsätzlichen Umwälzungen im Wettbewerb führen wird.

Hinsichtlich Beschäftigungsentwicklung dürfte KI allen Erwartungen nach aufgrund des Autmatisierungspotenzials zu einem Stellenabbau führen. Demgegenüber schafft der Einsatz von KI bei FinTechs signifikant mehr Arbeitsplätze.

Differenzierte Auswirkungen auf das Risiko

Innovative Technologien sind immer mit Risiken behaftet. Dies gilt auch für KI, obwohl sie von Finanzinstituten spezifisch zur Reduktion von Unsicherheiten eingesetzt wird. So wird KI vor allem für die Bereiche Zahlungsverkehr, Kreditgeschäft und Vermögensverwaltung wichtig sein, da sie dort punktuell Risiken reduzieren kann.

Der Beitrag von KI zur Risikoreduktion in den einzelnen Bankinstituten darf aber nicht für den Gesamtsektor generalisiert werden. Es ist zu erwarten, dass die Einführung von KI in ganz unterschiedlichen Bereichen zu einer Zunahme von Risiken führt. So bei Themen wie Cybersicherheit, Abhängigkeit von grossen Technologieanbietern oder datenbezogene Risiken wie Kundendiskriminierung oder Verletzung der Privatsphäre.

Fazit

Der Erfolg von KI hängt von der Akzeptanz und dem Vertrauen in den Mehrwert der Technologie ab. In der Schweiz müssen deshalb Branche und Behörden die neuartigen Risiken adressieren. So verbleibt es bei den Finanzinstituten dafür zu sorgen, dass das KI-Potenzial tatsächlich ausgeschöpft wird. Dabei zeigen sich die Haupthürden für eine erfolgreiche Implementierung in der Verfügbarkeit und der Qualität von Daten zur Unterlegung der Algorithmen.Weiter bleiben verfügbares Fachwissen sowie die Akzeptanz und das Vertrauen der Kunden zentral. Wie bei allen anderen Produkten und Dienstleistungen lassen sich Kunden am besten durch Leistung überzeugen. Gelingt dies, ist die Finanzindustrie auch am Thema KI bestens gerüstet.

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