Resilienz
Resilienz dank Kosteneffizienz (Symbolbild)

In der Corona-Krise steigen die Schulden und sinken die Eigenkapitalquoten vieler Unternehmen. Kosteneffizienz ist daher gefragt und spielt als Wettbewerbsvorteil in Zukunft eine noch grössere Rolle. Die Digitalisierung liefert die dafür notwendigen Instrumente.

Unruhige Gewässer

Durch die Corona-Pandemie gerät die Wirtschaft weltweit gerade in extrem schwieriges Fahrwasser. Mit Milliarden-Ausgaben kämpfen Regierungen und Unternehmen gegen wachsende Schuldenberge an. Zum Ende des Jahres 2021 betrug dieser nach Berechnung des Institute of International Finance (IIF) gegen 277 Billionen US-Dollar betragen. Das IIF stützt sich bei seinen Analysen auf die Daten von mehr als 300 angehörigen Banken. Allein bei den Unternehmen dürfte die Verschuldung in diesem Jahr um zwölf Prozent zulegen. Auch hierzulande wird die finanzielle Decke dünner. Durch den Einbruch beim Wirtschaftswachstum hat sich obendrein die wichtige Kennziffer der Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung verschlechtert.

Effiziente Kostenstrukturen im Fokus

Daher rückt das Thema der effizienten Kostenstrukturen bei vielen Unternehmen in den kommenden Monaten verstärkt in den Vordergrund. Das zeigt vor allem auch eine Befragung des Beratungsunternehmens „Soprasteria“ („What’s your Edge? Wettbewerbsvorteile im Entscheider-Check“). Erkennt derzeit nicht einmal jeder fünfte Entscheider in der effizienten Kostenstruktur einen Wettbewerbsvorteil, sieht es beim Blick auf die kommenden drei bis fünf Jahre doch schon anders aus. Für die Zukunft verortet nämlich schon mehr als jeder Vierte darin einen Wettbewerbsvorteil. Auch schon vor der Krise wuchsen die Schulden der Unternehmen. Doch da legten die Firmen auch noch beim Eigenkapital zu. Bereits im Sommer 2020 ging man bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen von einer sinkenden Eigenkapitalquote infolge der Pandemie aus.

Digitale Instrumente für mehr Transparenz, Effizienz, Resilienz

Investitionen in die Digitalisierung sind in einer solchen Situation kein Widerspruch, sondern ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Resilienz – und der führt über die beiden Zwischenstufen Transparenz und Effizienz. Mit Process Mining lassen sich beispielsweise Datenspuren verfolgen und potenzielle Ineffizienzen aufspüren (Transparenz). Eine Kombination mit RPA-Lösungen ermöglicht die Automatisierung von Prozessen (Effizienz). Künstliche Intelligenz beziehungsweise Machine Learning ermöglichen ein permanentes Monitoring des laufenden Geschäfts, und Prozesse lassen sich dynamisch an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Damit verstetigen Unternehmen ihren Optimierungsprozess und sind bei künftigen Krisen widerstandsfähiger (Resilienz).

Cloud Computing hilft wiederum dabei, die Betriebskosten der IT-Infrastruktur generell zu senken, zumal die bedarfsgerechte Skalierbarkeit von Cloud-Lösungen in beide Richtungen funktioniert – nach oben wie auch nach unten. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten bekommen Unternehmen so einen mächtigen Hebel an die Hand, um die Betriebskosten auch kurzfristig den aktuellen Umsätzen entsprechend anzupassen.

Digitalisierung hält somit allerhand Werkzeuge bereit, die Kostenstrukturen eines Unternehmens zu verbessern. Obendrein schafft sie neue margenstarke Umsatzmöglichkeiten, beispielsweise über digitale Services, die sich dann andererseits positiv auswirken.

Fazit

Manch einer könnte sich noch fragen, wieso Prozesse auf Effizienz trimmen und nicht einfach das Ende der Krise abwarten. Die Antwort: Als weiteren Wettbewerbsvorteil der Zukunft hat man auf oberster Ebene die Innovationsfähigkeit ausgemacht. Doch innovativ und innovativer als der Wettbewerb sind die Unternehmen mit entsprechender finanzieller Beinfreiheit. Effizienz ist die Voraussetzung für Innovationen und nicht ihr Antagonist. Effizienz bedeutet, dass bestehende Ressourcen optimal eingesetzt werden. Alles andere ist Verschwendung.

Autor/in
Kevin Schneebeli

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Autor/in
Bernhard Koye

Prof. Dr. Bernhard Koye

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