Zukunftsfähigkeit von Schweizer Banken

Das Schweizerische Institut für Finanzausbildung (SIF) hat die Führungskräfte der Schweizer Banken zu ihrer Einschätzung hinsichtlich der aus ihrer Sicht wesentlichen Aspekte für die Zukunftsfähigkeit ihrer Bank befragt. Die wesentlichen Erkenntnisse sind:

Studie Zukunftsfähigkeit    
  • Die Adaption der regulatorischen Vorgaben ist deutlich wichtiger als Innovationskompetenz. Zukunftsfähigkeit bedeutet momentan demnach in erster Linie die Kompetenz, die Regulierungsvorschriften umsetzen zu können, um marktfähig zu bleiben.
  • Die wesentlichen Faktoren von Zukunftsfähigkeit sind die Anpassungsfähigkeit an neue Regulierungen, die Kompetenzentwicklung bei den Mitarbeitenden und die organisationale Kompetenz der Bank zur Adaption an die neuen Technologien und die sich verändernden Kundenbedürfnisse.
  • Lediglich 40.7% der Teilnehmenden sehen eine Verbindung zwischen „Zukunftsfähigkeit“ und Innovationskompetenz.

Schliesslich sind immerhin noch 33.3% der Teilnehmenden der Auffassung, dass die Konkurrenz durch Non- und Near-Banks (z.B. moneynet.ch, moneypark, Google, Amazon, etc.) unwichtig oder eher unwichtig für das eigene Geschäftsmodell ist.    

Die Banken messen demnach der Bedeutung des Begriffs ‚Zukunftsfähigkeit‘ - aufgrund der unmittelbaren Dringlichkeit der Regulierungsthematik - im Moment noch weniger Wichtigkeit zu. Die erfolgsrelevanten Kernthemen für Zukunftsfähigkeit (Technologie und Kundenbedürfnisse) sind aber auf dem Radar. Fraglich bleibt hingegen, ob die für die Zukunftsfähigkeit bedeutsamen Priorisierungsentscheide in Bezug auf technologische und kundenfokussierte Innovationen in der kommenden Dekade getroffen werden.

Schweizerisches Institut für Finanzausbildung (SIF)
Anwendungsorientierte Forschung Financial Services
Herausgegeben von: Prof. Dr. Stefanie Auge & Prof. Dr. Bernhard Koye

Handelszeitung, 28.4.2015
Die Schweizer Bankenwelt verschläft einen wichtigen Trend: Die Institute sind viel damit beschäftigt, Regulierungspflichten umzusetzen – und achten laut einer Studie zu wenig auf digitale Konkurrenz. Link zum Artikel in der Handelszeitung

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