Herbstgespräche

Die Kalaidos Fachhochschule Departement Wirtschaft organisiert jeweils im Winter-Semester eine viertägige Veranstaltungsreihe, die «Herbstgespräche». Pro Abend werden zwei profilierte, kompetente ReferentInnen in einem moderierten Dialog ein aktuelles Thema aus zwei unterschiedlichen, kontroversen Blickwinkeln thematisieren.

Jede Abendveranstaltung dauert von 18.30 bis 20.00 Uhr (zwei Lektionen). Zuerst legen die beiden ReferentInnen in einem kurzen Vortrag ihren Standpunkt dar und beantworten im Anschluss Verständnisfragen aus dem Publikum. In der anschliessenden Gesprächsrunde diskutieren die beiden Referenten ihre Standpunkte. Die anwesenden Studierenden und anderen Angehörigen der Kalaidos Fachhochschule sind eingeladen, ihre kritischen Fragen und Ansichten ebenfalls einzubringen.

Die Herbstgespräche ergänzen das Studienangebot für Studierende der Kalaidos Fachhochschule und sollen − wie das Wirtschaftsforum − ein fixer Termin in der Agenda der Ehemaligen und der interessierten Führungskräften aller Branchen und Unternehmensgrössen werden. Die Herbstgespräche bieten die Möglichkeit zum spannenden Austausch mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Sozial- und Geisteswissenschaften und zum persönlichen Networking am anschliessenden Apéro.

Online-Anmeldung

Übersicht
  Programm Herbstgespräche

16. November 2011
18.30 bis 20.00 Uhr
Anmeldeschluss:
11. November 2011
 


«Laufbahn ist planbar – bloss wie?»
Claire Barmettler / Dr. Charles Mariauzouls

24. November 2011
18.30 bis 20.00 Uhr
Anmeldeschluss:
21. November 2011
 


«Die Bedeutung der Schuldenkrise für die Schweiz.»
Werner Vontobel / Martin Weder

2. Dezember 2011
18.30 bis 20.00 Uhr
Anmeldeschluss:
29. November 2011

 

«Die Zukunft der Mobilität und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft»
Nationalrätin Franziska Teuscher / Jeannine Pilloud

5. Dezember 2011
18.30 bis 20.00 Uhr
Anmeldeschluss:
30. November 2011

 

«Standort Schweiz: Erfolgsmodell mit Verfallsdatum?»
Markus Assfalg / Robert E. Gubler
Referate / Referenten

Datum: 16. November 2011
Zeit: 18.30 bis 20.00 Uhr

Laufbahn ist planbar – bloss wie?

Auf der einen Seite planen Personalentwickler die Weiterentwicklung der Belegschaft aufgrund von Bedarfsanalysen über die verschiedenen Unternehmensbereiche hinweg. Auf der anderen Seite greifen einzelne Mitarbeiter immer häufiger zu der Möglichkeit einer persönlichen Laufbahnberatung unabhängig vom aktuellen Arbeitgeber. Um beide Positionen verbinden zu können, möchten wir mit Hilfe eines Personalentwicklers und einer Laufbahnberaterin Einblicke in deren Alltag gewinnen: Welche Fähigkeiten/Kompetenzen erwarten Unternehmen von den (neuen) Mitarbeitenden? Wie kann ich in der heutigen schnelllebigen Zeit meine Laufbahn sinnvoll planen?

Referentin:
Claire Barmettler, Geschäftsführerin der advenias ag

Ist Laufbahn planbar? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach. Einerseits ist die Arbeitswelt dynamisch und der Arbeitsmarkt anforderungsreich. Veränderungen passieren plötzlich. Entscheidungen müssen rasch getroffen werden − so ist wenig Planung möglich. Also: Nein, die Laufbahn ist nicht planbar. Anderseits wird von den Berufsleuten aber erwartet, dass sie wissen, was sie wollen. Ergibt sich eine berufliche Gelegenheit, müssen sie rasch reagieren. Aber wie kommen sie überhaupt dazu, solche Gelegenheiten zu erkennen? Wie gelangen die Berufsleute zu Klarheit und Sicherheit über das, was sie als nächstes anpeilen wollen? Hier kommt die Planung ins Spiel. Also: Ja, die Laufbahn ist planbar! In diesem Referat erhalten die Zuhörenden Hinweise, wie sie auf ihre berufliche Entwicklung Einfluss nehmen können. 

Barmettler, Claire (*1961) ist Geschäftsführerin der advenias ag in Zürich. Seit 20 Jahren ist sie als selbstständige Beraterin, Coach, Trainerin und Dozentin tätig. Sie erarbeitet mit ihren Kunden aus der Personalentwicklung Konzepte und begleitet deren Umsetzung. Führungskräfte unterstützt sie bei der Karriereplanung. An der Kalaidos Fachhochschule leitet Claire Barmettler den CAS Laufbahncoach. Ihr Bildungsweg: dipl. Psychologin FH (1986), Weiterbildung in systemischer Organisationsentwicklung (2000), dipl. Ausbilderin (2008), Master of Advanced Studies in Training & Development (2011). 

Referent:
Dr. Charles Mariauzouls, Head Group Talent & Development und Performance Management bei SCOR
Worauf kommt es an, beim Karrieremachen? Auf gute Noten, gute Ausbildungen, die richtige Universität oder Business School? Oder auf das persönliche Netzwerk, auf Beziehungen? Auf die Herkunft? Auf das Glück, als richtige Person zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein? Auf das Alter, das Aussehen? Auf Authentizität oder auf «Impression-Management» und Schmeichelei, auf Engagement? Auf die eigene Persönlichkeit und Intelligenz? Was ist mit Erfahrung und praktischem Wissen? Und überhaupt: Wer entscheidet über Karriere? Was heisst schon «Karriere» – ist das etwas Objektives oder entsteht das im eigenen Kopf? Und schliesslich: Was macht das Wörtchen «Plan» im Begriff «Karriereplan» aus − passt das überhaupt noch zu der heutigen, schnelllebigen Zeit? 

Mariauzouls, Charles, Dr. (*1958) ist als Head Group Talent & Development und Performance Management bei SCOR, einem globalen Rückversicherer tätig. Nach einem Psychologiestudium in Zürich (1986-1992) folgte die Promotion an der LMU in München (1996). Daraufhin forschte Mariauzouls in einem Team von Hoffmann-La Roche im Bereich Komplementärmedizin (1992-1997), daraus folgten etliche Publikationen. Im Anschluss daran arbeitete er als Mitarbeiter Personalentwicklung in der Zürich Versicherung Schweiz (1998-2000), als Spezialist Personalentwicklung im Konzernhauptsitz von Zurich Financial Services (2001-2004) und schliesslich als Leiter Learning & Education bei PricewaterhouseCoopers Schweiz (2005-2010).

Moderator:
Prof. Dr. Thorsten Scherf, Leiter Athemia

 


Datum: 24. November 2011
Zeit: 18.30 bis 20.00 Uhr

Die Bedeutung der Schuldenkrise für die Schweiz

Der Wechselkurs des Euro ist - insbesondere im Vergleich zum stabilen Schweizer Franken -  in den letzten Monaten unaufhaltsam gesunken. Grund für die Eurokrise ist u.a. die mangelhafte Haushaltsdisziplin verschiedener EU-Mitgliedstaaten, deren Bonität sukzessive sinkt. Zinssätze und Risikoaufschläge für Staatsanleihen steigen. Die bisher von der Politik verfolgten Lösungsansätze wie die Ausdehnung bestehender Rettungsprogramme sind nach Meinung vieler Finanzexperten ungeeignet und werden als noch unattraktiver empfunden als radikalere Lösungen  - wie z.B. ein Austritt der betroffenen Länder aus der Euro-Zone oder sogar ein Staatsbankrott.

Die Schuldenkrise wirkt sich zunehmend negativ auf die Stimmung der Schweizer Finanzchefs aus. Zwar ist laut der neusten CFO-Umfrage vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte eine Mehrheit der Befragten weiterhin optimistisch für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz; die Stimmung ist jedoch im Vergleich zu den Vorquartalen merklich abgekühlt. Insbesondere bei den Aussichten für das eigene Unternehmen ist ein Negativtrend zu beobachten. Von den 73 CFOs, die an der quartalsweise stattfindenden Umfrage teilnahmen, stellt für 88% die europäische Schuldenkrise ein relativ grosses Risiko für die Schweiz dar.
Befragt nach den grössten wirtschaftlichen Risiken für die kommenden 12 Monate, gab eine Mehrzahl der CFOs den starken Franken (60%) und eine schwächere Auslandsnachfrage (57%) an.

Mit der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit bröckelt eine weitere zentrale Säule des internationalen Finanzsystems. Experten sprechen von einer historischen Zäsur für die Weltwirtschaft. Das gesamte Finanzsystem auf der US-Staatsanleihe sei als «ultrasichere Anleihe» aufgebaut. Die Herabstufung könne somit Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben. Denn mit einem tieferen Rating vermögen die US-Bonds ihre Rolle als weltweit beliebtes und wichtiges Wertaufbewahrungsmittel nur noch unzureichend zu spielen. Dies wiederum hat zur Folge, dass die ohnehin nervösen Finanzmärkte noch zittriger werden. Es wird wohl noch mehr risikoscheue Investoren in den Franken ziehen, weil die Schweiz als eines der wenigen Länder nicht unter einem hohen Schuldenberg ächzt.  

Folgende Fragen werden im Rahmen des Anlasses aufgegriffen: Welches sind die erfolgversprechenden Leitlinien für die Schweizer Geldpolitik und die Stabilisierung der Wirtschaft? Kann die Schweiz eine unabhängige Position vertreten? Welche innovativen Konzepte wären neben den bekannten Instrumenten auch noch denkbar? Welche Schritte wären aus einer zukunftsorientierten Optik für die Schweizer Volkswirtschaft sinnvoll?

Referent:
Werner Vontobel, Chef Wirtschaftsredaktion SonntagsBlick

Leitplanken für eine kritische Diskussion der Bedeutung der Schuldenkrise für die Schweiz

Die Bedeutung der Schuldenkrise für die Schweiz.
Die Schweizer Volkswirtschaft ist momentan stark gefordert: Erstens ist der Franken auch nach der Intervention der Nationalbank immer noch zu teuer. Zweitens vermindern die vor allem in der EU grassierenden Sparprogramme unsere Exportchancen. Drittens leidet der Finanzplatz unter dem allgemeinen Vertrauensverlust im Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise. Man spricht von Arbeitsplatzabbau und Rezession. Die Sofortmassnahmen des Bundesrats waren eher psychologischer Natur und nach der Entscheidung der Nationalbank, die Euro-Untergrenze zu definieren, ist auch eine gewisse Stabilisierung eingetreten.

Der Beitrag der Schweiz zur Schuldenkrise.
Die Schweiz ist Teil eines global vernetzten Systems. Sie trägt mit ihren chronischen Leistungsbilanzüberschüssen nachhaltig zur Überschuldung unserer Handelspartner bei. Die Entscheidung zur Definition einer Euro-Untergrenze könnte man auch als Auftakt zu einem globalen Abwertungswettbewerb sehen. Unsere Nationalbank muss jetzt die Initiative für eine neue, nachhaltige Währungsordnung ergreifen.

Wenn wir die Krise wirklich in den Griff bekommen wollen, müssen wir uns vom Gedanken lösen, dass wir es mit einer Finanz- oder Bankenkrise zu tun haben. Die Banken sind mehr Opfer als Täter. Die wirkliche Ursache der Krise sind die globalen Ungleichgewichte, deren Wurzel wiederum in erster Linie in den Arbeitsmärkten liegt.

Vontobel, Werner (*1946) hat in Basel Ökonomie studiert und ist seit rund 40 Jahren als Wirtschaftsjournalist tätig. Heute kommentiert er das Wirtschaftsgeschehen für den Ringier-Verlag und schreibt unter anderem eine viel beachtete Kolumne im «Blick am Abend». Frühere Stationen: Tages-Anzeiger, Sonntagszeitung, Weltwoche, Cash, SonntagsBlick. Vontobel ist Autor mehrerer Sachbücher zu wirtschaftspolitischen und wirtschaftsphilosophischen Themen. Sein wirtschaftspolitisches Credo lässt sich in einem Satz zusammenfassen: «Das Gleichgewicht der sozialen Kräfte muss immer wieder neu austariert werden.»

Referent:
Martin Weder
, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Finanzen und Steuern bei economiesuisse
Schuldenkrise in Europa – Ursachen und Konsequenzen für die Schweiz

Die Schuldenkrise in Europa und den USA hat verschiedene Ursachen, für die es keine einfachen Lösungen gibt. Die Kombination von Finanz- und Wirtschaftskrise, überschuldeten Staaten, unterbliebenen Strukturreformen und den Besonderheiten der europäischen Währungsunion droht Politik und Gesellschaft zu überfordern. Anders als viele Industriestaaten steht die Schweiz finanzpolitisch gut da. Weil sie aber wirtschaftlich stark mit Europa verflochten ist, bekommt sie die Auswirkungen der Schuldenkrise unmittelbar zu spüren. Die Möglichkeiten für wirksame Gegenmassnahmen sind jedoch begrenzt − die Schweiz ist den Entwicklungen im Ausland grösstenteils ausgeliefert. Welche Handlungsoptionen hat die schweizerische Politik, um die Konsequenzen der Schuldenkrise zu minimieren und mit welchen Schwierigkeiten ist zu rechnen?

Weder, Martin (*1981) ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Finanzen und Steuern beim Wirtschaftsdachverband economiesuisse. Seit 2010 ist er ausserdem Doktorand im ökonomischen Seminar der Universität Luzern. Vorher studierte er an der Universität St. Gallen und an der Sophia University in Tokio, mit Abschluss in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik. Schwerpunkt seiner Publikationen sind aktuelle Fragen der Finanzpolitik. In seiner Dissertation untersucht er die Auswirkungen der Finanzpolitik in Krisenzeiten. 

Moderator:
Prof. Dr. Bernhard Koye, Prorektor Bereich Finanzen/Steuern

 


Datum: 2. Dezember 2011
Zeit: 18.30 bis 20.00 Uhr

Die Zukunft der Mobilität und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft

Welche Mobilität braucht die Schweizer Wirtschaft? Ist eine Mobilität, die der Wirtschaft nützt, auch gut für die Gesellschaft? Politiker und Unternehmer sind sich uneinig. Unternehmer verlangen von Arbeitnehmenden hohe Flexibilität und die Bereitschaft, lange Wege zurückzulegen. Doch zu langes Pendeln überlastet die Verkehrswege und belastet die Pendler. Deshalb wird der Ruf nach einer Einschränkung der individuellen Arbeitsmobilität lauter. Welche Mobilitäts-Trends lassen sich beobachten, und welche Konsequenzen ergeben sich für die Wirtschaft?

Unsere Referentinnen beantworten aktuelle Fragen rund um das Thema «Mobilität». Wie viel Pendeln ist zumutbar? Soll die Arbeitsmobilität eingeschränkt werden? Behindern Verkehrsengpässe den Wirtschaftsstandort Schweiz? Wird der öffentliche Verkehr zu sehr staatlich gelenkt? Die Verkehrswege sind am Anschlag – was ist zu tun? Soll der ÖV in Zukunft mehr kosten? Muss Autofahren teurer werden – oder müssen etwa die Preise für Zugbillete erhöht werden?

Ein wichtiger Aspekt in der Diskussion werden auch die Arbeitnehmenden selbst sein: Führt Stress bei der Arbeit zu gestressten Pendlern – oder umgekehrt Stress beim Pendeln zu gestressten Arbeitnehmenden? Führt die Wohnungsknappheit zu mehr Bedarf an Mobilität, und kommt man in Zukunft beinahe nicht mehr um das Pendeln herum?

Referentin:
Nationalrätin Franziska Teuscher
Vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs profitieren alle

In den kommenden Jahren müssen wir mit einer massiven Zunahme der Mobilität rechnen. Die Schweiz hat in den vergangenen Jahren eine fortschrittliche Verkehrspolitik verfolgt. Aber in Zukunft wird der Verteilkampf härter. Weitere Grossinvestitionen in die Bahn bei gleichzeitigem Weiterausbau der Strasse werden nicht möglich sein. Hier muss der Bundesrat Prioritäten setzen. Es gilt die Transportart zu fördern, welche die Nachhaltigkeits- und Effizienzkriterien am besten erfüllt – zum Beispiel durch die Investition von Treibstoffzollgeldern in den öffentlichen Verkehr.

Soll die Verlagerung des Mehrverkehrs auf die Schiene gelingen, müssen auch die Unternehmen für eine nachhaltige Mobilität einstehen. Sie waren in den vergangenen Jahren gleichzeitig Profiteure und Treiber für das zusätzliche Verkehrsaufkommen und die Pendlerströme.

Die Kosten für die heutige Mobilität zahlen aber heute fast ausschliesslich der Staat und die Pendlerinnen und Pendler. Letztere sind oft gezwungen, weite Wegstrecken zurückzulegen, die ihre Arbeitszeit künstlich verlängern. Und sie zahlen immer höhere Abonnement-Preise. Man kann sich fragen, ob man hier die Unternehmen in Zukunft nicht stärker in die Pflicht nehmen könnte − zum Beispiel über eine ökologische Steuerreform.

Schliesslich ist auch die Raumplanung gefordert: Es wird eine der grossen Herausforderungen der Zukunft sein, eine Trendwende herbeizuführen – indem zum Beispiel Arbeit, Freizeit und Wohnen wieder näher aneinanderrücken.

Teuscher, Franziska (*1958) studierte an der Universität Bern Biologie und machte später ein Nachdiplomstudium in Umweltwissenschaften an der Universität Zürich. Danach war sie als Mitinhaberin und Verwaltungsratspräsidentin der Firma Naturaqua in Bern tätig. Aktuell amtet sie als Zentralpräsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz VCS, als Nationalrätin für die Grüne Partei der Schweiz, als Vizepräsidentin der Grünen, als Mitglied der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen sowie der Umwelt-, Raumplanungs- und Energiekommission. Franziska Teuscher ist verheiratet und Mutter zweier Jugendlicher.

Referentin:
Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr
Die SBB im Spagat zwischen Politik, Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit

Die Schweizer sind Europameister im Bahnfahren: Insgesamt fahren jährlich rund 327 Millionen Reisende mit der SBB − das entspricht fast der Hälfte des europäischen Luftverkehrs. Es sind über 400`000 Generalabonnemente (GA) und 2,3 Millionen Halbtax-Abonnemente im Umlauf. Die Dienstleistungen, welche die SBB erbringt, sind für die Kunden heute selbstverständlich geworden. Im Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit, Politik und Kundenorientierung sind die Herausforderungen für die SBB grösser denn je. Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr, erklärt, wie sie mit ihren 13`000 Mitarbeitenden heute und morgen dafür sorgt, dass die Kundinnen und Kunden gut aufgehoben sind und sicher sowie pünktlich ankommen.

Pilloud, Jeannine (47) hat Architektur (ETH), Germanistik und Publizistik studiert. Karriere machte die Zürcherin als Systemintegratorin beim früheren Detailhandelskonzern Bon Appétit. Beim deutschen Informatikdienstleister T-Systems stieg sie bis zur Managerin von Westeuropa auf. Als Leiterin von SBB Personenverkehr ist sie für 13`000 Mitarbeitende verantwortlich. Die ehemalige Leistungsschwimmerin lebt mit ihrer vierköpfigen Familie in Zürich.

Moderator:
Prof. Dr. Christian Fichter, Leiter Forschung




Datum: 5. Dezember 2011
Zeit: 18.30 bis 20.00 Uhr
 
Standort Schweiz: Erfolgsmodell mit Verfalldatum? 
 
Die Schweiz funktioniert. Schon lange. Und gut. Doch wie lange kann es noch so weitergehen? Ist die Schweiz nicht zu klein und zu langsam, um im internationalen (regionalen) Standortwettbewerb weiterhin so erfolgreich zu sein? Oder sind Langsamkeit und Kleinräumigkeit sogar Vorteile? Gerade der Wirtschaftsraum Schweiz steht doch immer mehr unter Beschuss – wie können wir uns wehren? Welche Vorteile haben wir, wie erkennen wir diese und wie machen wir sie bekannt?
Unsere ExpertInnen diskutieren diese und weitere Fragen, welche für Schweizer UnternehmerInnen von grösster Bedeutung sind.
Referent:
Markus Assfalg, Leiter Standortmanagement Kanton Zürich
Vier Faktoren entscheiden wesentlich über Kommen und Bleiben von natürlichen und juristischen Personen in einer Region: staatliche Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Businessmöglichkeiten und weiche Faktoren. Zunächst werden diese Kriterien kurz vorgestellt. Daraufhin folgt eine Beleuchtung der aktuelle Aspekte mit Zukunftspotenzial aus der Sicht der Standortförderung Kanton Zürich – dabei wird auf deren aktuelle Tätigkeiten Bezug genommen.

Assfalg, Markus (*1956) leitet seit Anfang 2009 die Standortförderung des Kantons Zürich. Nach einer Lehre als Elektromechaniker absolvierte er auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und erlangte 1992 das Anwaltspatent, daraufhin war er als Anwalt tätig. Von 1994-2000 arbeitete er als Anwalt und Leiter Rechtsdienst Personenverkehr bei den SBB AG. 1999 erlangte er einen MBA an der Universität Zürich. Von 2000-2002 war er Generalsekretär an der Universität St. Gallen, daneben führte er bis 2003 eine eigene Firma im Bereich Marketing von erneuerbaren Energien. Von 2003 bis Ende 2008 war er bei Swissmem (Arbeitgeberverband Maschinen- Elektrometallindustrie) als Ressortleiter tätig.
 
Referent:
Robert E. Gubler, Partner, Mitglied des Verwaltungsrates und Senior Consultant bei Communicators AG
Die Schweiz erscheint regelmässig in den Spitzenrängen der internationalen Standortrankings. Einzelne Standortfaktoren lassen aber vermuten, dass die Schweiz ihre Sache nicht besser, sondern einfach weniger schlechter als die Konkurrenz macht. Die günstigen Vorzeichen verändern sich an verschiedenen Fronten: Der Finanzplatz ist unter Druck, das Image der Schweiz auch. Der überbewertete Schweizerfranken bringt die Produktions-Unternehmen an ihre Grenzen. Die Politik stellt Weichen, die den Wirtschaftsstandort zusätzlich beeinträchtigen: Zum Beispiel werden die vergleichsweise tiefen Energiepreise aufgegeben. In der Raumplanung wird der Markt ausgeblendet. Der Flughafen soll in ein Korsett gezwängt werden. Die Sozialwerke und Krankenkassen verteilen Steuergelder sowie höhere Lohn- und Lohnnebenkosten von morgen. Die Antwort auf den Mangel an Arbeitskräften bilden Beschränkungskonzepte gegenüber ausländischem Personal. Ein paar Trümpfe bleiben dem Standort Schweiz, ein paar zusätzliche wären nötig.

Gubler, Robert E. (*1949) ist Gründer und Partner der Schweizer Kommunikationsagentur Communicators. Seine persönlichen Beratungs- und Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Verbandsmanagement, der Standortpositionierung und -profilierung sowie in der strategischen Beratung. Er ist Co-Autor des Fachbuches «Standortmarketing». Er präsidiert die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement (SVSM) und ist Mitglied des Leitenden Ausschusses des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV). Er publiziert regelmässig zu politischen und wirtschaftlichen Fragen.

Moderator:
Prof. Dr.
Christian Fichter, Leiter Forschung

 

Location

 

Kalaidos Fachhochschule Wirtschaft AG
Hohlstrasse 535
CH-8048 Zürich

4. Stock, Zimmer 4.12 bis 4.14

 

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News

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Lehrgänge Herbst 2012

TREX | MAS FH in Treuhand und Unternehmensberatung in Bern, Luzern und Zürich

15.02.2012

Diplomfeier der Aus- und Weiterbildungsstudiengänge vom 03. Februar 2012

Wir gratulieren unseren Absolventinnen und Absolventen herzlich!

15.02.2012

On February 3rd 2012, the graduation ceremony of the Kalaidos University of Applied Sciences took place

Students of the International Management Institute graduated from their Executive MBA programs in the fields of International Management and International Marketing.

14.02.2012

Projekt NEPTUN - Notebooks für Studierende

Wir freuen uns, unseren Studierenden wieder die Teilnahme am Projekt NEPTUN zu ermöglichen.

14.02.2012

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Organistaionskultur entwickeln? CAS FH Prozessberatung. Die Ausbildung in Organisationsentwicklung. Lernen Sie von PraktikerInnen für die Praxis.

14.02.2012

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Veränderungsprozesse erfolgreich initiieren und umsetzen. Unternehmen wachsen, sind erfolgreich, gehen unter oder entwickeln sich und ihre Produkte und Dienstleistungen immer weiter. Sie sind ständigen Veränderungen unterworfen, da sie sowohl vom Markt als auch von Kunden gesteuert sind.