Rechtliche und ethische Herausforderungen der Digitalisierung
Rechtliche und ethische Herausforderungen der Digitalisierung (Symbolbild)

Der Druck auf Führungskräfte nimmt stetig zu und kommt derweilen aus diversen Richtungen. Die Digitalisierung ethisch und rechtlich sauber zu gestalten, resultiert jedoch in einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit.

Die Digitalisierung ist eine der wichtigsten Herausforderungen für viele Unternehmen. Dabei spielen auch rechtliche Aspekte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Datenschutz, regulatorische und kartellrechtliche Fragen, Haftungsfragen, Schutz des geistigen Eigentums, Cybersicherheit und ethische Grenzen im Zusammenhang mit der Anwendung von Künstlicher Intelligenz sind nur einige der Themen in diesem Zusammenhang.

Steigende Anforderungen in der Führung

Ein Grossteil der Entscheider sehen sich von ihren Stakeholdern unter Druck gesetzt, bei der Digitalisierung ethische und moralische Fragen zu berücksichtigen. Diese Situation trifft insbesondere auf den Finanzsektor zu, zumal Kunden, Lieferanten und die Öffentlichkeit verstärkt darauf drängen, Ethik und Moral bei der Digitalisierung nicht zu vergessen.

Die Regulierung hat zudem spürbar zugenommen und die Institute selbst sind zunehmend sensibilisiert für ethische Fragen. Die zwei Mega-Trends Digitalisierung und Nachhaltigkeit treiben die Diskussion um ethisches Handeln an. Bei beiden kommt der Finanzbranche besondere Verantwortung zu - durch die Steuerung von Geldströmen hat sie einen enormen Einfluss auf die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft.

Fokus auf ethischem Umgang mit Daten

Die Entscheider selbst sehen den Schutz von Daten als das zentrale Thema bei der Berücksichtigung ethischer Aspekte. Unabhängig vom Druck von aussen, liegt der grösste Handlungsbedarf hinsichtlich ethischer Fragen zum Datenschutz im Rahmen der Privatsphäre. Ebenfalls gehen die Interessen in Richtung der Gestaltung des Wandels der Arbeitswelt, zum Beispiel in punkto Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter.

Weiter besteht jedoch auch Handlungsbedarf beim Einsatz von Maschinen, die autonome Entscheidungen treffen. Das insbesondere vor dem Hintergrund, dass Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aktuell über kaum einen Digitalisierungsaspekt stärker diskutieren.

KI im Personalbereich

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz im Personalbereich müssen Unternehmen ganzheitlich vorgehen. Wenn beispielsweise Bewerber über KI-basierte Algorithmen ausgewählt werden, müssen neben den rechtlichen Anforderungen auch ethische Aspekte im Blick behalten werden.

Für ein sinnvolles Risiko Management, das auf Resilienz unter Nutzung von Entwicklungschancen durch KI ausgelegt ist und die Reputation des Unternehmens dabei nachhaltig schützt, sollten Datenschutz, Arbeitsrecht und ethische Aspekte gemeinsam betrachtet und proaktiv angegangen werden.

Fazit

Vielen Unternehmen fällt es schwer, das Tempo des digitalen Wandels mitzugehen. «Die grösste Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst, sondern ihm mit der Logik von gestern zu begegnen. Die Bedeutung des Rohstoffs Daten ist bei den Entscheidungsträgern angekommen. Unternehmen beginnen Datenstrategien auszudenken und „Data Lakes“ anzulegen. Es werden „Hadoop Cluster“ installiert, „Data & Analytics Labs“ eingerichtet und „Data Scientists“ eingestellt.

Eine erfolgreiche Datenstrategie erfordert aber mehr als Investitionen in Daten, Personal und Technologien. Sie verlangt ein Mindset, das digitale Geschäftsmodelle, Organisationen, Produkte und Prozesse umfassend denkt. Dies wird gerne vergessen, wenn man das Thema wieder einmal „in die IT“ gibt oder wenn sich IT und Business Units darüber streiten, wem „das Thema gehört“. Der digitale Wandel ist aber kein Thema, um das sich einzelne operative Einheiten oder technische Spezialisten kümmern sollten. Er erfordert strategisches Denken, das von ganz oben geführt wird und sich tief in die gesamte Organisation eingräbt.

Autor
Kevin Schneebeli

Kevin Schneebeli

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Autor
Bernhard Koye

Prof. Dr. Bernhard Koye

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