„People Analytics“, auch bekannt als „Talent Analytics“ oder Personalanalyse, ist eine Methode der Analytik, welche Führungskräfte dabei unterstützt, bessere Entscheidungen in Bezug auf ihre bestehenden oder potenziellen Mitarbeitenden zu treffen. Es handelt sich hierbei um eine neue Domäne in der Mitarbeiterbetreuung, eröffnet jedoch speziell in Phasen des Wachstums oder der Veränderung ungeahntes Potenzial. Diese Verfahren können – richtig genutzt – entscheidend zur Effizienzsteigerung beitragen.

Analyseverfahren im Bereich „Human Resources“: People Analytics 

Analyseverfahren im Bereich „Human Resources“ – „People Analytics“ (Symbolbild).

Ausblick

Galt die Nutzung statistischer Erkenntnisse aus Mitarbeiterdaten zur Entscheidungsfindung im Talentmanagement noch vor nicht allzu langer Zeit als plakativ und provokant – der Gedanke, dass Personalabteilungen Daten über die Mitarbeitenden sammeln und diese zu Förderungszwecken auswerten – so erkennt man mittlerweile den Mehrwert, welcher aus diesen Analyseverfahren gewonnen werden kann, klar. Mehr als 70 % aller Unternehmen geben heute zum Verständnis, dass sie dem Thema Personalanalyse hohe Priorität beimessen. Google beispielsweise konnte mit seinem Projekt „Oxygen“ bereits eine konkrete Fallstudie liefern, indem die Praktiken der besten Manager bei der Förderung von „Low-Performern“ eingesetzt wurden. Auch andere Beispiele, wie Dell’s Experimente zur Erfolgssteigerung der eigenen Vertriebsmannschaft, zeigen das Potenzial dieser Massnahmen auf.

Entwicklungen halten sich aktuell noch in Grenzen

Wie so oft übertrifft der Hype um gewisse Themen jedoch die Realität. In Wahrheit halten sich die Entwicklungen der letzten 10 Jahre in Bezug auf diese Analyseverfahren in Grenzen. Eine aktuelle Umfrage von Tata Consultancy Services ergab, dass nur 5 % der Big-Data-Investitionen in die Personalabteilung fliessen. Darüber hinaus zeigt eine Studie von Deloitte, dass, obwohl Personalanalysen zu den gängigen Verfahren in Bezug auf die Mitarbeiterentwicklung zählen, nur 9 % aller Unternehmen glauben, die aus diesen Analysen gewonnenen Erkenntnisse richtig deuten zu können.

Fazit

Weiss die rechte Hand nicht, was die linke tut, hat dies in den meisten Fällen direkten Einfluss auf die Produktivität. Wird Potenzial nicht optimal genutzt, stellt sich direkt die Frage nach dem Warum und Weshalb. Konkret geben Analyseverfahren über mögliches Potenzial in der individuellen Effizienzsteigerung einzelner Mitarbeitenden Aufschluss darüber. Um spürbaren Mehrwert zu erzeugen, müssen diese Erkenntnisse in der Folge jedoch in entsprechende Massnahmen umgesetzt werden. Lesen Sie mehr dazu im nächsten Beitrag.

Weitere Teile der Blogserie "People Analytics":
People Analytics (Teil 2/3)
People Analytics (Teil 3/3)

Autor
Kevin Schneebeli

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Bernhard Koye

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