Steuerrecht

Dividendenpolitik Schweizerischer Unternehmen (1/2)

Die Gewinnverwendung der Unternehmen ist ein unternehmenspolitischer, aber auch ein anlagestrategischer Entscheid der Anteilseigner. Dabei spielen Interessen- und Zielkonflikte, insbesondere zwischen der Unternehmensführung und den Anteilseignern, eine wichtige Rolle. Mit der Unternehmenssteuerreform II erfolgte der Wechsel vom Nennwert- zum Kapitaleinlageprinzip, der einen Einfluss auf die Gewinnverwendung hat. Dieser Wechsel trat per 1. Januar 2011 in Kraft. Ausschüttungen aus Kapi

Pauschalbesteuerung: Die Entstehung

Die Besteuerung nach dem Aufwand – im Volksmund auch Pauschalbesteuerung genannt – ist wiederkehrend auf der politischen Agenda und wird kontrovers diskutiert. Die Diskussion dreht sich um Sinn und Zulässigkeit und findet seit deren eidgenössischer Einführung mit voraussehbarer Regelmässigkeit statt. Herr Lüthi hat sich im Rahmen seiner Weiterbildung zum LL.M. Swiss and International Taxation an der Kalaidos Fachhochschule Schweiz / dem SIST Schweizerisches

UStR III gescheitert: Was nun?

In einer 4-teiligen Blogserie zu den Neuerungen der Vorlage für eine Unternehmenssteuerreform III (UStR III) wurden die bisher bekannten Absichten der Kantone betreffend (1) die Patentbox und erhöhte Steuerabzüge für Forschung und Entwicklung, (2) zinsbereinigte Gewinnsteuer (Notional Interest Deduction, kurz „NID“) und Anpassungen bei der Teilbesteuerung für ausgeschüttete Gewinne, (3) Entlastungsbegrenzung und allfällige Anpassungen bei Kapital- u

Meldeverfahren: Neue Bestimmungen

Bei Dividendenausschüttungen einer Schweizer Gesellschaft an ihre in-oder ausländische Muttergesellschaft ist grundsätzlich die Verrechnungssteuer (35%) geschuldet. Sind die Voraussetzungen nach dem Verrechnungssteuergesetz bzw. der Verordnung oder dem einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommen / EU-Zinsbesteuerungsabkommen erfüllt, so kann die Verrechnungssteuer innerhalb eines nationalen oder internationalen Konzerns bis auf 0% reduziert werden. Damit die Unternehmen die

13. Februar 2017

Folgen falscher Buchführung (2/2) - Beispiel

In einem ersten Post "Folgen falscher Buchführung (1/2)" wurden allgemeine Abhandlungen zu den Steuerbussen und Strafnormen gemacht. Das folgende Beispiel eines mittelständischen Unternehmers soll nun die möglichen Folgen, die bei einer Verletzung des Steuerrechts, Obligationenrechts und Strafrechts resultieren, genauer aufzeigen. Sachverhalt Aktionär Muster ist mit einer Beteiligung von 80 % Hauptaktionär der Muster Handels AG. Seine Schwester verfü

Folgen falscher Buchführung (1/2)

Die steuerliche Doppelbelastung von Gewinnen bei der Aktiengesellschaft einerseits und als Dividende beim Aktionär anderseits verleitet immer wieder Inhaber von KMU eine Reduktion der Steuerlast mittels Verbuchung von privaten Auslagen in der Buchhaltung des Geschäftsbetriebes zu bewirken. Dabei geht oft vergessen - oder wird bewusst in Kauf genommen-, dass nicht nur das Steuerrecht (direkte Steuern und andere Steuerarten) aber auch das Obligationenrecht und das gemeine Strafrecht verl

USR III: 5 Fragen an Fabian Baumer (ESTV)

Fabian Baumer, Leiter Hauptabteilung Steuerpolitik bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), gibt dem Kalaidos Blog ein Kurzinterview zur Unternehmenssteuerreform III. Wir durften ihm 5 Fragen rund um die Unternehmenssteuerreform III stellen und sind auf ein topaktuelles Interview mit ihm sehr gespannt! Kalaidos Blog: Herr Baumer, die Schweiz muss aufgrund des internationalen Drucks die Steuerprivilegien für Holding- und Domizilgesellschaften aufheben. Die Unternehmenssteu

UStR III: Was machen die Kantone? (4/4)

In der 4-teiligen Blogserie zu den Neuerungen der Unternehmenssteuerreform III (UStR III) wurden die bisher bekannten Absichten der Kantone betreffend die Patentbox und erhöhte Steuerabzüge für Forschung und Entwicklung, zinsbereinigte Gewinnsteuer (Notional Interest Deduction, kurz „NID“) und Anpassungen bei der Teilbesteuerung für ausgeschüttete Gewinne sowie Entlastungsbegrenzung und allfällige Anpassungen bei Kapital- und Gewinnsteuern aufgezeigt. D

Präferenzieller Ursprung (Teil 2)

In einem ersten Teil des Experten-Interviews hat uns Ivo Pollini (Zoll- und Mehrwertsteuerspezialist) die Komplexität des Zollpräferenzursprungs verdeutlicht. In der Fortsetzung wird nun auf Praxisprobleme bei der Einfuhrsteuer hingewiesen. Kalaidos Blog: Sie sprachen davon, dass Kunden Sie häufig zur Einfuhrsteuer, also der MWST, welche auf der Einfuhr von Produkten erhoben wird, kontaktieren. Stelle ich mir das zu einfach vor, wenn ich die These wage, dass einfach eine Einfuhr

UStR III: Was machen die Kantone? (3/4)

Die Unternehmenssteuerreform III (UStR III) ist in aller Munde. Am 12. Februar 2017 wird über eine Unternehmenssteuerreform entschieden, die viele Neuerungen beinhaltet. Um einen Gesamtüberblick zu erhalten, zeigt diese Blogserie die Massnahmen der Kantone auf, welche bei einer Annahme der UStR III beabsichtigt sind. In einem ersten Post wurde eine Gegenüberstellung der bisher bekannten Absichten der Kantone betreffend die Patentbox und erhöhte Steuerabzüge für Fors