Accounting und Controlling

SWOT-Analyse oder Shareholder Value-Ansatz?

Wer sich mit strategischem Management auseinandersetzt oder sich ins Marketing vertieft, kommt nicht an der so genannten SWOT-Analyse vorbei. Sie ist das wahrscheinlich bekannteste strategische Analyseinstrument und ganz sicher jenes, das in der Ausbildung die grösste Rolle spielt, weil man sie fast immer "irgendwie" einsetzen und einüben kann. Entstanden aus der Tradition der an Fallstudien orientierten Problemlösung bekannter Business Schools wie Harvard und gepflegt in den Bera

Bewertungsgrundsätze FER / OR: Forderungen (Teil 3.2)

Im Rahmen einer Blogserie wurde in einem ersten Teil Aktivum und Passivum definiert und Bewertungsansätze festgehalten. In einem zweiten Teil wurde auf die Bewertungsgrundsätze und die Zusammensetzung der einzelnen Werte näher eingegangen. Der dritte Teil dieser Blogserie beschäftigt sich mit der Bewertung von einzelnen Vermögenswerten nach FER 2 und dem neuen Rechnungslegungsrecht (OR).  Forderungen werden gemäss FER 2.8 zum N

Preisbildung bei M&A-Transaktionen (1/2)

Wiederholt kam es in jüngerer Vergangenheit zu Megafusionen und Übernahmen, wie zum Beispiel dem Verkauf von Syngenta an ChemChina. Dabei griffen die Käufer regelmässig tief in die Taschen. Im Fall von Syngenta bezahlte der neue chinesische Eigentümer ChemChina rund das 17-fache des EBITDAs (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Das ist deutlich mehr, als für vergleichbare Transaktionen in der Vergangenheit bezahlt wurde. Nachfolgende Grafik zeigt die his

Grundsatz freier Beweiswuerdigung: Ein Notnagel? (Teil 2)

In einem ersten Teil wurde dargelegt, dass das Mehrwertsteuergesetz (MWSTG) neu eine strikte Trennung von materiellem und formellem Recht vorsieht, was sich am deutlichsten im Grundsatz der freien Beweiswürdigung zeigt. Eng wird jedoch die Beweismittelfreiheit und die damit einhergehende freie Beweiswürdigung von den Gerichten ausgelegt und darf somit von den steuerpflichtigen Personen nicht falsch verstanden werden. Nach wie vor ist  eine vollständige Originalrechnung b

Bewertungsgrundsätze FER / OR (Teil 3.1) : Wertschriften

Nachdem wir im ersten Teil Aktivum und Passivum definiert und die Bewertungsansätze (historisch oder aktuell) mit den jeweiligen Werten festgehalten haben, sind wir im zweiten Teil auf die Bewertungsgrundsätze und die Zusammensetzung der einzelnen Werte näher eingegangen. Ab diesem dritten Teil wollen wir uns die Bewertung der einzelnen Vermögenswerte – ausgehend von FER 2 Bewertung anschauen und jeweils kurz auch die entsprechende Bewertung im neuen

Grundsatz freier Beweiswürdigung: Ein Notnagel? (1/2)

Vor nicht allzu langer Zeit war die Ankündigung einer Mehrwertsteuer (MWST)-Revision durch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) einer Hiobsbotschaft gleichzusetzen. War es doch fast keinem Steuerpflichtigen möglich, sämtlichen Anforderungen der ESTV gerecht zu werden. Ein falscher Buchstabe in der Rechnungsadresse, eine nicht aufgedruckte MWST-Nummer - und schon war man mit einer erheblichen Nach- oder Rückforderung der ESTV konfrontiert. Dies war umso stosse

Digitalisierung in Payroll, Accounting und Controlling

Industrialisierung 4.0, Digitalisierung, digitalisieren - omnipräsente Begriffe im Alltag und in den Medien – ein trendiges Thema, welches beinahe alle Leute in ihrem (beruflichen) Alltag beschäftigt. Im Bereich Accounting und Controlling gibt es laufend Neuerungen. Dieser Post zeigt auf, wie diese Neuerungen unser Leben – und damit sind alle Stakeholder des Accounting und Controllings gemeint – vereinfachen werden. HR / PAYROLL: Personaldaten von Mitarbei

Finanzierung sozialer Einrichtungen im Umbruch

In den Bilanzen sozialer Einrichtungen findet sich eine neuartige Bilanzposition: der Schwankungsfonds. Bereits in einem früheren Beitrag haben die Autoren den Schwankungsfonds vorgestellt und dessen bilanzielle Einordnung geklärt. Vertiefend dazu untersucht der vorliegende Beitrag, wie die staatlichen Leistungsentgelte zu verbuchen sind. Die Finanzhoheit über die Behinderteneinrichtungen liegt seit der Neugestaltung des Finanzausgleichs (NFA) nicht mehr beim Bund, sondern –

Dividendenpolitik Schweizerischer Unternehmen (Teil 2/2)

In einem ersten Teil haben wir aufgezeigt, dass keines der 50 SPI-Unternehmen mit der grössten Börsenkapitalisierung (knapp 94% der Marktkapitalisierung des SPI) im Zeitraum 2009 bis 2015 eine gewinnabhängige Dividendenpolitik betrieb. Die Untersuchung dieser Geschäftsberichte zeigte zudem auf, dass es vier Grundtypen von Unternehmen gibt, wie auf die Umstellung vom Nennwertprinzip auf das Kapitaleinlageprinzip am 1. Januar 2011 reagiert wurde. Ausschüttungen a

Dividendenpolitik Schweizerischer Unternehmen (1/2)

Die Gewinnverwendung der Unternehmen ist ein unternehmenspolitischer, aber auch ein anlagestrategischer Entscheid der Anteilseigner. Dabei spielen Interessen- und Zielkonflikte, insbesondere zwischen der Unternehmensführung und den Anteilseignern, eine wichtige Rolle. Mit der Unternehmenssteuerreform II erfolgte der Wechsel vom Nennwert- zum Kapitaleinlageprinzip, der einen Einfluss auf die Gewinnverwendung hat. Dieser Wechsel trat per 1. Januar 2011 in Kraft. Ausschüttungen aus Kapi