tl_files/article pics/R_KALFH_webbild_wirtschaftsforum.jpg

 

Hochkarätig – vielfältig – vernetzend: Das 11. Wirtschaftsforum der Kalaidos Fachhochschule wurde diesen Attributen gerecht. Rund 250 Studierende besuchten die Referate rund um das Thema „Wirtschaft steuern – Punkt oder Fragezeichen“. Nach dem Prinzip «vom Globalen ins Persönliche» wurden in 12 Referaten, gestaffelt in 3 Themenblöcken, weltweite Trends aufgezeigt, der Transfer und die Umsetzung auf der Unternehmensebene betrachtet, Expertenmeinungen vorgestellt und die Konsequenzen für die persönliche Arbeit diskutiert. Speziell gut angekommen bei den Teilnehmenden sind die Panels, welche die Referate mit angeregten Diskussionen abrundeten.

 

Besonders spannend war der Beitrag von Prof. Dr. Mathias Binswanger, Fachhochschule Nordwestschweiz, zum Thema  künstlich inszenierter Märkte, welche vor allem im Bereich der Wissenschaft, Bildung und im Gesundheitswesen gang und gäbe sind. Diese Wettbewerbe führen aber nicht zwingend zu besseren Ergebnissen sondern – im Gegenteil – zu fatalen Folgen für die Wirtschaft und Gesellschaft. Denn Wettbewerb kann nur dort für Effizienz sorgen, wo es auch einen funktionierenden Markt gibt.

 

Frau Dr. Renate Schwob thematisierte den Spielraum der Schweiz bei der Regulierung des Finanzplatzes. Als stellvertretender CEO der Schweizerischen Bankiersvereinigung  vertritt sie die Haltung, dass die Banken sich selbst regulieren müssen, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Sie ist überzeugt, dass die Schweiz sich ein Mitspracherecht bei der Regulierung der internationalen Finanzplätze sichern kann und die Argumente der Schweiz auch gehört werden.

 

„Sinn und Unsinn in der staatlichen Steuerung privater Bildung“ – dazu äusserte sich Dr. Jakob Limacher, Präsident des Fachhochschulrats der Kalaidos Fachhochschule. Am Beispiel des Bildungsmarktes hat er aufgezeigt, dass regulatorische Eingriffe an den richtigen Stellen und im richtigen Mass die Marktteilnehmer schützen und für Gleichgewicht unter ihnen sorgen können. Steuerung und Kontrolle aus ideologischen Gründen oder aus Mangel an Wissen hingegen verzerren auf unfaire Weise den Wettbewerb und werden für die Wissensgesellschaft zu einer belastenden Hypothek, so Limacher.

 

Auf den Leitsatz des Forums – „Wirtschaft steuern – Punkt oder Fragezeichen“ – kann zusammengefasst gesagt werden: Es braucht Steuerung. Vor allem aber braucht es einen breit abgestützten Dialog zu komplexen Fragestellungen, damit so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich gesteuert werden kann – für eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft.

 

Das nächste Forum der Kalaidos Fachhochschule findet im Juni 2012 statt. Im November/Dezember 2011 stehen neu die sogenannten „Herbstgespräche“ für die Studierenden auf dem Programm.

 

6. Juni 2011
Global Trends
14:00 – 14:45 Governance und Führung statt Management – welche Regie erfordert die Inszenierung von Projekten?

Werner List,
selbstständig beratender Betriebswirt
14:45 – 15:30 Das bedingungslose Grundeinkommen: mehr Dynamik oder Untergang?

Daniel Straub, Agentur[mit]Grundeinkommen
15:30 – 16:00 Pause
  Expert Topics
16:00 – 16:45 Wie führt man Spezialistinnen und Spezialisten?

Prof. Dr. Anton Gunzinger,
Supercomputing Systems AG
16:45 – 17:30 Vitalität in Unternehmen stärken:
eine Schlüsselaufgabe für Führungskräfte und BeraterInnen


Dr. Barbara Albrecht,
Albrecht Organisationsberatung
17:30 – 18:00 Pause
  Transfer
18:00 – 18:45 Leadership zwischen Illusion und realer Wirksamkeit

Textversion der Präsentation

Herbert Schober-Ehmer, Redmont GmbH Co OG
18:45 – 19:30 Die Automobilbranche in der Krise und im Umschwung –
die Antworten der Daimler AG


Thomas Eisenbarth, Mercedes-Benz Cars
19:30 – 19:45 Pause
19:45 – 20:30 Panel-Diskussion:
«Leadership neu wagen»


mit Thomas Eisenbarth,
Prof. Dr. Anton Gunzinger und
Herbert Schober-Ehmer
Moderation: Prof. Dr. Bernhard Koye und Prof. Dr. Christian Fichter
7. Juni 2011
Expert Topics
14:00 – 14:45 Sinn und Unsinn in der staatlichen Steuerung privater Bildung

Dr. Jakob Limacher,
Kalaidos Bildungsgruppe Schweiz 
14:45 – 15:30 Steuerungslogiken von Organisationen aus systemtheoretischer Sicht

Dr. Michael Zirkler,
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
15:30 – 16:00 Pause
  Global Trends
16:00 – 16:45 Offshore Outsourcing: A Primer

Prof. Dr. Kevin D. Stringer
Credit Suisse und Kalaidos Fachhochschule 
16:45 – 17:30 Steuerung der Wirtschaft durch künstlich inszenierte Wettbewerbe?

Prof. Dr. Mathias Binswanger,
Fachhochschule Nordwestschweiz
17:30 – 18:00 Pause
  Transfer
18:00 – 18:45 Wie viel Freiheit hat die Schweiz in der Regulierung des Finanzplatzes?

Dr. Renate Schwob,
Schweizerische Bankiervereinigung SBVg
18:45 – 19:30 Wohin treibt die Wirtschaft –
und was ist unsere Rolle?


Josef Keller, Swissmem
19:30 – 19:45 Pause
19:45 – 20:30 Panel-Diskussion: «Marktregulierung: ‹ja bitte› oder ‹nein danke›»?

mit Dr. Renate Schwob, Josef Keller, PD Dr. Felix Schläpfer und Prof. Dr. Kevin D. Stringer
Moderation: Prof. Dr. Bernhard Koye und
Prof. Dr. Christian Fichter

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
14:00 – 14:45 Global Trends

Governance und Führung statt Management – welche Regie erfordert die Inszenierung von Projekten?
Die Projektarbeit nimmt laufend zu – und die Professionalisierung des Projektmanagements wird immer wichtiger. Das ist nur allzu verständlich: Die Projektisierung von Arbeit wird zum fundamentalen, oft einzig möglichen Organisationsprinzip, um Veränderung und Innovation zu gestalten. Doch die Realität ist ernüchternd; viele Projekte scheitern. Trotz hoher formaler Reife, mit der wir Projekte planen und steuern, entgleiten die Vorhaben. Obwohl klare Regie-Anweisungen bestehen, ebenso wie eine ausgefeilte Dramaturgie, ambitionierte Darsteller und eine
professionelle Bühnentechnik, hält sich der Applaus in Grenzen oder bleibt ganz aus − weil Projekte als gescheitert angesehen werden oder tatsächlich Fehlschläge waren. Liegt es an den Akteuren, am Stück, an der Bühne oder an der Inszenierung? Oder muss man etwa die Regie für komplexe Vorhaben grundlegend ändern?

Zielpublikum: Organisationsentwickler / Projektverantwortliche / Mitglieder von Steuerungs- und Lenkungskreisen

Werner List, PMP, arbeitete nach seinem BWL-Studium in der Automobilindustrie und in der IT. Sein Schwerpunkt war die Produktgestaltung und Markteinführung sicherheitstechnischer Systeme, bevor er 1991 als Projektleiter in ein Beratungsunternehmen wechselte und die Einführung von Total Quality Management begleitete. Seit 1997 ist er freiberuflich als Berater und Trainer in den Themenkreisen Projekt- und Risikomanagement, Krisenresistenz und Change Management international tätig. In Industrie- und Dienstleistungsunternehmen hat er Initiativen zur Prozessoptimierung verantwortet, Strategieprojekte begleitet, sowie Managementsysteme implementiert. Sein Buch «Kritische Projekte retten» war Anfang des laufenden Jahres unter anderem Top-Empfehlung der NZZ und des Wirtschaftsmagazins ECO.

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
14:45 – 15:30 Global Trends
Das bedingungslose Grundeinkommen: mehr Dynamik oder Untergang?
In der Debatte um das Grundeinkommen geht es darum, was Menschen tun, wenn sie nicht müssen. Fragt man Schweizer Arbeitnehmer in einem Gedankenspiel, ob sie für sinnvollere Tätigkeiten auf Teile des Status oder Salärs verzichten würden, so bejahen das weit über 60 Prozent. Das zeigt, was in der Arbeitsgesellschaft verloren gegangen ist: persönlichen Sinn mit der eigenen Tätigkeit zu generieren. Ein mögliches Modell zur Abhilfe wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Es gäbe jedem eine sichere Basis zur selbstbestimmten Wertschöpfung inner- und ausserhalb der Erwerbstätigkeit. Jeder, unabhängig ob reich oder arm, ob krank oder gesund, ob erwerbstätig oder nicht, würde pro Monat 2500 Franken erhalten – und könnte sich bei Wunsch und Bedarf mit beruflicher Tätigkeit noch mehr dazuverdienen. Ob das Konzept in die richtige Richtung zielt, wird im Referat als offene Fragestellung kritisch diskutiert.

Zielpublikum: An Trends und Zukunftsthemen interessierte Menschen / Menschen, die denken, dass sie einen Traum haben, den sie nie verwirklichen werden können / freie Denker

Daniel Straub hat in Luzern Wirtschaft, in den USA internationale Politik und in Bern Psychologie studiert. Zu seinen vergangenen Arbeitgebern zählen IBM, BrainStore und das IKRK. Er hat einige Jahre eine Montessori-Schule geleitet und dabei beobachtet, wie Menschen aufblühen, wenn ihnen Verantwortung übertragen wird. Seit ein paar Jahren befasst er sich intensiv mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Zusammen mit Unternehmern und Kulturschaffenden setzt er sich für eine breite Diskussion über dieses Thema in der Schweiz ein. Gemeinsam mit der wachsenden Grundeinkommensbewegung bereitet er eine Volksinitiative vor. Er ist Mitgründer der Agentur[mit]Grundeinkommen

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
16:00 – 16:45 Expert Topics
Wie führt man Spezialisten und Spezialistinnen?
Computer-Expertinnen und -Experten haben ein sehr grosses, spezialisiertes und individuelles Wissen, da sie es sich in ihrer Berufslaufbahn durch eigene Anstrengung erarbeiten mussten. In ihren Projekten ist aber meist Teamarbeit gefragt. Welche besonderen Herausforderungen stellen sich diesen Gruppen, die aus lauter Einzelkämpfern zusammengestellt wurden? Was kann auf Unternehmensebene unternommen werden, sodass die Menschen in der Gruppe optimal zusammenarbeiten können?

Zielpublikum: UnternehmerInnen / CTOs / ProjektleiterInnen / HR-Mitarbeitende

Prof. Dr. Anton Gunzinger absolvierte das Studium zum Elektroingenieur an der ETH auf dem zweiten Bildungsweg. Seine Dissertation schrieb er zum Thema «Parallele Bildverarbeitungsrechner». Für diese Arbeit wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Als Oberassistent der ETH Zürich entwickelte er mit seinem Team das Multiprocessor System with Intelligent Communication (Music-System) und war damit im Final der Weltmeisterschaft der schnellsten Rechner der Welt, um den Gordon Bell Award. 1993 gründete er die Firma Supercomputing Systems AG im Technopark Zürich. 1994 wurde Anton Gunzinger vom Time Magazine als einziger Schweizer als einer der 100 kommenden Leader auserwählt. Er wirkt heute als Verwaltungspräsident der Supercomputing Systems und als Professor an der ETH Zürich. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt dabei nicht nur auf der Funktionsweise von Maschinen, sondern auch auf derjenigen von Menschen und Unternehmen.

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
16:45 – 17:30 Expert Topics
Vitalität in Unternehmen stärken: eine Schlüsselaufgabe für Führungskräfte und BeraterInnen
Die Vitalkraft von Unternehmen kann verstanden werden als Fähigkeit, sich an Anforderungen und Veränderungen anzupassen, mit Krisen und Dilemmas umgehen zu können und sich immer wieder neu zu erfinden und weiterzuentwickeln. Das Modell der vitalen Organisation zeigt Merkmale auf, die das Lernen in Organisationen auf individueller und organisationaler Ebene beeinflussen. Es dient als praktisches Steuerungsmodell für Entwicklungsfragen auf strategischer, struktureller und kultureller Ebene. Menschen als personale und organisationale Systeme haben einen unterschiedlichen Modus der Entwicklung. Personen lernen über das Bewusstsein, soziale Systeme entwickeln sich über Kommunikation und Handlungen. Zukünftig gilt es in Unternehmen vitale – also fluide und stabile − Lernarchitekturen zu schaffen, in denen sich menschliche und
organisatorische Potenziale entfalten können.

Zielpublikum: Führungskräfte / BeraterInnen / Personalisten

Dr. Barbara Albrecht studierte Wirtschaftspädagogik an der Universität Innsbruck in Österreich und Organisationsentwicklung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Ihre Dissertation schrieb sie zum Thema «Vitale Systeme: Systemische Interventionen zur Koppelung von individuellem und organisationalem Lernen». Nach vielfältigen Berufserfahrungen unter anderem in der Aussenhandelsstelle der Wirtschaftskammer Österreich in Paris, der Bank für Tirol und Vorarlberg, der MCV Management- und Organisationsentwicklung sowie im Migros Genossenschaftsbund Zürich wechselte sie in die selbständige Organisationsberatung. Ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte als Beraterin sind unter anderem die Beratung und Begleitung von Veränderungs- und Strategieentwicklungsprozessen, die Personalentwicklung und die Konfliktberatung. Zudem wirkt sie an der Fachhochschule Vorarlberg als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
18:00 – 18:45 Transfer

Leadership zwischen Illusion und realer Wirksamkeit
Führung in der Paradoxie zwischen Autorität und Zustimmungsabhängigkeit: Mittel der Macht wie beispielsweise die Entscheidung über Gehalt und Mitgliedschaftsbedingungen sind noch die letzten Möglichkeiten vor der erschreckenden Erkenntnis der Angewiesenheit. Ob daraus hohe Wirksamkeit entsteht, hängt alleine von der Einschätzung des Mitarbeiters ab, ob es sich lohnt, entsprechende Drohungen ernst zu nehmen. Wirksamkeit muss inszeniert werden: Wie «verführt» man die Umgebung dazu, Erfolge der konkreten Führung zuzuschreiben, und die Misserfolge dem Markt, den zögernden Banken, den internen Prozessen und den schwierigen Mitarbeitenden? Und wie bringt Leadership die wahren Quellen der Wirksamkeit – Sinn, Verbundenheit, Entwicklung – zum Sprudeln, damit machtvolle Flüsse entstehen können?

Zielpublikum: Führungskräfte – an der Spitze oder auf dem Weg dorthin, die sich konstruktiv verunsichern lassen /
Führungskräfte, die nicht nach einfachen Rezepten und dennoch nach Navigation suchen


Herbert Schober-Ehmer gründete nach seinem Studium der Betriebswirtschaft und langjähriger Arbeit in Beratung und Training «Conecta» (Organisationsberatung-Training-Coaching). Nach Ende seiner Ausbildung in Gruppendynamik und Tiefenpsychologie setzte er ab 1980 mit anderen Beratern systemtheoretische Konzeptionen auf die Beratung von Organisationen um und gestaltete die Wiener Schule der Organisationsberatung mit. Seine Schwerpunktthemen sind: Leadership, das Coaching von Mitgliedern des Topmanagements sowie die Beratung und Begleitung von Veränderungsprozessen. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Kassel, an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt sowie an der Hochschule Freiburg und seit 2011 geschäftsführender Gesellschafter der Redmont GmbH & Co OG, die aus einer Fusion von Ehmer Consulting und Regele Consulting entstand.

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
18:45 - 19:30 Transfer

Die Automobilbranche in der Krise und im Umschwung – die Antworten der Daimler AG
Die Finanz- und Wirtschaftskrise traf die Automobilbranche wie praktisch keine andere. Das führte in der ganzen Branche zu einem strukturellen Wandel und Umbruch, der daneben auch von den stark zunehmenden Forderungen nach nachhaltigen Technologien beeinflusst wird. Die Antworten der Daimler AG als Global Player im Segment der Premium-Personenwagen und als Weltmarktführer bei Nutzfahrzeugen liegen einerseits bei massiven Investitionen in Zukunftstechnologien, kurzfristigen Anpassungen der Produktionskapazitäten sowie bei der Erschliessung neuer Märkte und Segmente. Welche strukturellen und kulturellen Herausforderungen stellen sich für einen komplex vernetzten Weltkonzern, damit diese strategischen, auf Nachhaltigkeit fokussierten Ziele erreicht werden können?

Thomas Eisenbarth ist seit Ende 2007 Managing Director Sales & Marketing bei Mercedes-Benz Schweiz AG. Der diplomierte Betriebswirt hat seine Karriere vor 20 Jahren bei der Daimler AG im Marketingcontrolling des Bereiches Nutzfahrzeuge begonnen. Es folgten verschiedene Projektaktivitäten im Aufbau von Kooperationen und Partnerschaften in China und Korea im Rahmen der Umsetzung der Asien-Strategie des Geschäftsbereiches Nutzfahrzeuge. Er verliess die Konzernzentrale einige Jahre später Richtung Polen, wo er unter anderem das Vertriebsnetz für mehrere Marken aufbaute. In der Folge übernahm er die operative Verkaufsverantwortung in der Konzernzentrale für zahlreiche Emerging Markets in Ost- und Mitteleuropa sowie Südostasien und gestaltete somit wesentlich den Aufbau und die Weiterentwicklung der jeweiligen Landesorganisationen.

06.06.2011, Novotel Zürich City-West
19:45 - 20:30 Panel-Diskussion: «Leadership neu wagen»
Auch Führungsmethoden haben ihr Ablaufdatum. Welche soll man nun wirklich aus dem Regal entfernen und welche darf man noch länger anbieten? Manche alten Konzepte werden bloss neu verpackt, wirken aber nicht mehr. Gibt es einige Prinzipien oder Prämissen, an denen wirkungsvolle Führung «gemessen» werden kann − oder müssen wir in nächster Zeit mutig experimentieren und mit bunten Kombinationen Organisationen lebendig machen?

 

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
14:00 - 14:45 Expert Topics

Sinn und Unsinn in der staatlichen Steuerung privater Bildung
Private Bildung ist ein wichtiger Faktor für das Gedeihen der Schweizer Wirtschaft. Sie gründet auf unternehmerischen Prinzipien und orientiert sich streng am Ausbildungsbedarf von Industrie, Wirtschaft und Verwaltung. Es herrscht ein breiter Konsens, dass der Bildungsmarkt Kontrolle und Steuerung braucht. Doch wie viel Kontrolle ist sinnvoll? Welche Steuerung nützt? Wann wird aus Schutz Behinderung? Es gibt viele Gründe für die unterschiedlichen Meinungen, die in der aktuellen Diskussion vertreten werden. Am Beispiel des Bildungsmarktes lässt sich aufzeigen, dass regulatorische Eingriffe an den richtigen Stellen und im richtigen Mass die Marktteilnehmer schützen und für Gleichgewicht unter ihnen sorgen können. Steuerung und Kontrolle aus ideologischen Gründen oder aus Mangel an Wissen hingegen verzerren auf unfaire Weise den Wettbewerb und werden für die Wissensgesellschaft zu einer belastenden Hypothek.

Dr. Jakob Limacher ist Präsident des Fachhochschulrats der Kalaidos Fachhochschule Schweiz und Mitglied der Gruppenleitung der Kalaidos Bildungsgruppe. Nach der FEAM-Lehre und der Matura bei der AKAD studierte er Elektrotechnik an der ETH Zürich und Ökonomie an der Universität Zürich. Anschliessend promovierte er an der ETH Zürich in Betriebs- und Produktionswissenschaften. Gleichzeitig baute er einen Spin-off der ETH Zürich im Bereich der wissensbasierten Unternehmensberatung auf. Per Jahresbeginn 2000 übernahm er zusammen mit zwei Geschäftspartnern die Kalaidos Bildungsgruppe (vormals AKAD-Gruppe). Mit grossem Erfolg: Der Umsatz konnte in der Zwischenzeit auf CHF 150 Mio. verdreifacht werden.

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
14:45 - 15:30 Expert Topics

Steuerungslogiken von Organisationen aus systemtheoretischer Sicht
Die Frage, wie sich Organisationen sinnvoll steuern lassen, hat auch nach Jahrhunderten der Management- und Führungspraxis sowie nach Jahrzehnten intensiver Forschung nicht an Aktualität verloren. Viele verschiedene Antworten sind entstanden, die alle irgendwie zutreffen und gleichzeitig falsch sind. In Anlehnung an die amerikanische Philosophin Sandra Mitchell scheint ein «Integrativer Pluralismus» nützlich, der verschiedene Steuerungsmodelle von Organisationen verbindet. In diesem Vortrag werden die drei Steuerungslogiken Steuerungstheorie, Beobachtungstheorie und Komplexitätstheorie gegenübergestellt, kritisch bewertet und auf ihre Folgen für das praktische Handeln im Management hin untersucht. Am Ende soll eine integrative Perspektive der Steuerung von Organisationen auf allen drei Ordnungsebenen herausgearbeitet werden.

Zielpublikum: reflektierte und reflektierende PraktikerInnen / Leute, die auf der Suche nach neuen Perspektiven sind / Personen, die Lust auf Theorie und abstraktes Denken haben und deren «Zumutungen» aushalten

Dr. Michael Zirkler forschte und lehrte von 1999 bis 2008 an der Universität Basel, zuletzt als Assistenzprofessor für Organisation, Führung und Personal im Bereich der kritischen Managementforschung. Zuvor war er tätig als Herausgeber und Redaktionsleiter einer Kulturzeitschrift und anschliessend in der Personalberatungsbranche. Dann absolvierte er ein Psychologie-Studium in Hamburg. Seit 2008 leitet er den Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft und ist seit mehr als 15 Jahren als freier Organisationsberater tätig. Derzeitige Arbeitsschwerpunkte sind die Systemtheorie, die systemische Beratung (insbesondere im Change Management) und die wertorientierte, positive Führung.

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
16:00 - 16:45 Global Trends
Offshore Outsourcing: A Primer

Offshore outsourcing, known as offshoring, can be a transformational tool for international businesses seeking to reduce costs, access talent and improve their supply chains. But like all business tools, the risk-return aspect has to be properly evaluated. This seminar will provide a generalist overview to offshoring, and give the attendees real-life insight into the risks and returns in locations like India, Poland and the Philippines. The presentation will also provide insights into the functions found in the categories of knowledge process and business process outsourcing (BPO and KPO).

Target audience: Senior Executives interested in setting up company operations in locations like India and Poland; Managers who have offshoring experience, and would like to gain a further perspective, Students from all sectors who want to learn more about the challenges of offshoring functions to other countries.

Prof. Dr. Kevin D. Stringer is a Visiting Professor of International Studies at Thunderbird School of Global Management, a faculty member at Kalaidos University of Applied Sciences, and an international banker. Earlier, he worked as a diplomat in the U.S. Foreign Service. He holds a Ph.D. in international relations from the University of Zurich, an M.A. in international relations from Boston University, and a B.Sc. in history and engineering from the US Military Academy at West Point. He has both practitioner and academic experience in offshoring and outsourcing. His most recent article on this theme is «India and China May Not be the Answer» in Strategy + Business, March 2010.

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
16:45 - 17:30 Global Trends
Steuerung der Wirtschaft durch künstlich inszenierte Wettbewerbe?

Wettbewerb wird heute allgemein als eine grossartige Sache betrachtet. Man denkt, dass sich so der Beste durchsetzt und alle sich stets bemühen, immer noch besser zu werden. Folglich hat sich der Glaube verbreitet, dass die Inszenierung künstlicher Wettbewerbe auch in den Bereichen der Wirtschaft, wo es keine Märkte gibt, für immer mehr Leistung sorgt. Das betrifft vor allem Wissenschaft, Bildung und das Gesundheitswesen, wo künstliche Wettbewerbe um ein möglichst gutes Abschneiden bei bestimmten Kennzahlen heute gang und gäbe sind. Diese Wettbewerbe führen aber nicht zu besseren Ergebnissen. Sie bewirken, dass viele Menschen freudlos, gestresst und akribisch Projekte durchführen und Diplome machen, die in Wirklichkeit niemand braucht. Dies schafft zwar Arbeitsplätze, doch hat es fatale Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Denn Wettbewerb kann nur dort für Effizienz sorgen, wo es auch einen funktionierenden Markt gibt.

Prof. Dr. Mathias Binswanger ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und Privatdozent an der Universität St. Gallen. Er war zusätzlich Gastprofessor an der Technischen Universität Freiberg in Deutschland, an der Qingdao Technological University (China) und an der Banking University in Saigon (Vietnam). Mathias Binswanger ist Autor von zahlreichen Büchern und Artikeln in Fachzeitschriften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Makroökonomie, Finanzmarkttheorie, Umweltökonomie und in der Erforschung des Zusammenhangs von Glück und Einkommen. Er ist Autor des Buchs «Die Tretmühlen des Glücks», das in der Schweiz zum Bestseller wurde. 2010 ist sein neustes Buch «Sinnlose Wettbewerbe – warum wir immer mehr Unsinn produzieren» erschienen.

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
18:00 - 18:45 Transfer
Wie viel Freiheit hat die Schweiz in der Regulierung des Finanzplatzes?

Die Schweiz ist nicht Mitglied der EU und hat den Europäischen Wirtschaftsraum abgelehnt. Unternehmen in der Schweiz brauchen jedoch Marktzugang in EU-Ländern. Gerade im Bankenbereich ist das nicht ohne Zugeständnisse zu erreichen: Die OECD und die USA beispielsweise diktieren der Schweiz, wie die Amtshilfe im Steuerbereich auszusehen hat. Muss die Schweiz Spielregeln akzeptieren, ohne sie mitgestalten zu können? Oder gibt es andere Modelle, die heute schon gelebt werden und an denen wir festhalten, die wir allenfalls verbessern könnten? Gerade im Bereich der Banken-Infrastruktur auf internationaler Ebene zeigt sich, dass eine Teilnahme von Unternehmen in der Schweiz stets auch mit einem Transfer von Kompetenzen zur Regulierung verbunden ist. Allerdings offenbart sich gerade durch diese Modelle, dass sich die Schweiz ein Mitspracherecht sichern kann: Die Stimme der Schweiz ist zwar nicht laut, aber sie wird gehört.

Zielpublikum: Finanzpolitiker auf Bundesebene / Vertreter von Public Affairs Abteilungen von Banken / interessierte Legal & Compliance-Vertreter aus dem Finanzbereich

Dr. Renate Schwob ist Rechtsanwältin und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung SBVg. Sie studierte Jurisprudenz an der Universität Basel und erwarb anschliessend das Anwalts- und Notariatspatent des Kantons Solothurn. Darauf folgte das Doktoratsexamen an der Universität Basel. Nach langjähriger Berufspraxis in der öffentlichen Verwaltung und im Bankbereich leitete sie anschliessend das Ressort Legal & Compliance für die Divisionen Trading and Sales und Investment Management bei der Credit Suisse. Seit April 2004 ist Renate Schwob Leiterin Finanzmarkt Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung, seit April 2011 stellvertretender CEO.

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
18:45 - 19:30 Transfer
Wohin treibt die Wirtschaft – und was ist unsere Rolle?

Warum wird alles schneller, komplexer und kurzfristiger? Von den vielen Faktoren, die auf unsere Unternehmen einwirken, sollen vier wichtige Entwicklungen näher beleuchtet werden: Die technologischen Fortschritte ermöglichen die Kommunikation rund um den Erdball. Die Öffnung der Märkte führt zur Globalisierung, und mit der Erschliessung grosser Märkte aber auch zu erheblicher Konkurrenz. Die Entwicklung in den Bereichen Biologie, Medizin und Materialwirtschaft beeinflusst unser Leben laufend und macht vieles möglich, das vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Und: Die Gesellschaft verändert sich. Der Kunde hat klare Vorstellungen von seinen Bedürfnissen und stellt erhebliche Forderungen an die Wirtschaft. Wie können wir solche Veränderungen bewältigen? Welches sind die Erfolgsfaktoren für die Schweiz und ihre Unternehmen? Wie kann der Einzelne diesen Herausforderungen begegnen?

Zielpublikum: Studenten, die mehr über die Wirtschaft wissen möchten / Technik- und Technologie-Interessierte / Unternehmer und Kader, die täglich an der Front stehen / alle, die an wirtschaftlichen Entwicklungen und Zusammenhängen interessiert sind

Josef Keller absolvierte nach einer Lehre das Studium als Elektroingenieur mit einem Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft. Er arbeitete daraufhin als Produktions- und Logistikleiter im In- und Ausland. Seine Tätigkeitsfelder erstreckten sich von der Elektrotechnik über den Apparatebau bis hin zur Flugzeugtechnik. Es folgten mehrere Jahre als Divisionsleiter in international tätigen Firmengruppen. Heute betreut er den Bereich Wissens- und Technologietransfer für den Arbeitgeberverband Swissmem. In dieser Funktion besucht er Unternehmen und berät diese bei der Anwendung neuer Technologien und in der Zusammenarbeit mit Hochschulen. In all den Jahren hat Josef Keller zudem seine Erfahrungen als Dozent an Hochschulen weitergegeben.

07.06.2011, Novotel Zürich City-West
19:45 - 20:30 Panel-Diskussion: «Marktregulierung: ‹ja bitte› oder ‹nein danke›»?
Was spricht für und was gegen die Regulierung der Wirtschaft? Und: Wenn regulieren, dann wie? Kann sich die Schweiz Alleingänge erlauben (und sich damit auch profilieren), oder muss sie die Regulierungs-Standards anderer Länder übernehmen? Vertragen sich die direkte Demokratie und die souveräne Wirtschaft – und ist das Volk überhaupt kompetent genug, um darüber zu entscheiden? Können wenig regulierte Märkte wie die reichen Golf-Emirate oder Singapur wirklich als Vorbild dienen?

Kosten für externe Besucher:

Anzahl Blöcke Kosten CHF
1 150.–
2 250.–
3 – 4 400.–
5 – 6 550.–

1 Block besteht aus 2 aufeinanderfolgenden Referaten.
Die Teilnahme an den Panel-Diskussionen ist kostenlos.

Alumni und Mitglieder STV erhalten 50%.

Studierende, Dozierende und Mitarbeitende der Kalaidos Bildungsgruppe besuchen das Wirtschaftsforum kostenlos.

Anmeldung

Novotel Zürich City-West
Schiffbaustrasse 13
8005 Zürich
+41 44 276 22 22
www.novotel.com

tl_files/foum/lageplan.jpg

Mit dem Auto:

Von Bern / Basel (N3 / E60)
Autobahn N3 / E60 Richtung Zürich, Ausfahrt Zürich City, weiter der Ausschilderung Autobahn Chur/Luzern folgen. Pfingstweidstrasse linke Fahrbahn nehmen und vor dem Hotelkomplex an der Ampel links in die Technoparkstrasse abbiegen. Dann hinter dem Hotel Etap rechts in die Schiffbaustrasse einbiegen.

Vom Flughafen / St. Gallen / Winterthur

Autobahn Richtung Zürich, Ausschilderung Autobahn Chur/Luzern folgen, bis Escher Wyss Platz, dort abfahren und weiter Richtung Hardbrücke und Technopark, rechts in die Schiffbaustrasse abbiegen.

Öffentliche Verkehrsmittel:

Hauptbahnhof Zürich / Flughafen Zürich
Vom Flughafen:
S-Bahn 16 zur Station «Hardbrücke», Ausgang Richtung Technoparkstrasse, ca. 400 m geradeaus, links in die Schiffbaustrasse abbiegen.
Vom Hauptbahnhof:
Tram Nummer 13 oder 4 zur Station «Escher-Wyss-Platz», entlang der Hardstrasse, unter der Hardbrücke ca. 300m geradeaus Richtung Technopark, dann links in die Schiffbaustrasse abbiegen. Es fährt ausserdem ein kostenpflichtiger Shuttle vom Flughafen zum Hotel, der mit SLS CITY SHUTTLE angeschrieben ist. Abfahrt ist zwischen Ankunft 1 und 2.

News

15.06.2011

HOCHKARÄTIG - VIELFÄLTIG - VERNETZEND

Das 11. Wirtschaftsforum wurde diesen Attributen gerecht.

07.12.2010

Interview: Rückblick zum zehnten Wirtschaftsforum

Drei Persönlichkeiten der Kalaidos Fachhochschule über persönliche Eindrücke, Qualität, Struktur etc.

06.07.2010

Talk am Wirtschaftsforum

Fünf ausgewählte Referenten des Kalaidos Wirtschaftsforums im Interview rund ums Thema «Networked & Individual».

24.06.2010

Kalaidos Wirtschaftsforum Juni 2010

Ein Stimmungsbeitrag zum neunten Wirtschaftsforum.

02.02.2010

Kalaidos Wirtschaftsforum November 2010

Das zweite Wirtschaftsforum im 2010 findet am 29. Und 30. November zum Thema «Fast | Slow» statt.
fast
«Der frühe Vogel kriegt den Wurm.» – «Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.» – «Zeit ist Geld.» In einer Zeit immer kürzerer Produktlebenszyklen, in der ständige Innovation, schnelle Entscheidungen, kurzfristiges Denken, beschleunigte «Time to Market», sofortige maximale Gewinne und kurzfristiger Shareholder Value verlangt werden, reagieren Börsen, Märkte und auch Unternehmer immer hektischer – und die Gefahr von Schnellschüssen bei der Markteinführung wird immer grösser.

02.02.2010

Kalaidos Wirtschaftsforum Juni 2010

Das erste Wirtschaftsforum im 2010 findet am 15. und 16. Juni 2010 zum Thema «Networked & Individual» statt.
fast
Manager und Unternehmer sind auf tragfähige Netzwerke angewiesen: Branchenverbände, Politikerinnen und Politiker, Manager-Kolleginnen und Kollegen, Parteien, Serviceclubs, Social Networks im Internet etc. Aber es ist nur ein kleiner Schritt von der Vernetzung zur Verstrickung: zu eng geknüpfte Netze können unbeweglich und abhängig machen.