Digitaliserung und ältere Mitarbeitende
Entwicklungen in der Finanzindustrie (Symbolbild)

In den letzten zehn Jahren sahen sich die Schweizer Finanzinstitute, Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter mit schwierigen Zeiten konfrontiert, was dazu führte, dass sich eine Reihe von Leistungskennzahlen verschlechterte. Parallel dazu kamen eine Reihe von neuen Marktteilnehmern auf den Markt: Fintech, Insurtech, neue Banken, die den traditionellen Playern Marktanteile weggeschnappt haben, um ihrerseits Marktanteile zu gewinnen.

Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Wertschöpfung

Derzeit sehen sich sämtlich Bereiche der Finanzindustrie mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert:

  • Digitalisierung
  • Staatlicher und öffentlicher Druck zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen
  • Veränderte Verbraucher- und Mitarbeitererwartungen, welche die Art und Weise, wie die Gesellschaft Dinge erledigt haben möchte, verändern
  • COVID-19 erweist sich als Katalysator und beschleunigt das Tempo des Wandels erheblich, da viele Aspekte der Arbeit, der Bildung und der sozialen Interaktion mittels Einsatz neuer Technologien oder der weitaus stärkeren Verbreitung bestehender Technologien bestärkt werden.

Einige Beispiele für eine solche Beschleunigung im Bereich der Finanzdienstleistungen sind bargeldlose Zahlungen, digitale Versicherungsprodukte oder digitale Angebote aus dem Kreditbereich. Da die Technologie neue Möglichkeiten eröffnet, schafft sie auch neue Wettbewerber. Neobanken, Fintech- und Insurtech-Player sowie grosse Tech-Unternehmen gewinnen Marktanteile im Bereich der Finanzdienstleistungen.

Der Bedarf an Veränderung und wichtige Entwicklungen

Die Bedürfnisse der Kunden und darüber hinaus die Kunden selbst, haben sich verändert, wobei die jüngeren Generationen zu noch wichtigeren Segmenten werden. Auch die Mitarbeiter verändern sich. Sie erwarten neue Arbeitsweisen. Man verlangt nach agilen Organisationen, wobei der Fokus auf der Schaffung und Erhaltung eines integrativen und vielfältigen Arbeitsumfelds liegt. Auch die Aufsichtsbehörden haben sich seit der Finanzkrise 2008 als wichtige Triebkräfte des Wandels erwiesen und bleiben ein bedeutender Aspekt in Bezug auf die Entwicklung von Finanzdienstleistungen.

Vor diesen Hintergründen, dürfen zwei wesentliche Entwicklungen hervorgehoben werden.

  • Erstens haben Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter damit zu kämpfen, die Erosion der strukturellen Margen in der Branche einzudämmen. Die Kunden sind kostensensibler geworden, und sie sind zunehmend bereit, zu kostengünstigeren Produkten oder Anbietern zu wechseln. Kunden verlangen auch eine einfache Interaktion mit ihren Finanzdienstleistern. Diese werden nicht selten von den neuen Akteuren im Finanzdienstleistungsbereich, in Form von massgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen angeboten.
  • Zweitens haben neue grenzüberschreitende Regulierungsaspekte und die Verschärfung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen die Kostenbasis von traditionellen Angeboten in die Höhe getrieben und darüber hinaus, Ineffizienzen geschaffen.


Schweizer Finanzdienstleister stehen vor herausfordernden Zeiten

Die Performance vieler Schweizer Finanzdienstleister war in den letzten zehn Jahren unbefriedigend. Am Beispiel der Banken zeigt sich, dass die Bankaktien seit der Finanzkrise 2008 um über 30 Prozent gefallen sind, während der Swiss Market Index im gleichen Zeitraum um rund 30 Prozent gestiegen ist. Auch die durchschnittliche Eigenkapitalrendite der Banken ist seit 2007 deutlich gesunken, auf heute rund 5 Prozent, während die durchschnittlichen Kapitalkosten des Sektors diese Rendite deutlich übersteigen.

Fazit und Ausblick

Man sollte jedoch, was die Zukunft der Schweizer Finanzdienstleistungsbranche angeht, optimistisch bleiben. Viele Akteure sind global oder national führend in ihren Sektoren und haben begonnen, sich auf den Wandel einzulassen. Indem sie diesen Prozess beschleunigen, können Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und Marktanteile zurückgewinnen.

Autor/in
Kevin Schneebeli

Kevin Schneebeli

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Autor/in
Bernhard Koye

Prof. Dr. Bernhard Koye

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